Maklerinteresse an Honorarberatung steigt

Veröffentlichung: 20.09.2016, 05:09 Uhr - Lesezeit 7 Minuten

In diesem Jahr ist das Interesse von Versicherungsmaklern gegen ein Honorar zu beraten beziehungsweise zu vermitteln, leicht angestiegen. So hat in 2016 bereits mehr als jeder dritte Makler (2015: 24 Prozent) ein Honorar vereinbart. Die große Mehrheit von 66 Prozent hat jedoch diese Vergütungsmöglichkeit noch nicht genutzt (2015: 76 Prozent). Drei Prozent der Befragten (2015: 0 Prozent) bestätigen in diesem Jahr die Aussage: „Ich berate nur noch auf Honorarbasis.“

(PDF)
anzugtraeger-geldscheine-58223581-fo-nitoanzugtraeger-geldscheine-58223581-fo-nito

Ein weiteres Ergebnis der Online-Maklerbefragung „Vermittler-Puls 2016“, die YouGov im Auftrag der Vertriebsservice-Gesellschaft maklermanagement.ag Anfang Juni 2016 durchgeführt hat: Je größer das Maklerbüro, desto häufiger gab es Honorarvereinbarungen. In Büros mit mehr als vier Beschäftigten gaben insgesamt 52 Prozent der Befragten an, gegen ein Honorar beraten zu haben.

13 Prozent von ihnen arbeiten nach eigener Angabe sogar nur noch auf Honorarbasis (2015: 0 Prozent). In den Maklerbüros mit zwei bis vier Mitarbeitern sind es dagegen nur 34 Prozent, die bereits ein Honorar vereinbart haben (2015: 24 Prozent). Noch relativ selten lassen sich die allein arbeitenden Makler mit einem Honorar entlohnen; mit 25 Prozent aber doch mittlerweile häufiger als im Vorjahr (2015: 17 Prozent).

Beim Produktranking liegen in Sachen Honorarverabredung die biometrischen Produkte mit 34 Prozent in Front, gefolgt von Altersvorsorgeprodukten, wie bAV (32 Prozent), Versicherungen gegen Einmalbeitrag (31 Prozent) und Fondspolicen (27 Prozent).

Jürgen Riemer, Vorstand der maklermanagement.ag sagt:

„Wir beobachten, dass die Honorarvermittlung nicht im Massengeschäft, sondern eher bei großvolumigen Abschlüssen praktiziert wird. Die Makler nutzen die Möglichkeit, bei ihrer Vergütung flexibel auf die Kundensituation eingehen zu können.“

Die Hälfte der Makler, die bereits Erfahrung mit Honoraren gemacht hat, hat eine Vergütung in Höhe von bis zu drei Prozent der Beitragssumme erhalten. Das wären 1.350 Euro bei einem Versicherungsvertrag, der monatlich mit 250 Euro bespart wird und über 15 Jahre läuft. Bei 11 Prozent der Befragten lag das Honorar zwischen drei und vier Prozent der Beitragssumme. Ein Makler von zehn vereinbarte einen Satz von mehr als vier Prozent.

„Die Höhe der Vergütung von bis zu drei Prozent spricht dafür, dass Makler nicht das Maximum ausreizen, sondern sehr bewusst vorgehen“, meint Jürgen Riemer.

Honorarzahlung: Einmalig und in einer Summe

Kunden zahlen das Honorar eher einmalig und in voller Höhe, so die Aussage der Mehrheit der befragten Makler (64 Prozent). Zahlungsmodelle, bei denen das Honorar in laufenden Raten bezahlt oder über ein Factoringmodell vorfinanziert wird, scheinen sich nicht durchzusetzen. Jeweils lediglich sieben Prozent der Makler haben eine solche Vergütungsform vereinbart.

Gut jeder fünfte Makler geht davon aus, dass die Honorarsätze in Zukunft steigen werden. Fast jeder vierte erwartet, dass sie gleich bleiben werden. Genauso hoch ist der Anteil derer, die mit sinkenden Honoraren rechnen. Dass die Honorarhöhe steigt und gleich bleibt, meint mehr als die Hälfte der Makler mit mehr als vier Beschäftigten (58 Prozent). Zum Vergleich: Bei den allein arbeitenden Maklern sind es 43 Prozent.

Große Skepsis herrscht unter allen Befragten darüber, ob die Honorarberatung beziehungsweise -vermittlung in Zukunft einen wesentlichen Anteil an ihrem Umsatz ausmachen wird. 63 Prozent gehen davon nicht aus. Bei den über 55-Jährigen sind es sogar 74 Prozent. Auch die Befragten in größeren Maklerbüros glauben mehrheitlich nicht daran, dass Honorareinnahmen wesentlich zu ihrem Umsatz beitragen werden (56 Prozent).

