Skiunfall bei Reise zur Teambildung ist kein Arbeitsunfall

Das Sozialgericht Stuttgart entschied, dass ein Unfall beim Skifahren im Rahmen einer mehrtägigen vom Arbeitgeber finanzierten und organisierten Reise zur Teambildung nicht als Arbeitsunfall zu werten ist.

Als der Kläger als Angestellter an einer mehrtägigen Teambildungsfahrt teilnahm, verunfallte er beim Skifahren. Er wollte dies als Arbeitsunfall anerkennen lassen. Die Kammer sah das Skifahren als unversicherte Tätigkeit an.

Unfallversicherung bei Gemeinschaftsveranstaltungen

Auch wenn nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts Gemeinschaftsveranstaltungen, die einen betrieblichen Zweck verfolgen, unter dem Schutz der Unfallversicherung stehen können, müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So steht eine Veranstaltung, die mit Gefahren verbunden ist, die erwarten lassen, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Belegschaft von der Teilnahme Abstand nehmen wird, oder wenn die Veranstaltung aus sonstigen Gründen so ausgelegt ist, dass davon auszugehen ist, dass ein Teil der Belegschaft an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen kann oder will, nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht.

Skifahren erfüllt nicht Voraussetzungen

Nach Ansicht der Kammer war die Tätigkeit des Skifahrens objektiv nicht geeignet, den Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern zu stärken. Von der Tätigkeit des Skifahrens seien bereits diejenigen Teilnehmer ausgeschlossen, die nicht Skifahren könnten oder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage seien, diese Betätigung auszuüben.

Hinzu komme, dass Skifahren mit nicht unerheblichen Verletzungsgefahren verbunden sei, sodass nach objektiven Kriterien davon auszugehen sei, dass ein Teil der Belegschaft auch aus diesen Gründen hiervon Abstand nehmen werde.

Weiterhin sei während des Skifahrens eine Durchmischung der Belegschaft nicht möglich, da nur diejenigen an dieser Veranstaltung teilnähmen, die auch Skifahren könnten.

Schließlich stehe, auch wenn Kommunikation beim Skifahren möglich sei, weder diese noch die Gemeinsamkeit im Vordergrund der Tätigkeit.

Urteil vom 29. November 2017 (Sozialgericht Stuttgart, S 13 U 4219/16)

 

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