Selbstständige: mehr Flexibilität & Transparenz bei Altersvorsorge

Selbstständige wünschen sich eine weitaus flexiblere und transparentere Altersvorsorge. So eine Studie von Civey unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance) im Auftrag von Vantik.

Dieses ist Voraussetzung, damit Selbstständige mehr für ihre Altersvorsorge tun, denn bis dato erwartet eine Mehrheit deutliche Einschränkungen des Lebensstandards im Alter.

Selbstständige informieren sich überwiegend gut oder sehr gut über Altersvorsorge im Allgemeinen und ihre persönliche Situation. Allerdings sind nach Auffassung von Prof. Hurrelmann zu viele Selbstständige mangelhaft informiert, denn anders als Beschäftigte müssen sie ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen.

Jeder fünfte von ihnen hat sich aber noch nicht intensiver mit Altersvorsorge beschäftigt, 38 Prozent wissen nicht, wieviel sie fürs Alter zurücklegen müssen, um ihren Lebensstandard halten zu können.

Prof. Klaus Hurrelmann dazu:

„Die Selbstständigen stellen den Banken und Versicherungen hierbei ein vernichtendes Urteil aus: 61 Prozent halten deren Informationen für unzureichend. Dabei werden von 44 Prozent aller Selbstständigen verständlichere Produktinformationen bzw. transparente Informationen (45 Prozent) als wichtige Faktoren für eine bessere und höhere Altersvorsorge genannt. Gerade bei jüngeren Selbstständigen steigen diese Werte auf über 60 Prozent.“

Prof. Klaus Hurrelmann sagt weiter:

„Dieses Informationsdefizit trägt zu einer mangelhaften Vorsorge der meisten Selbstständigen bei. 55 Prozent der Selbstständigen gehen davon aus, dass sie sich im Alter einschränken werden müssen. Unter weiblichen Selbstständigen sind dies sogar 65 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass nur 20 Prozent der Selbstständigen 1.000 und mehr Euro je Monat für das Alter zurücklegen, steht zu befürchten, dass die Quote der unterversorgten Selbstständigen sogar noch deutlich höher ist.“

Gerade Solo-Selbstständige planen ihre Zeit als Freelancer vielfach nicht als dauerhafte Erwerbssituation. Schon frühere Studien belegen, dass vor der Selbständigkeit oft 10 und mehr Jahre abhängige Beschäftigung liegen und dass nur 52 Prozent der Freelancer auch nach fünf Jahren noch solo-selbstständig sind.

Darum kann es nicht verwundern, dass mehr Flexibilität die Kernforderung der Selbstständigen ist, wenn sie nach Voraussetzungen für höhere Altersrücklagen gefragt werden. 62 Prozent wünschen sich dabei die Möglichkeit, Beiträge flexibel zu erhöhen, zu senken oder zu pausieren. 59 Prozent nennen die Möglichkeit zur Not, auch vorzeitig an das Vermögen zu kommen. Gleichzeitig erwarten sie aber Sicherheiten. Zumindest die eingezahlten Beiträge sollen erhalten bleiben – so 60 Prozent der Befragten.“

Til Klein, Vantik-Gründer, erwartet daher von der Rentenkommission in der Diskussion der künftigen Altersvorsorge für Selbstständige einen Zweiklang:

„Neben der oftmals sinnvollen Teilhabe an der vergleichsweise unflexiblen, staatlichen Rente bedürfe es einer zweiten Säule, die maximale Flexibilität und eine grundsätzliche Sicherheit der Beiträge verbindet. Das ist eine klare Absage an die bisherigen Regeln der privaten Altersvorsorge. So kann es auch nicht wundern, dass nur 3 Prozent der Selbstständigen Rürup nutzen – die jüngeren Befragten kommen sogar auf einen Wert von 0 Prozent.“

 

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