Service gewünscht

Um mehr Honorarberatung beziehungsweise -vermittlung durchführen zu können, wünschen sich die befragten Makler konkrete Serviceleistungen. An erster Stelle rangieren rechtliche geprüfte Honorarvereinbarungen (46 Prozent), gefolgt von einem Abrechnungsservice und Argumentationshilfen für die Honorarvergütung (jeweils 23 Prozent). Am wenigsten erwartet man Unterstützung bei der Analyse von geeigneten Kunden (11 Prozent).

Jürgen Riemer erläutert:

„In den vergangenen Monaten nehmen wir wahr, dass Makler vorsorglich und vorbereitend auf der Suche nach Kooperationspartnern für das Nettogeschäft sind. Die Zahl der Makleranbindungen bei unserem Partner, der VINEA Makler-Service, hat zugenommen, der Umsatz zurzeit jedoch noch nicht in gleichem Umfang.“

Nach Beobachtungen von Riemer wollen die Makler offenbar nicht komplett auf eine Honorarvergütung umstellen, aber jederzeit in der Lage sein, diese Nachfrage bei Bedarf bedienen zu können. VINEA Makler-Service, der Kooperationspartner der maklermanagement.ag für das Nettogeschäft, hat sich auf die Vertriebsunterstützung und die Organisation rund um die Honorarvermittlung spezialisiert.

Erste Bilanz

Seit März 2016 betreibt die maklermanagement.ag zusammen mit der VINEA Makler-Service das Nettogeschäft nach einem dualen Ansatz. Das heißt: Makler können Netto- und provisionsbasierte Tarife gleichberechtigt und abhängig von der Kundensituation anbieten. Die maklermanagement.ag ist mit der bisherigen Resonanz zufrieden. Bei den ersten Abschlüssen lagen die durchschnittlichen Monatsbeiträge bei rund 250 Euro und damit über denen des Bruttogeschäftes mit etwa 100 Euro.

Zu 70 Prozent entfielen die Umsätze auf private Rentenversicherungen, zu 30 Prozent auf Basis-Rentenversicherungen. Der Vertriebsstart für die betriebliche Altersversorgung ist für diesen Herbst geplant. Die Mehrheit der Makler, die sich für das duale System entschieden hat, bietet Netto- neben provisionsbasierten Tarifen an.

Jürgen Riemer resümiert:

„Der Grundgedanke des dualen Systems wird umgesetzt.“

Bild: (1) © nito / fotolia.com (2-4) © maklermanagement.ag

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Frohe-Frau-Laptop-130098273-FO-Anatoly-TiplyashinFrohe-Frau-Laptop-130098273-FO-Anatoly-Tiplyashin
Marketing & Vertrieb

Versichererwebsites haben beim Online-Abschluss die Nase vorn

Der aktuelle „Kundenmonitor e-Assekuranz 2016“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov zeigt, dass 2016 17 Prozent aller erfassten Versicherungsneuabschlüsse über das Internet getätigt wurden. Internetseiten der Versicherer (zehn Prozent) haben gegenüber Vergleichsportalen (sieben Prozent) die Nase vorn.
Anzugtraeger-Verkehrsschild-Ausrufezeichen-58464617-FO-ra2-studioAnzugtraeger-Verkehrsschild-Ausrufezeichen-58464617-FO-ra2-studio
Marketing & Vertrieb

Private Pflegevorsorge - Makler finden sie wichtig

Bei der Wichtigkeit einer Absicherung gegen die finanziellen Folgen von gesundheitlichen Einschränkungen liegt die Berufsunfähigkeit aus Sicht der unabhängigen Finanz- oder Versicherungsmakler klar vorn. 40 Prozent der Makler stufen diese Absicherung als „sehr wichtig“ ein. Doch schon an zweiter Stelle folgt mit 22 Prozent die Pflegebedürftigkeit.
mann-steckt-in-tablet-91727316-FO-Nomad-Soulmann-steckt-in-tablet-91727316-FO-Nomad-Soul
Marketing & Vertrieb

Vermittler- oder Onlineabschluss - was ist beliebter?

Alternative Vertriebsformen gewinnen kontinuierlich an Aufmerksamkeit, während die beiden Vertriebswege Agentur/Geschäftsstelle oder der klassische Hausbesuch des Versicherungsvertreters konstant die höchste Akzeptanz aufweisen.
Frau-Laecheln-Fenster-341268547-AS-Drobot-DeanFrau-Laecheln-Fenster-341268547-AS-Drobot-DeanDrobot Dean – stock.adobe.com
Marketing & Vertrieb

Menschen in Deutschland blicken optimistisch auf finanzielle Zukunft

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie ist rund die Hälfte der Menschen in Deutschland nicht um ihre private Altersvorsorge besorgt. Dennoch würde rund ein Drittel generell gerne mehr für die Rente sparen, glaubt aber, es sich nicht leisten zu können.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht