Versicherungsinnovationen und Risiken durch Internet der Dinge

Das Internet der Dinge (IdD) könnte zu mehr Innovationen in der gesamten Versicherungs-Wertschöpfungskette entstehen, einschließlich der Art und Weise, wie Schäden in Zukunft reguliert werden, so neueste Untersuchungen von Lloyd’s.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Komplexität und damit auch Risiken erhöhen.

„Networked World: Risks and Opportunities in the Internet of Things“ analysierte die Auswirkungen des IdD auf den Versicherungssektor und wurde veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy (STEaPP) des University College London (UCL) und dem PETRAS Internet of Things Research Hub.

Datenerfassung und -verwaltung

Das IdD wird zu einer Datenerfassung und -verwaltung in beispiellosem Umfang führen. Daraus könnten eine bessere Risikobewertung und Produkte resultieren, die flexibler, noch individualisierter und in Echtzeit verfügbar sind. Es könnte außerdem zu verstärkten Bedenken von Versicherungsnehmern hinsichtlich der Verwendung und Richtigkeit ihrer Daten führen.

Neue Geschäftsmodelle

Durch die Vernetzung werden neue Geschäftsmodelle geschaffen, bei denen mehr über die Versicherten bekannt wird. Policen werden in Echtzeit maßgeschneidert erstellt und betrügerische Forderungen schneller erkannt. Durch die Erstellung personalisierter Policen haben die Versicherer auch die Möglichkeit, Risiken genauer vorherzusagen und zu minimieren.

Neue Bedrohungsszenarien

Allerdings ist auch die Entstehung neuer Bedrohungsszenarien möglich, was den Anspruch an Versicherer, neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten, erhöhen wird. Ausmaß und Veränderlichkeit der möglichen Störungsart werden sich auf mehrere Sektoren und Branchen auswirken.

Versicherern wird es zudem aufgrund der Bandbreite und Qualität der derzeit für das IdD bestehenden Sicherheitsstandards schwerfallen, Risikobewertungen durchzuführen. Zudem gibt es entscheidende blinde Flecken in der Regulierung und Zulassung von IdD-Geräten und deren Auswirkungen. Dazu gehören Unsicherheiten in Bezug auf Zuschreibung und Haftung bei Fehlern.

Dr. Trevor Maynard, Innovationsleiter (Head of Innovation), sagte:

„Die Versicherer sollten eine Rolle bei der Gestaltung der IdD-Landschaft spielen, und Lloyd’s hat mehrere Optionen vorgeschlagen, von der Führung bei der Datenstandardisierung bis hin zur Zusammenarbeit mit Regierungen und Technologieunternehmen. Die Versicherer sollten proaktiv mit den Kunden sprechen, um alle mit dem IdD verbundenen Risiken zu überprüfen, zu bewerten und sie über bewährte Verfahren und geeignete Risikolösungen zu informieren. Hierdurch gestalten sie die Entwicklung des IdD-Ökosystems in dem sie tätig sind.“

 

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