Deutsche mögen es smart

Das Interesse an Smart Home wächst. Aber auch die Skepsis steigt, wie der aktuelle Deloitte Smart Home Consumer Survey zeigt. Vor allem sind Bedenken im Hinblick auf Datenschutz und -sicherheit nicht geringer geworden. Die Bereitschaft zum Teilen von Daten nimmt dennoch zu.

Abseits dessen sind die Erfahrungen der Anwender mehrheitlich gut bis sehr gut. Besonders gefragt bzw. verbreitet sind vernetzte Lautsprecher sowie intelligente Schalter und Steckdosen. Hausnotrufsysteme genießen als einziger Zusatzdienst ebenfalls eine hohe Akzeptanz im Markt.

Smart Home-Komponenten immer interessanter

Insgesamt ist die Verbreitung smarter Devices für das Zuhause in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen. Bei Lautsprechern, Leuchten und Thermostaten um 50 bis 67 Prozent. Derzeit haben in Deutschland rund 13 Prozent der Haushalte einen smarten Lautsprecher, sechs Prozent ein intelligentes Reinigungsgerät und 14 Prozent einen Mediaserver. Das grundsätzliche Interesse an der Anschaffung beläuft sich jedoch durchgehend auf 20 bis 30 Prozent.

Zufriedenheit bei Nutzern

Über die Hälfte der Nutzer von Smart Home-Systemen ist zufrieden. Immerhin 87 Prozent verwenden sie regelmäßig, vor allem Verbraucher zwischen 25 und 45 Jahren. Im Vordergrund steht dabei der Wunsch nach mehr Komfort (56 Prozent) und nach zusätzlicher Sicherheit (49 Prozent). Im Hinblick auf smarte Heizthermostate spielt natürlich auch der Kostenaspekt eine substanzielle Rolle (38 Prozent).

In den letzten Jahren sind den Verbrauchern offensichtlich immer mehr Gründe und Anlässe eingefallen, sich für Smart Home-Komponenten zu erwärmen – was auf einen insgesamt höheren Informationsstand schließen lässt. So spielt jetzt auch das Motiv Umwelt eine stärkere Rolle (20 Prozent der Nennungen).

Vorbehalte bei Kosten und Sicherheit

Skeptiker gibt es vor allem im Hinblick auf den Datenschutz und die Sicherheit der übermittelten Informationen. Für genau ein Drittel ist das ein Grund, Smart Home-Lösungen links liegen zu lassen.

Übertroffen wird die Sicherheits- nur von der Kostenfrage: 38 Prozent finden die Systeme zu teuer, jedoch sank die Zahl der Nennungen um sechs Prozentpunkte gegenüber 2015. 22 Prozent finden die Technologie noch zu wenig ausgereift, für 15 Prozent ist die Installation zu kompliziert – eine Zunahme um drei Prozentpunkte. Gestiegen ist ebenfalls die Befürchtung einer zu komplexen Bedienung.

Datenteilen – offensichtlich kein Problem

Die Datensicherheit ist entscheidend – und obwohl die allgemeine Skepsis weiterhin groß zu sein scheint, sind mehr Menschen bereit, ihre Daten zu teilen. Waren 2015 noch 57 Prozent zu keinerlei Kompromissen bereit, sind es jetzt nur noch 52 Prozent. Dafür würden 14 Prozent in jedem Fall, 34 Prozent unter bestimmten Bedingungen teilen. Die Jungen zeigen sich erwartungsgemäß offener als die Älteren. Dabei vertrauen auch sie eher Anbietern aus der Consumer Electronics- und Telekommunikationsbranche als den großen Internetfirmen.

Smartphone als Steuerung

Die zentrale Steuereinheit für Smart Home-Komponenten ist das Smartphone – und nahezu nur das Smartphone, denn Tablets, Laptops oder andere Alternativen werden kaum präferiert. Trotz genereller Aufgeschlossenheit zeigen sich die Nutzer auch in punkto Sprachassistenten zurückhaltend: Bevorzugt werden eindeutig noch Apps in Verbindung mit Touch-Steuerung.

Offene Plattformen bevorzugt – mieten nicht attraktiv

Geschlossene Systeme „aus einer Hand“ haben insbesondere bei der Handhabung ihre Vorteile – werden aber nur von älteren Nutzern geschätzt. Alle anderen bevorzugen offene Plattformen mit der Möglichkeit, das Smart Home nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Immerhin 71 Prozent ist das wichtig oder sogar sehr wichtig – insbesondere in der Altersgruppe 18 bis 44 Jahre.

Konservativer zeigen sich die Studienteilnehmer bei der Frage nach Kauf oder Miete: Für ganze zwei Drittel kommt nur der einmalige käufliche Erwerb infrage, nur 14 Prozent können sich ein Abonnement oder ein anderes gebührenbasiertes Modell vorstellen. Dabei zeigen sich die Älteren etwas weniger ablehnend als jüngere Verbraucher.

 

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