Tierschutzrecht: Hund im Sommer im Auto gelassen

Einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz begeht, wer seinen Hund bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurücklässt. Damit werden eine Anzeige und ein dreistelliges Bußgeld riskiert. Dies entschied das Amtsgericht München.

Hunde haben nur wenige Schweißdrüsen an den Pfoten und sind damit viel hitzeempfindlicher als Menschen. Dennoch lassen einige Hundehalter ihre Tiere im Sommer im Auto warten.

Aber ein Auto heizt sich sehr schnell auf: Bei 24 Grad Außentemperatur und Sonnenschein kann es nach zehn Minuten bereits 31 Grad Innentemperatur haben, nach 30 Minuten 40 Grad und für den Hund ist das lebensgefährlich.

Passantin ruft Polizei

In dem Fall hatte eine Frau an einem warmen Septembertag ihren Hund gegen 11 Uhr vormittags im Auto gelassen. Ein Fenster war ein paar Zentimeter geöffnet, Wasser stand dem Tier nicht zur Verfügung.

Eine Zeugin stellte fest, dass der Hund Schaum vorm Maul hatte, stark hechelte und ihm Eiter aus den Augen lief. Daraufhin rief sie die Polizei. Die Beamten öffneten das Auto, nahmen den Hund mit und hinterließen einen Zettel hinter dem Scheibenwischer.

Erst um 16 Uhr erschien die Hundehalterin auf dem Polizeirevier. Die Außentemperatur lag inzwischen bei 25 Grad im Schatten.

Die Polizei zeigte die Frau wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz an.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Das Amtsgericht München verurteilte die Hundehalterin zu einem Bußgeld von 200 Euro wegen einer Ordnungswidrigkeit nach § 18 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes.

Ein Amtstierarzt bestätigte, dass das Hyperventilieren des Hundes und der Schaum am Maul auf einen Hitzestau im Auto schließen lassen. Ohne Wasserzufuhr sei dies für den Hund lebensgefährlich.

Nach Ansicht des Richters hätte die Halterin diese Gefahr kennen müssen, da die Presse regelmäßig darüber berichte. Das Gericht hielt der Halterin allerdings zugute, dass sie nur fahrlässig gehandelt habe und dass keine Wiederholungsgefahr zu befürchten sei – sie hatte den Hund nicht zurückverlangt. Er befand sich nun im Tierheim. Daher fand das Gericht 200 Euro Bußgeld ausreichend.

Urteil vom 29. November 2017 (Amtsgericht München, Az. 1115 OWi 236 Js 193231/17)

 

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