Wie Unternehmen Social Media nutzen können

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Soziale Netzwerke sind spätestens seit dem Hype um Facebook auch für Unternehmen interessant geworden. Denn sowohl Business-to-Consumer (B2C) als auch Business-to-Business (B2B) Interaktionen können auf Social Media bequem stattfinden. Hinzu kommt das gigantische Potenzial von kostenlosem Marketing, mit welchem Millionen von Nutzern erreicht werden können. Doch der Umgang mit Facebook und Co. sollte gelernt sein.

2021 gibt es weltweit etwa 4,2 Milliarden Social Media Nutzer. Das ist mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. In Deutschland sind es etwa 66 Millionen – 80 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Jeder dieser Nutzer verbringt jeden Tag etwa eine Stunde und 20 Minuten in sozialen Netzwerken. Auf eine spezielle App oder Website wird sich aber nicht fokussiert. Vielmehr nutzen Deutsche im Schnitt sechs verschiedene Accounts für die unterschiedlichsten Netzwerke.

Drei von vier Unternehmen nutzen Social Media bereits

Die Wirtschaft hat das Potenzial sozialer Plattformen bereits seit vielen Jahren für sich entdeckt und mittlerweile tummeln sich 73 Prozent aller Unternehmen auf Facebook und anderen Netzwerken.

Die Größe des Unternehmens spielt hierbei eine entscheidende Rolle: fast jeder Betrieb mit mehr als 500 Mitarbeitern ist online mit einem Account vertreten, bei 100 bis 499 Angestellten sind es immerhin 88 Prozent. Bei KMU ab 20 Beschäftigten sind es 68 Prozent.

Besonders beliebt sind Facebook, LinkedIn und Xing, welche zu 99 Prozent eingesetzt werden. Twitter folgt abgeschlagen mit 60 Prozent, auf YouTube kommt als Netzwerk nur in 41 Prozent zum Einsatz. Instagram wird nur von jedem vierten Unternehmen mit Social-Media-Präsenz genutzt.

Guter Content benötigt eine Strategie

Dass Betriebe sich mit Plattformen, die mehr Wert auf Videos und Bilder als Text legen eher schwertun, ist nicht überraschend. Viele Firmen ist der Aufwand, der benötigt wird, um sich auf neuartigen Netzwerken zu etablieren, einfach zu hoch.

Eines der größten Probleme ist die Nutzergewinnung: soziale Medien sollen hauptsächlich genutzt werden, um mehr Kunden für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Doch wie lassen sich Abonnenten und Follower für Social-Media-Kanäle gewinnen?

Hier benötigt es einer Social-Media-Strategie. Um den Prozess der Nutzergewinnung zu beschleunigen, können Unternehmen beispielsweise Instagram Likes kaufen. Dadurch werden Beiträge des eigenen Betriebs stärker von Algorithmen auf dem jeweiligen Netzwerk beachtet und potenzielle Kunden werden schneller auf das Unternehmen aufmerksam.

Dies allein reicht auf lange Zeit aber nicht, um erfolgreich zu sein. Denn jede Plattform benötigt ein anderes Vorgehen, anderen Content und hat andere Vorteile.

Für jede Aufgabe die richtige Plattform

Der Hauptgrund für die Nutzung von Social Media ist die Stärkung der eigenen Markenidentität. Denn durch Printmedien, aber auch über Radio und Fernsehen können kaum noch junge Menschen erreicht werden. Und auch bei älteren Menschen steigt die Nutzungsrate sozialer Netzwerke jedes Jahr weiter.

Doch wie bei klassischer Werbung ist auch Marketing auf Social Media stark von der jeweiligen Plattform abhängig und erreicht jeweils andere Zielgruppen. Und laut einer Bitkom-Studie sollte jeder Online-Beitrag gut überlegt sein, da es sonst zu Gegenwind kommen kann.

Wo gibt es was?

Facebook ist noch immer das meistgenutzte soziale Medium weltweit und hat in Deutschland etwa 30 Millionen Nutzer. Zum Vergleich: das EM-Fußballendspiel zwischen England und Italien sahen in Deutschland etwa 21 Millionen Menschen.

Facebooks Nutzer sind aber kaum interaktionsfreudig: Wer über 18 ist, likt in seinem Leben gerade einmal eine Facebook Seite. Dafür werden monatlich sieben Likes und drei Kommentare auf Posts verteilt und jeder Nutzer klickt auf 14 Ads pro Monat. Besonders erfolgreich sind E-Commerce, Einzelhandel und Fashion auf Facebook.

Auf Instagram tummeln sich 14- bis 29-Jährige momentan am meisten. Unternehmen mit einer eher jungen Zielgruppe sind hier also richtig. Über kurze Videoformate, sogenannte Storys und traditionelle Beiträge mit Bildern, lassen sich hier 21 Millionen Nutzer erreichen.

Und diese sind offen für Werbung: 90 Prozent aller Instagram Nutzer folgen mindestens einem Unternehmensaccount und 1/3 der meistgeschauten Storys kommt von Unternehmen oder Brands. Betriebe aus dem Lifestyle-, Automobil- und Sportsektor können hier besonders bei Nutzern punkten.

YouTube eignet sich währenddessen für Videos mit einer Länge von über zwei Minuten. Aber Achtung: hier erwarten die Nutzer einen Mehrwert vom Video, egal ob informativ oder unterhaltend. Sonst gibt es einen Dislike.

XING und LinkedIn eignen sich derweilen zur Personalbeschaffung, aber auch zum Networking, um Unternehmenspartner zu finden. Viele IT-Unternehmen benutzen beide Plattformen sehr aktiv.

Snapchat ist besonders bei jungen Menschen sehr beliebt und gilt vorwiegend als Messenger. Doch die Plattform hat 2020 fast eine Milliarde Dollar mit Werbung erwirtschaftet und ist durch den Einsatz individueller Filter besonders für die Kosmetikbranche interessant.

Wer viel mit Kunden interagieren möchte, sollte sich auf Twitter umschauen. Hier zeigen sich viele Nutzer skeptisch gegenüber Werbung, aber offen für Dialoge. Auch für den Kundensupport eignet sich Twitter.

Der richtige Marketingmix macht den Unterschied

Unternehmen, die erfolgreich auf sozialen Netzwerken sein wollen, sollten sich also näher mit den einzelnen Plattformen beschäftigen. Denn das bloße Erstellen einer eigenen FacebookSeite wird kaum Kunden anziehen.

Langfristig sollten auch deshalb Social-Media-Manager eingesetzt werden, um effektive Strategien für das Online-Marketing zu entwickeln. Umso individueller die eigene Strategie, umso stärker sticht der eigene Betrieb aus der Konkurrenz heraus. Und nur so können Unternehmen auch auf lange Zeit erfolgreich sein.