Start-ups: Bedrohung oder Bereicherung für Branche?

Wie verändert sich die Versicherungsbranche durch Start-ups? Wie steht es um die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Versicherungen? Dies waren die Kernfragen der zweiten Insight-Befragung.

Insgesamt werden die Entwicklungen und Impulse durch Start-ups in der Assekuranz positiv eingeschätzt.

InsurTechs für Schnittstelle zum Kunden relevant

94 Prozent der Versicherer schätzt die neuen Marktteilnehmer als eher bis sehr relevant für den Kundenservice und für den Vertrieb ein. Auch im Schadenmanagement (89 Prozent) und in der Produktentwicklung (78 Prozent) wird den Start-ups eine hohe Bedeutung beigemessen. Darüber, dass InsurTechs den Markt verändern werden, sind sich die Experten also einig.

InsurTechs: Bedrohung oder eine Bereicherung?

Den Teilnehmern zufolge überwiegen die positiven Effekte und Impulse, die die neuen Player in den Markt bringen. Auch hier werden wieder kundennahe Bereiche, etwa der Kundenservice, Produktentwicklung sowie das Schadenmanagement, ganz vorn angeführt.

Mit Blick auf die verschiedenen Befragungsgruppen, Versicherer und Nicht-Versicherer, unterscheidet sich die Rangfolge der Top-3-Bereiche leicht. Dass sich Start-ups eher negativ auf Versicherungsunternehmen auswirken werden, wird am ehesten in den Bereichen Underwriting und Vertrieb angenommen, allerdings erwartet keiner der Befragten eine sehr negative Wirkung der Jungunternehmen.

Kooperation statt Konfrontation

Rund ein Drittel der befragten Branchenexperten gab an, regelmäßig und systematisch nach Start-ups zu suchen, knapp 40 Prozent machen dies eher sporadisch bei Bedarf. Die Suche findet dabei meist klassisch über (Online-)Recherchen statt. Aber auch Kooperationen mit Start-up-Programmen wie dem New Players Network oder Networkingevents dienen dazu, Kontakte zur Start-up-Szene herzustellen.

Rund 60 Prozent der Befragten kooperieren bereits heute mit Start-ups. Zu den häufigsten Kooperationsformen zählten dabei mit 31 Prozent die Zusammenarbeit mit Start-ups im Bereich der Technologiedienstleistungen und Support sowie mit 27 Prozent Partnerschaften, um beispielsweise neue Produkte zu entwickeln.

Zugang zu neuen Technologien und Innovationen

Gut 40 Prozent der Befragten erhoffen sich von der Zusammenarbeit mit Start-ups ganz klar Zugang zu neuen Technologien und Innovationen. Weiterhin spielen auch die Stärkung des eigenen Geschäftsmodells sowie die Erweiterung dieses für 23 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten eine Rolle.

Die Beratung von Start-ups sowie die Zusammenarbeit zur Gewinnung von Mitarbeitern oder Daten wurden hingegen nicht als primäre Kooperationsziele genannt.

Bei den Technologien, die durch die Kooperationen erschlossen werden sollen, stehen die Themen künstliche Intelligenz und Data Science ganz oben auf der Wunschliste der befragten Teilnehmer. Es folgen die Bereiche Internet of Things, Smart Contracts, Smart Home und Smart Data. Für das Thema Bioprinting zeigten die Befragten hingegen kein großes Interesse.

 

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