Cyberkriminalität: Bedrohung für KMU

Da kleine Unternehmen oftmals nicht so massiv in Cybersicherheit und ihre IT-Infrastruktur investieren können wie Großunternehmen, sind sie ein attraktives Ziel für Datendiebe und Kriminelle. Denn das Risiko hängt nicht von der Unternehmensgröße ab.

Umso wichtiger sind eine wirksame Vorsorge und Notfallpläne für den Fall der Fälle, denn das Feld der Cyberkriminalität ist groß: Erpressung, Spionage, Datendiebstahl oder auch Sabotage.

Marc Berg, Experte für Cyberschutz bei der Allianz Generalagentur in Weilerswist, dazu:

„Cyberkriminalität wird in den meisten Unternehmen unterschätzt. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können sich in der Regel gar nicht vorstellen, Ziel einer Cyberattacke oder eines Datendiebstahls zu werden.“

Dabei ginge die Gefahr nicht nur von Wettbewerbern oder professionellen Cyberkriminellen aus, so Marc Berg, sondern oft seien sogar die eigenen Mitarbeiter Täter oder Mittäter.

Auf Opfer von Cyberkriminalität kommen meist sehr hohe Kosten zu, begonnen bei den Kosten für die technischen Maßnahmen zur Lösung des Problems über Betriebsunterbrechungen bis hin zu Rechtskosten. Deswegen ist neben der Prävention auch eine Absicherung der finanziellen Folgen und Risiken wichtig.

Marc Berg erläutert:

„Die Schwierigkeit für die betroffenen Unternehmen liegt darin, dass mehrere Dinge gleichzeitig passieren und geregelt werden müssen. Der Hack muss öffentlich gemacht werden, da sonst eine Strafanzeige droht. Kunden, Lieferanten und andere Betroffene haben ein Recht auf Information.

Das digitale Problem muss sofort gelöst und das System vor zukünftigen Angriffen geschützt werden. Der Umfang an Schäden für Dritte sowie Schadensersatzansprüchen ist oft schwer abzuschätzen. Der Eigenschaden kommt noch hinzu.“

Neben einem spezialisierten Anwalt für den Meldeprozess bei Behörden und im Umgang mit eventuellen Schadenersatzansprüchen sei auch ein Vorsorgekonzept sinnvoll, das von einer Versicherung rund um Cyber- und Datenschutz bis hin zu einem praktischen Notfallplan reiche, erklärt Marc Berg. Zudem seien externe Experten, die die Prozesse begleiten und die Schäden regulieren, notwendig.

 

Bild: © freshidea / fotolia.com

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