Anlagenausfälle verursachten fast ein Drittel aller Sachschäden

Mittlerweile sind die Auswirkungen von Anlagenausfällen vergleichbar mit Brandkatastrophen – sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Schwere von Versicherungsschäden. Das zeigt eine Analyse der Großschäden, die im Jahr 2018 an den Industriesachversicherer FM Global gemeldet wurden.

Als Großschäden werden Schäden in Höhe von mehr als drei Millionen US-Dollar definiert, die nicht auf Naturkatastrophen zurückzuführen sind.

232 Großschäden insgesamt

Bei FM Global waren im vergangenen Jahr 232 Großschäden versichert. Von diesen wurden 65 durch Anlagenausfälle ausgelöst. Diese verursachten 28 Prozent der im Jahr 2018 von FM Global verzeichneten und in Dollar bezifferten Gesamtschäden.

Brion Callori, Senior Vice President of Engineering and Research bei FM Global, erklärt:

„Viele dieser Schäden durch Anlagenausfälle im vergangenen Jahr hätten verhindert werden können. Allerdings nehmen viele Unternehmen angesichts einer florierenden Wirtschaft ihre Anlagen nicht für präventive Instandhaltungsmaßnahmen außer Betrieb. Vielmehr gehen sie in vielen Fällen ein Risiko ein, das sie teuer zu stehen kommen kann, statt auf konservativere Strategien zu setzen. Leider funktioniert dies nur so lange, bis Probleme auftreten, die zu teuren Reparaturen, Umsatzeinbußen und potenziell zum Verlust von Marktanteilen führen können, wenn die Unternehmen ihre Aufträge durch einen Anlagenausfall nicht mehr erfüllen können.“

Ergebnisse der Großschaden-Analyse

62 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle waren auf eine unzureichende Instandhaltung zurückzuführen, was letztlich drei Viertel der geleisteten Schadenzahlungen ausmachte.

25 Prozent der Schäden durch Anlagenausfälle traten nach Reparaturen oder während der Inbetriebnahme auf.

Bei fast der Hälfte aller Schäden durch Anlagenausfälle spielten Auswirkungen durch menschliche Faktoren eine wichtige Rolle.

Der Schulungsstand von Bedienern war bei 43 Prozent der Anlagenschäden relevant. Daraus geht klar hervor, dass verbesserte Schulungs- und Wissenstransferprozesse benötigt werden, da mit demographischen Veränderungen erhebliche Personalfluktuationen in der Branche einhergehen.

Serviceerweiterung bei FM Global

Zu einem späteren Zeitpunkt in 2019 wird FM Global seinen Service rund um die industriellen Steuerungssysteme erweitern. Dadurch fallen in Zukunft auch die Software und die Hardware, mit denen die Industriesysteme der Kunden gesteuert werden, sowie Cybersicherheit unter die technische Schadenverhütung.

 

Bild: © alphaspirit / fotolia.com

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