Elterntaxi: in Corona-Zeiten keine gute Idee

Pünktlich zum Schulbeginn stauen sich „Elterntaxis“ vor den Schuleingängen. Die Corona-Pandemie verschärft gerade ein bekanntes Problem, denn viele Eltern fragen sich, ob es nicht sicherer ist, wenn sie ihr Kind direkt mit dem Auto zur Schule fahren. Aber auch der Verkehrsstau vor dem Schultor, wo verschiedenste Verkehrsteilnehmer in Eile aufeinandertreffen, ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr, insbesondere für Schulkinder.

Unfallkassen und Berufsgenossenschaften weisen immer wieder im Rahmen ihrer Präventionskampagne kommmitmensch hin und rufen dazu auf, andere Lösungen zu suchen.

Sabine Bünger, Leiterin des Sachgebietes „Verkehrssicherheit in Bildungseinrichtungen“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und Präventionsexpertin der Unfallkasse Nord weist deshalb darauf hin:

„Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, kann der Verkehrsstau vor dem Schultor schnell gefährlich werden. Damit sich die Verkehrssituation vor Schulen entspannt, empfehlen wir, den Schulweg in erster Linie zu Fuß oder, je nach Alter, mit dem Rad zurückzulegen. Wenn das nicht möglich ist, kann die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln helfen. Kann auf das Auto als Transportmittel nicht verzichtet werden, sollten Eltern versuchen, nicht direkt vor dem Schultor zu parken, sondern etwas entfernt, um die Verkehrssituation zu entzerren. Viele Kommunen haben dafür bereits vorgesehene Kurzparkplätze geschaffen, die so genannten Kiss & Ride Zonen.“

Angesichts zunehmend voller Busse und Bahnen, kann bei Eltern die Befürchtung auftauchen, dass sich ihre Kinder auf dem Schulweg mit dem Coronavirus anstecken. Was man zum Infektionsschutz auf dem Weg zur Schule tun kann, beschreibt eine Handlungshilfe der gesetzlichen Unfallversicherung.

„Um den Schulweg auch in diesen Zeiten für die Jüngsten möglichst sicher zu machen, raten wir allen Eltern: Üben Sie rechtzeitig mit Ihren Kindern den Schulweg. Begleiten Sie sie auf dem Schulweg, damit sie die Gefahren kennenlernen, “ so Sabine Bünger. „Gehen die Kinder zu Fuß oder fahren sie mit dem Rad zur Schule, bekommen sie gleichzeitig Bewegung. Auch das ist ein positiver Nebeneffekt.“

Hintergrund „kommmitmensch“

kommmitmensch ist die bundesweite Präventionskampagne von Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihrem Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Hintergrund ist, dass die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren nicht mehr deutlich gesunken ist. Um dem Ziel der Vision Zero, einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen, weiter näher zu kommen, braucht es deshalb einen ganzheitlichen Ansatz: kommmitmensch unterstützt Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind.

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Bild: © hedgehog94 – stock.adobe.com

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