Private Altersvorsorge: Aktien zum Vermögensaufbau?

Wer im Rentenalter seinen Lebensstandard halten möchte, kommt an der privaten Altersvorsorge nicht vorbei. Allerdings zeigen Berechnungen von Verivox, dass schon mit kleinen monatlichen Beträgen genügend Kapital für eine ausreichende Zusatzrente im Alter angespart werden kann.

Wer früh genug anfängt, kann sich mit weniger als 90 Euro im Monat 1.000 Euro zusätzliche Rente sichern.

Kapitalbedarf für 1.000 Euro Extra-Rente

Um sich 25 Jahre lang eine Extra-Rente von anfangs 1.000 Euro zu zahlen, benötigt 319.223 Euro Vermögen.

In der Hochrechnung von Verivox wird das Geld im Rentenalter ausschließlich konservativ angelegt. Da im langjährigen Schnitt der letzten 16 Jahre sichere Bankzinsen bei 1,40 Prozent lagen, wird mit dieser Verzinsung in der Rentenphase gerechnet.

Wegen der Teuerung sollen die monatlichen Auszahlungen steigen – jedes Jahr um 1,7 Prozent; das ist die durchschnittliche Inflationsrate seit der Wiedervereinigung.

Die Kalkulation der monatlichen Sparraten hängt von zwei Faktoren ab: dem eigenen Alter und der erzielten Rendite.

Aktien für langfristigen Vermögensaufbau

Mit einer Sparbuchanlage müsste ein 45-jähriger Sparer jeden Monat über 1.000 Euro zurücklegen, um sich mit 67 Jahren 1.000 Euro Rente auszuzahlen. Junge Sparer im Alter von 25 müssten über 500 Euro aufs Sparbuch einzahlen. Für junge Menschen kaum zu stemmen.

Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, erklärt:

„Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Aktien am besten geeignet. Sie bieten das höchste Renditepotenzial und auf lange Sicht relativieren sich Kursrisiken.“

Wer 45 Jahre alt ist, hat bis zum gesetzlichen Renteneintritt noch 22 Jahre Zeit für den Vermögensaufbau. Wer über einen solch langen Zeitraum mit einem Sparplan jeden Monat in die 30 Standardwerte des DAX investiert hat, hatte historisch noch nie eine schlechtere Jahresrendite als 5,0 Prozent. Im Schnitt durften sich Anleger sogar über 8,9 Prozent Jahresrendite freuen.

Je früher desto besser

Für einen 25-Jährigen reichen mit einer solchen Rendite schon 87 Euro im Monat, um sich bis zum Ruhestand genügend Kapital für 1.000 Euro Zusatzrente zusammenzusparen. Die Abgeltungssteuer inklusive Solidaritätszuschlag sind dabei bereits berücksichtigt.

Auch 35-Jährige haben mit einem DAX-Sparplan eine realistische Chance auf ein Rentenplus von 1.000 Euro monatlich. Bei durchschnittlichem Börsenverlauf reichen dafür gut 200 Euro im Monat.

45-Jährige müssten selbst mit 8,9 Prozent Rendite fast 490 Euro im Monat investieren, damit es im Alter für 1.000 Euro extra reicht.

Wie lange ist die Rente sicher?

67-Jährige können nach der aktuellen statistischen Lebenserwartung mit 18 Jahren Rentenbezug rechnen. Der Entnahmeplan für die Zusatzrente ist mit einem Sicherheitspuffer auf eine Dauer von 25 Jahren angelegt.

Wer sehr alt wird, dem kann dennoch irgendwann das Geld ausgehen. Eine Garantie für eine lebenslange Auszahlung würde eine Rentenversicherung bieten. Dafür hat der Entnahmeplan den Vorteil, dass Sparer über ihr Vermögen jederzeit flexibel verfügen können.

Allerdings müssen Sparer beachten, dass in 22 oder 42 Jahren, wenn sie in Rente gehen, 1.000 Euro nicht mehr denselben Wert wie heute haben. Deswegen ist eine großzügigere Kalkulation notwendig.

Drei Grundregeln für die Vermögensbildung

Oliver Maier erläutert drei einfache Grundregeln für die Geldanlage:

Regel 1: Auf eine breite Streuung achten

„In eine einzelne Aktie zu investieren, ist immer riskant. Börsengehandelte Indexfonds – sogenannte ETF – bilden einen großen Aktienindex eins zu eins ab. Wer einen DAX-ETF kauft, streut sein Investment automatisch über die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften. Mit einem ETF auf den MSCI World verteilen Anleger ihr Kapital sogar auf über 1.600 große Unternehmen weltweit.“

Regel 2: Kostendisziplin steigert die effektive Rendite

„Alle Kosten gehen zulasten der Rendite. Wer über hundert Euro im Jahr für sein Wertpapierdepot ausgibt, muss das erst einmal wieder hereinholen. Ein gutes Online-Depot kostet nichts und bietet häufig sogar Sonderkonditionen für Sparpläne auf ETF. So können sich Anleger auch noch die Ordergebühr für den Wertpapierkauf sparen. Bei der Auswahl ihrer Fonds sollten Verbraucher die Gesamtkostenquote (TER) im Blick haben. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds fließen jährlich oft rund 2 Prozent des Fondsvermögens in Verwaltung und Vertrieb. Ein guter DAX-ETF kommt mit einem Zehntel dieser Kosten aus.“

Regel 3: Gewinne gleich wieder investieren

„So genannte thesaurierende Fonds schütten Dividenden nicht an die Anleger aus, sondern reinvestieren sie sofort wieder. Künftige Wertsteigerungen wirken sich dadurch umso stärker aus. Es entsteht eine Dynamik, die mit dem Zinseszinseffekt vergleichbar ist. Je länger der Anlagezeitraum, desto größer sind die Auswirkungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds deshalb am besten geeignet.“

 

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