Personalarbeit in der Finanzbranche unterliegt Wandel

Auf der HR-Branchenkonferenz für Banken und Versicherungen von Willis Towers Watson bestätigten 62 Prozent der Personalmanager, dass die Digitalisierung in der Finanzbranche bislang überwiegend anhand der Automatisierung von Prozessen sichtbar ist.

Damit wandelt sich auch die Unternehmenskultur, wie über die Hälfte (55 Prozent) der Befragten bestätigen. Ein knappes Drittel (31 Prozent) will diesen Wandel künftig noch stärker vorantreiben.

Florian Frank, Leiter Vergütungsberatung von Willis Towers Watson, erklärt:

„Zum Beispiel durch Beratung, die mittels künstlicher Intelligenz erfolgt – Robo-Advice – oder die Digitalisierung der Bankfilialen wandeln sich einige Berufsbilder in der Finanzbranche ganz wesentlich. Die wesentliche Herausforderung für die Banken liegt dabei in den sich wandelnden Anforderungen an Mitarbeiterführung und die nötige Veränderung der Kompetenzen der Mitarbeiter.“

Mitarbeiter gewinnen und halten

Frank Hoyck, Leiter Talent & Rewards bei Willis Towers Watson, berichtet, dass immer mehr Unternehmen auf Talent-Plattformen im Internet zurückgreifen, um die Lücken durch freie Mitarbeiter aufzufüllen.

Frank Hoyck dazu:

„Auch das wirft wieder neue Detailfragen auf: Wie sollen freie Mitarbeiter motiviert, bezahlt – und ggf. am Unternehmenserfolg beteiligt – werden?“

Wandel in der Unternehmenskultur gestalten

Florian Frank führt aus, dass Unternehmen sich künftig wesentlich wandeln werden – von dem Ort, an dem die Arbeit erledigt wird zu dem Ort, an dem Arbeit und Talente organisiert werden. Dies wird laut Frank auch zwangsläufig einen Wandel der Unternehmenskultur mit sich bringen, weswegen HR-Manager gut beraten sind, diese Veränderungen in die gewünschten Bahnen zu lenken – vor allem auch im Hinblick auf eine flexible Organisation der Arbeit, interne Hierarchien und Leitlinien für die Mitarbeiterführung.

Entgelttransparenzgesetz wirkt sich aus

In der Finanzbranche wollen 80 Prozent nur die geforderten Minimalstandards umsetzen. Lediglich ein Fünftel will darüber hinausgehen und entweder eine stärkere Transparenz anstreben (11 Prozent) oder sogar Vorreiter sein und eine größere Chancengleichheit im Unternehmen vorantreiben (neun Prozent).

Florian Frank kommentiert:

„Der Druck zu einer größeren Transparenz über Arbeitsbedingungen und Vergütung wächst – nicht nur durch das Gesetz, sondern wesentlich auch durch Arbeitgeber-Bewertungs- und Vergleichsplattformen wie Glassdoor oder kununu. Unternehmen sollten daher nicht nur mit Blick auf das neue Gesetz, sondern grundsätzlich schauen, wie sie sich hier aufstellen und wie weit ihr Ansatz auch für die Zukunft tragfähig ist.“

 

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