VersVermV vom Kabinett verabschiedet

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW begrüßen, dass das Bundeskabinett mit Beschluss vom 27. Juni 2018 die Versicherungsvermittlungsverordnung zur weiteren Beratung im Bundestag und Bundesrat verabschiedet hat.

Die Verordnung konkretisiert die Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) und ist für den gesamten Versicherungsvertrieb in Deutschland maßgeblich.

Schon in seiner ersten Stellungnahme zum Entwurf der VersVermV des Bundeswirtschaftsministeriums begrüßte der BVK den Zugewinn an Verbraucherschutz, die Wertschätzung der Versicherungsvermittler in ihrer Rolle für die Absicherung der Bevölkerung und geringere bürokratische Hürden.

Michael H. Heinz, BVK-Präsident, dazu

„Erfreulich ist außerdem für uns, dass ein vermittlerinternes Beschwerdemanagement von der Größe der Vermittlerbetriebe abhängig gemacht wurde. Damit sind die meisten Vermittler, die im überwiegenden Maße Kleinbetriebe sind, von der bürokratischen Einführung eines Verfahrens zur Verwaltung von Beschwerden befreit. Dies entspricht auch dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.“

Frank Rottenbacher, AfW-Vorstand, sagt:

„Wir nehmen mit Erleichterung zur Kenntnis, dass die Lernerfolgskontrolle nur noch beim Selbststudium gefordert wird. Somit müssen keine Tests mehr bei Präsenzseminaren geschrieben werden.“

Entfallen ist die verkürzte Stundenanforderung für das Jahr 2018, da eine solche Ausnahme in der EU-Richtlinie gar nicht vorgesehen ist. Deswegen gibt es auch in diesem Jahr die vollen 15 Stunden Weiterbildungspflicht.

An den inhaltlichen Anforderungen wurde u.a. verändert, dass nun auch die „Aufrechterhaltung der personalen Kompetenz“ als mögliches Ziel einer Weiterbildung akzeptiert werden wird. Gemeint ist damit die Sozialkompetenz des Vermittlers und die Fähigkeit zum „selbständigen Handeln gegenüber dem Kunden“. Somit werden nun also auch bestimmte Trainings als VersVermV-konforme Weiterbildung anerkannt. Außerdem wurden „Versicherungsanlageprodukte“ in den Katalog der anrechnungsfähigen Inhalte aufgenommen.

Der Bundestag hat nun drei Sitzungswochen Zeit, sich mit dem Verordnungsentwurf zu befassen. Tut er das nicht, wird der Entwurf an den Bundesrat weitergeleitet. Damit ist eine Verabschiedung vor der Sommerpause unmöglich.

 

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