Digitaler Dauerbeschuss – Deutsche Industrie im Cyber-Kreuzfeuer

Das Ergebnis der aktuellen „Wirtschaftsschutzstudie 2018“des Digitalverbandes Bitkom, für die 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen befragt wurden, kann einem Angst machen. Von digitalen Kleinkriminellen über die organisierte Kriminalität bis hin zu Hackern im Regierungsauftrag ­– es werden definitiv nicht weniger.

Die deutsche Industrie ist immer mehr im Fadenkreuz von Cyberkriminalität: Für gut 8 von 10 Unternehmen –­ das sind immerhin 84 Prozent der Befragten ­– hat die Anzahl der Cyberattacken in den vergangenen 2 Jahren zugenommen, für mehr als ein Drittel (satte 37 Prozent) sogar stark.

Die Gefahr steigt – davon sind 82 Prozent der befragten Unternehmen überzeugt. Sie befürchten, dass die Anzahl der Cyberattacken auf ihr Unternehmen in den nächsten 2 Jahren zunehmen wird. 41 Prozent gehen auch davon aus, dass die Angriffe sogar stark zunehmen werden.

Lediglich 15 Prozent der 503 Geschäftsführer schätzen, dass die Zahl der Angriffe gleich bleiben wird.

Safety First – sollte man meinen…

Wenn es um das Minimum an Sicherheitsmaßnahmen geht, sind alle aktiv: Alle befragten Unternehmen (100 Prozent) setzen auf Passwortschutz auf allen Devices, Firewalls, Virenscanner und regelmäßige Backups. Allerdings werden nur bei 24 Prozent Penetrationstests durchgeführt!

Zudem hat nur jedes fünfte Industrieunternehmen (20 Prozent) Intrusion Detection Systeme im Einsatz. Lediglich jedes zwanzigste Großunternehmen setzt KI für ihre IT-Sicherheit ein.

Bei einer Firmengröße ab 500 Mitarbeitern nutzen nur 5 Prozent künstliche Intelligenz, um sich gegen Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage zu schützen. Für satte 84 Prozent der Gesamtindustrie ist das noch überhaupt gar kein Thema! Da wird eine Clean-Desk-Policy, die dann widerum von der Hälfte aller Unternehmen zum Einsatz kommt, auch keinen großen Schutz bieten.

59 Prozent der Befragten lassen Background-Checks bei potenziellen Mitarbeitern durchführen, die in sensiblen Positionen arbeiten. Bei ebenso vielen Unternehmen werden die Angestellten zu Sicherheitsthemen geschult oder haben einen Sicherheitsverantwortlichen bestellt.

Erst kürzlich hatte Bitkom Daten zum Wirtschaftsschutz in der Industrie vorgestellt. Danach ist der Industrie durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage in den vergangenen 2 Jahren ein Gesamtschaden von 43,4 Milliarden Euro entstanden!

7 von 10 Industrieunternehmen (68 Prozent!) sind in diesem Zeitraum Opfer gewesen. Da kann man nur hoffen, dass die Sicherheitslücken bald geschlossen werden, ansonsten weiten diese sich von selbst aus.

 

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