Millennials stürmen den Immobilienmarkt

Balance zwischen Beruf und Freizeit statt großer Sprünge auf der Karriereleiter – die Generation Y sehnt sich nach Freiraum. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, den Babyboomern und der Generation X, weisen die im Zeitraum zwischen 1980 und 2000 Geborenen ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Freiheit und Selbstverwirklichung auf.

Zeit für Muße inklusive Familie nimmt in diesem Zusammenhang einen höheren Stellenwert ein als beruflicher Erfolg. Und doch verhalten sich Millennials traditionell, wenn es um Wohn- und Budgetfragen geht.

Laut Sebsatian Reccius, Vorstandsmitglied der DI DEUTSCHLAND.Immobilien AG, spielen Stabilität und Sicherheit für diese Generation eine elementare Rolle, was sich auch bei der Wahl der eigenen vier Wände zeigt.

Bei einer Umfrage unter 500 befragten Millennials äußerten 49 Prozent den Wunsch, Wohneigentum zu besitzen (Quelle: Deloitte Millennial Survey 2019). Auch sinkt das Alter der Käufer trotz steigender Immobilienpreise (Quelle: Europace: Werden Immobilienkäufer immer älter? Stand Q3/2020).

Eine Frage des Kapitals

Trautes Heim, Glück allein: Im Gegensatz zur Mietwohnung bietet das Eigenheim weitaus mehr Spielraum für die Umsetzung der persönlichen Wohnideen. Monatliche Mietzahlungen und damit verbundene Erhöhungen gehören mit dem Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung der Vergangenheit an.

Auch das Sicherheitsbedürfnis spielt vor diesem Hintergrund keine unwesentliche Rolle, denn beim Hauskauf schweift der Blick vor allem in die Zukunft. Da künftige Generationen mit einer geringeren Rente rechnen müssen, bieten Immobilien, beispielsweise als Form der Kapitalanlage, eine Option, schon in jungen Jahren für den Ruhestand vorzusorgen. Allerdings besitzt nur etwa ein Viertel der Deutschen unter 40 Jahren Wohneigentum (Quelle: Statista).

Ein späterer Eintritt in das Berufsleben, niedrigere Einkommen zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses sowie das erforderliche hohe Eigenkapital galten bislang als Hürde für den Immobilienkauf.

Sebsatian Reccius erklärt:

Sebastian Reccius, Vorstandsmitglied, DI Deutschland.Immobilien AG

„Zum eigentlichen Kaufpreis kommen noch einmal Kaufnebenkosten in der Höhe von 10 bis 15 Prozent hinzu, die sich aus Aufwendungen für die Maklerprovision, den Grundbucheintrag, die Grunderwerbssteuer und den Notar zusammensetzen und demnach nicht durch den Wert des Objekts abgesichert sind. Doch die weiter anhaltende Niedrigzinsphase, mangelnde Investitionsalternativen und damit verbunden der Wunsch nach Absicherung sprechen wiederum für einen früheren Immobilienerwerb.“

Nachfrage übersteigt Angebot

Nicht immer erfüllt der Kauf einer Immobilie den Zweck der Eigennutzung. Wie aktuelle Zahlen von Europace zeigen, nimmt auch das Alter der Investoren ab, die mit dem Erwerb das Ziel einer Kapitalanlage verfolgen. Doch hierbei muss es nicht immer gleich die Dreizimmerwohnung sein. Schon für vergleichsweise geringe Investitionssummen bietet der Markt lukrative Optionen. Sogenannte Mikro- beziehungsweise Studentenimmobilien eignen sich besonders für junge Anleger mit einem geringeren Startkapital.

Sebastian Reccius dazu:

„In den Städten, insbesondere den Hochschulstandorten, gilt bezahlbarer Wohnraum für die zunehmende Zahl der Studierenden als Mangelware. Mit der steigenden Anzahl der Single-Haushalte und dem fortlaufenden Trend zur Urbanisierung wächst der Bedarf an kleinen, bezahlbaren Wohneinheiten in Deutschlands Städten.“

Mit meist nicht einmal 30 qm bilden Mikroappartements zweckmäßige Wohneinheiten, mit denen der Markt auf die Angebotslücke reagiert.

Letztlich sichert laut Sebastian Reccius die hohe Nachfrage nach attraktiven und bezahlbaren Wohneinheiten die Vermietbarkeit auf langfristige Sicht.

So antworten Mikroappartements auf das Bedürfnis nach Sicherheit der Millennials und verbinden einerseits als Wohnoption, andererseits als Kapitalanlage das Angenehme mit dem Nützlichen.

 

Bilder: (1) © Pixel-Shot – stock.adobe.com (2) © DI Deutschland.Immobilien AG

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