Alternative Anlagen als Pensionsvermögen

Pensionsanleger haben ihre Anlagestrategie unter dem Druck des anhaltenden Niedrigzinsumfelds angepasst und sehen sich mit den neuen Asset-Allokationen aufgestellt, berichtet Willis Towers Watson in der aktuellen Studie „Pension Risk Management und Anlage von Pensionsvermögen 2018“. Es wurden insgesamt 36 Pensionsanleger (CTA, Pensionskassen, Versorgungswerke und Zusatzversorgungskassen) mit insgesamt 124 Mrd. Euro Pension Assets detailliert zu ihrer Anlagestrategie und Asset-Allokation befragt und die Angaben getrennt nach Anlegergruppen ausgewertet.

Die Unternehmen investieren ihre Pensionsvermögen zu 63 Prozent in Renten (2017: 69 Prozent), zu 17 Prozent in Aktien (2017: 20 Prozent) und zu 20 Prozent in Immobilien, Alternatives und Kasse (2017: 11 Prozent). Durch eine höhere Diversifikation und verstärkte Hinzunahme alternativer Anlagen sind die erwarteten Portfoliorenditen über den Zehnjahreshorizont im Vergleich zu 2017 im Schnitt um 0,5 Prozent gestiegen.

Speziell Pensionsvermögen regulierter Anleger werden stärker in alternative Anlagen und Immobilien angelegt (+ 5 Prozent), die Allokation in Anleihen wurde hingegen zurückgefahren (- 2 Prozent). Innerhalb der alternativen Anlagen ist der Anteil an illiquiden Anlagen deutlich gestiegen (+ 24 Prozent).

Illiquide Kreditstrategien auf der Überholspur

Das größte Volumen innerhalb der Allokation in alternative Anlagen ist weiterhin Private Equity (36 Prozent). Illiquide Kreditstrategien, wie beispielsweise die direkte Unternehmensfinanzierung (Direct Lending) haben stark zugenommen (+ 11 Prozent).

Nigel Cresswell, Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson, kommentiert das Ergebnis der Studie:

„Die Portfolien wurden weiter diversifiziert und insbesondere illiquide alternative Anlageklassen stärker berücksichtigt. Das ist angesichts des weiterhin niedrigen zukünftigen Renditeumfelds sinnvoll und notwendig.

Insgesamt sind die Anleger damit besser aufgestellt, auch in Zukunft auskömmliche Renditen zu erwirtschaften. Allerdings müssen die Diversifizierung und die stärkere Berücksichtigung illiquider Anlageklassen konsequent weiterverfolgt werden.

Die prognostizierten Renditen sind zwar deutlich gestiegen. Dennoch stellt sich bereits heute die Frage, ob die aktuellen Portfoliopositionierungen zur Erzielung des Rechnungszinses ausreichen werden.“

 

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