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Bericht zur Finanzstabilität in Deutschland

Der Ausschuss für Finanzstabilität hat den fünften Bericht zur Finanzstabilität vorgelegt: das deutsche Finanzsystem ist stabil, Unsicherheitsfaktoren bestehen aber fort.

Auch wenn das konjunkturelle Umfeld in Deutschland günstig ist, könnte gerade aufgrund dessen Risiken unterschätzt werden. Denn es bestehen Stabilitätsrisiken, die sich weiter aufbauen könnten.

Lebensversicherer

Die deutschen Lebensversicherer kämpfen weiterhin mit den niedrigen Zinsen, denn die Marktzinsen sind derzeit deutlich niedriger als die durchschnittlichen Zinsgarantien der Lebensversicherer.

Dies macht es schwierig, ausreichend Erträge zu erwirtschaften, damit die langfristigen Verpflichtungen erfüllt werden können.

Die Solvenz der Lebensversicherer würde durch steigende Zinsen sich grundsätzlich verbessern, aber ein Zinsanstieg würde dem Bericht nach auch Risiken bergen: Schnell steigende Zinsen könnte zu einer Kündigungswelle führen, da die Kunden von einer höheren Rendite profitieren wollen. Dies könnte zu großen Liquiditätsabflüssen führen.

Um stille Reserven für künftige Verluste aufzubauen, investieren die deutschen Versicherer immer mehr in Investmentfonds.

Bankensektor

Die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung haben die Banken steigern können, aber das Niedrigzinsumfeld mit Zinsen nahe Null wirken sich weiterhin negativ auf Zinserträge aus.

Auch wenn die Ausfallraten bei Krediten derzeit sehr gering sind, hat sich die Risikovorsorge der Banken reduziert. Dadurch wurde die Ertragslage gestützt. Aber die Erträge sollten wenn möglich für den Eigenkapitalaufbau verwendet werden.

Cyberrisiken

Cyberangriffe sind zunehmend eine Gefahr für die Finanzstabilität. Der AFS fordert, Cyberrisiken nicht nur auf Ebene einzelner Finanzinstitute zu sehen, sondern eine systemweite Perspektive einzunehmen.

Krypto-Token

Krypto-Währungen sind vor allem Spekulationsobjekte und werden als Zahlungsmittel kaum genutzt. Da deutsche Versicherer, Banken und Fonds kaum involviert sind und das Marktsegment noch immer klein ist, sieht der AFS keinen Anlass, regulatorisch einzugreifen.

Wohnimmobilienpreise

Die Preise für deutsche Wohnimmobilien sind im Berichtszeitraum weiter gestiegen. Laut Berechnungen der Bundesbank im Jahr 2017 um 7 Prozent, was auf die hohe Nachfrage wegen der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt zurückzuführen ist.

Auch wenn die Finanzstabilitätsrisiken aus der Wohnimmobilienfinanzierung bislang eher begrenzt, könnten die Kreditsicherheiten allerdings überschätzt werden.

 

Bild: © aytuncoylum / fotolia.com