Geringeres Unfallrisiko bei der Arbeit

Im vergangenen Jahr ist in der gewerblichen Wirtschaft und im öffentlichen Dienst das Unfallrisiko bei der Arbeit erneut zurückgegangen. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), heute veröffentlicht hat.

Die relative Unfallquote verringerte sich von 21,89 auf 21,16 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter. Das Risiko, bei der Arbeit einen meldepflichtigen Unfall zu erleiden, lag damit im vergangenen Jahr so niedrig wie nie zuvor. Der Rückgang lässt sich über alle Branchen hinweg beobachten.

Lediglich im Handel gab es eine leichte Zunahme. Insgesamt lag das Unfallrisiko im Bau- und Verkehrssektor deutlich über dem Durchschnitt, im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung deutlich darunter.

Fälle von hellem Hautkrebs nehmen zu

Die Gesamtzahl der Fälle sank um 4,9 Prozent auf 38.080. Davon betrafen rund 18.400 Fälle arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch Feuchtarbeit (2016: 19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest (2016: 6.850).

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der helle Hautkrebs, die dritthäufigste Berufskrankheit, stieg um 165 Fälle. Insgesamt verzeichneten die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im vergangenen Jahr bei 3.887 Versicherten arbeitsbedingten hellen Hautkrebs (2016: 3.723).

Vor diesem Hintergrund rief DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer die Betriebe dazu auf, mehr in den Schutz der Beschäftigten zu investieren, die große Teile ihrer Arbeitszeit im Freien verbringen.

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen stellten bei rund 3.700 Versicherten eine Erkrankung fest, die durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurde. Auch für die Mehrheit der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit (2016: 2.573) war Asbest die Ursache.

Durchschnittsbeitragssatz ist gesunken

2017 lagen die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung bei rund 13,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 287 Millionen Euro oder rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dennoch sank der durchschnittliche Beitragssatz zu den Berufsgenossenschaften von 1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Er lag damit so tief wie nie zuvor in der Geschichte. Allerdings auch, weil die Entgelte, auf deren Grundlage der Beitrag berechnet wird, 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent zunahmen, auf rund 1 Billion Euro.

 

Bild: © Aunging / fotolia.com

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