Sparverhalten in Deutschland

Einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zufolge spart die Mehrheit der Deutschen trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase – auch wenn ihr Anteil in den vergangenen Jahren allerdings deutlich gesunken ist.

Dr. Andreas Martin, BVR-Vorstand, dazu:

„Sparen ist von elementarer Bedeutung für jeden Einzelnen. Insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels spielt das bewusste Sparen eine wichtige Rolle bei der Schließung der drohenden Rentenlücke im Zuge des rückläufigen Versorgungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung.“

71 Prozent sind Sparer

Nach den aktuellen Zahlen der BVR-Umfrage zum Sparverhalten legen noch 71 Prozent der Bundesbürger einen monatlichen Geldbetrag zur Seite. Im Jahr 2016 hatte der Anteil noch bei 80 Prozent gelegen. Der Anteil an Nichtsparern ist insbesondere bei Geringverdienern besonders ausgeprägt.

Dr. Andreas Martin sagt:

„Grund für den rückläufigen Anteil an Sparern dürfte in erster Linie die seit 2016 vorherrschende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sein, durch die das allgemeine Zinsniveau noch einmal deutlich gefallen ist. Dieser Trend macht sich auch in der seit 2016 stagnierenden Zahl von Riester-Verträgen bemerkbar.“

Sparbeiträge sind höher

Da die Sparbeträge insgesamt gestiegen sind, wird der negative Effekt der Nichtsparer mehr als ausgeglichen. Hierbei dürften vor allem die Bezieher höherer Einkommen eine tragende Rolle gespielt haben. Vor diesem Hintergrund stieg auch die Sparquote, das heißt das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent.

Wertpapiere mit höchstem Nachfrageplus

Wertpapiere verzeichneten in 2017 und 2018 das höchste Nachfrageplus. Getrieben wurde die Nachfrage nach Anlagen mit mehr Risiko und Rendite in erster Linie vom aktuellen Niedrigzinsniveau. So stieg von Ende 2016 bis zum ersten Quartal 2018 das Sparen in Wertpapiere um mehr als 27 Milliarden auf 63,9 Milliarden Euro. Besonders beliebt waren Investmentzertifikate und Aktien. Rentenpapiere mussten hingegen wie bereits in den vergangenen Jahren einen Mittelabfluss hinnehmen, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren.

Insbesondere Bundesbürger mit überdurchschnittlichen Einkommen dürften ihr Augenmerk verstärkt auf Wertpapiere gerichtet haben.

Geldvermögensbildung gestiegen

Bankeinlagen erhielten absolut betrachtet weiterhin den größten Zuspruch in Höhe von 105,6 Milliarden Euro. Das Versicherungssparen stieg im vergangenen Jahr um 70,6 Milliarden Euro. Insgesamt lag die Geldvermögensbildung Ende des ersten Quartals 2018 in der gleitenden 4-Quartalssumme bei 227,1 Milliarden Euro und damit gut 19 Milliarden Euro höher als Ende 2016. Getragen wurde der Anstieg der Geldvermögensbildung von der höheren Sparsumme und der erhöhten Kreditaufnahme der Bundesbürger.

Gesamtvermögen der Bundesbürger

Das Gesamtvermögen der Bundesbürger lag zum Ende des vergangenen Jahres nach Einschätzung des BVR bei 15.119 Milliarden Euro.

Größte Posten des Gesamtvermögens sind neben dem Geld-, das Gebrauchs- und das Immobilienvermögen sowie das Vermögen in Grund und Boden.

Das Finanzvermögen machte Ende des abgelaufenen Jahres mit 6.046 Milliarden Euro rund 40 Prozent des gesamten Brutto-Vermögens der privaten Haushalte aus. Übertroffen wurde der Anteil des Finanzvermögens nur vom Immobilienvermögen inklusive Landbesitz. Ihr Anteil lag in der Summe bei knapp 52 Prozent des Gesamtvermögens. Unter Hinzunahme der sehr kleinen Posten Nutzpflanzen, Ausrüstungen und geistigem Eigentum lag der Anteil des Gebrauchsvermögens Ende 2017 bei etwas mehr als 8 Prozent des Bruttovermögens. Bereinigt um die Verbindlichkeiten der Bundesbürger in Höhe von 1.744 Milliarden Euro ergibt sich ein Netto- bzw. Reinvermögen von 13.375 Milliarden Euro.

 

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