Bevölkerungswachstum stagniert 2021

Veröffentlichung: 20.01.2022, 07:01 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Ende 2021 haben in Deutschland nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 83,2 Millionen Menschen gelebt und damit etwa so viele wie Ende 2020 und Ende 2019. Die Ursache für die stagnierende Bevölkerungszahl war 2021 die gestiegene Sterbefallzahl, die deutlich höher war als die Zahl der Geborenen. Die Lücke zwischen den Geburten und Sterbefällen konnte allerdings durch die gestiegene Nettozuwanderung geschlossen werden. 2020 war die Nettozuwanderung noch gesunken.

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In den drei Jahrzehnten seit der deutschen Vereinigung war die Bevölkerung Deutschlands überwiegend gewachsen. Ausnahmen bildeten lediglich die Jahre 1998 sowie 2003 bis 2010. Das Bevölkerungswachstum hatte sich jedoch ausschließlich aus dem positiven Wanderungssaldo ergeben – also dadurch, dass mehr Menschen zugewandert als abgewandert waren. Ohne diese Wanderungsgewinne wäre die Bevölkerung bereits seit 1972 geschrumpft, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden.

Erste Schätzung: Mehr Geburten, Sterbefälle und Wanderungen als 2020

Die Zahl der Geburten und der Sterbefälle hat nach vorläufigen Daten 2021 des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter ist 2021 mit 775 000 bis 795 000 Geborenen und etwa 1,02 Millionen Gestorbenen zu rechnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wurden 773 144 Kinder geboren, 985 572 Menschen sind gestorben. Der Saldo aus Zu- und Fortzügen wird für 2021 zwischen +270 000 und +320 000 Personen geschätzt (2020: +220 251). Unter den Herkunftsländern trugen – ausgehend von den Angaben für die Monate Januar bis Oktober 2021 – insbesondere Rumänien, Syrien und Afghanistan zu den Wanderungsgewinnen bei.

Methodische Hinweise:

Grundlage für die Schätzung des Bevölkerungsstandes zum Jahresende 2021 bilden die bereits verfügbaren monatlichen Angaben bis einschließlich Oktober 2021 zu Geburten sowie zu Zu- und Fortzügen. Die noch fehlenden Werte wurden mithilfe einer Zeitreihenanalyse der monatlichen Veränderungen berechnet. Der Schätzung der Sterbefälle liegen die vorläufigen Ergebnisse einer Sonderauswertung auf Basis von Rohdaten mit Stand vom 17. Januar 2022 zugrunde. Die Ergebnisse bilden daher einen vorläufigen Stand der Bevölkerungsentwicklung für 2021 ab. Die endgültigen Ergebnisse werden im Sommer 2022 veröffentlicht.

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