Laura Kauther: Coya soll Europas größte digitale Versicherung werden

Auf der 4. InnoVario – Ideen- und Innovationsmarktplatz für die Versicherungswirtschaft treffen erneut Fach- und Führungskräfte von Versicherern auf Vertreter verschiedener Akteure mit innovativen Ansätzen rund um die Assekuranz. Die 4. InnoVario findet am 19. und 20. November 2018  im Kameha Grand in Bonn.

Mit dabei ist dieses Mal auch Laura Kauther, Vorstand beim Versicherungs-Start-up Coya AG. Im Interview erzählt sie über Innovationstreiber in der Assekuranz, was sie sich von der InnoVario erwartet und das Besondere an Coya.

Was beziehungsweise wen sehen Sie als Innovationstreiber in der Assekuranz?

Alles, was sich im Umfeld der Kunden und damit ihre Lebenssituation nachhaltig (digital) verändert, kann aktuell ein Innovationstreiber sein.

In welchen Bereichen der Versicherungswirtschaft sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen, hervorgerufen durch die Digitalisierung?

Die Versicherungswirtschaft ist im Zuge der Digitalisierung auf dem Weg, sich vom „Kostenerstatter“ zum Service-Provider neu zu erfinden. Zu den größten Herausforderungen zählt dabei sicher, die unterschiedlichen technischen Systeme intelligent miteinander zu verbinden und auf den neuesten Stand zu bekommen. Das ist dringend notwendig, denn die Versicherungsnehmer haben kein Verständnis mehr für langwierige Prozesse; sie erwarten, dass gewisse Dinge schneller und transparenter laufen. Sie sind es aus anderen Branchen gewohnt – Stichwort Online-Banking.

Betrachtet man die Prozesse, Strukturen und Produkte eines traditionellen Versicherers, stellt man leicht fest, dass sie tatsächlich weit davon entfernt sind, wirklich kundenorientiert zu sein. Die Schadenbearbeitungszeit beträgt bei vielen zum Beispiel zwischen sechs und acht Wochen – die gleiche Zeit benötigt eine Schildkröte, um von Berlin nach Hamburg zu laufen.

Sie versprechen, Versicherungen ins digitale Zeitalter zu katapultieren. Was unterscheidet Sie von anderen InsurTechs?

Das sind drei Dinge: die BaFin-Lizenz, unsere Self-Made-Technologie sowie das Thema Unabhängigkeit, das uns sehr wichtig ist. Wir gehören zu keinem anderen großen Versicherer. Wir sind bei Coya ein vollständig gründergetriebenes Unternehmen mit einem Expertenteam aus der Versicherungs- und Technologiebranche. Bei uns treffen Start-up-Enthusiasten und starke Entrepreneure auf Versicherungsexperten und erfahrene Branchenprofis; alle eint dabei die Leidenschaft, die Versicherungsbranche kundenfokussiert neu zu denken.

Daneben haben wir eine deutsche Versicherungslizenz, die in Europa hoch angesehen ist. Da gehen andere Unternehmen einen anderen, durchaus einfacheren Weg – wir haben uns jedoch ganz bewusst für die Lizenzbeantragung bei der BaFin entschieden. Die Zulassungsbehörde investiert viel Zeit, um die Unternehmen zu prüfen. Das ist wichtig und gibt uns auch eine deutlich bessere Möglichkeit, eine vertrauenswürdige Marke aufzubauen. Mit unserer selbstentwickelten Technologie können wir für unsere Kunden dann da sein, wenn es darauf ankommt.

Welche Zielgruppe/n sprechen Sie mit Coya in erster Linie an?

Im Blick haben wir vor allem digital-affine Menschen, die moderne Technologien nutzen – eine Zielgruppe, die mit Besuchen von Versicherungsvermittlern nicht viel anfangen kann. Darunter fällt auch die Zielgruppe der 18- bis 40-Jährigen.

Nach langem Warten haben Sie kürzlich die BaFin-Lizenz erhalten – wie geht es jetzt weiter?

Wir bauen eine Sachversicherung auf und fokussieren uns dabei zunächst auf Privatkunden. Wir starten mit einer Hausratversicherung, es werden viele weitere Versicherungsprodukte folgen. Wir planen dabei auch mit neuartigen Konzepten. Produkt ist rein digital, wir verzichten komplett auf Papierkram.

Wo sehen Sie Coya in 5 Jahren?

Wir möchten uns nicht auf 5 Jahre festlegen. Wir sind gestartet, um Europas größte digitale Versicherung zu werden. Unser Ziel ist es, Menschen in einer sich schnell verändernden Welt einen flexiblen und individuellen Versicherungsschutz zu bieten, der auf modernen Technologien basiert und ihnen so ermöglicht, dann Schutz zu bekommen, wann sie ihn wirklich benötigen.

Welche Erwartungen haben Sie an die 4. InnoVario?

Spannende Vorträge und einen guten Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche!

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