Map-Report: Renditevergleich bei Lebensversicherer

Welcher Lebensversicherer bietet die höchste Rentenleistung? Dieser Frage ging der Map-Report 901 nach. Dabei war die Bereitschaft, teilzunehmen, so gering wie nie zuvor. 16 Gesellschaften stellten für die Sofortrente Daten zur Verfügung, 19 waren es für die Aufschubrente und KLV.

Wer vor 20 Jahren im Rahmen einer sofortbeginnenden Rentenversicherung mit dynamischem Überschusssystem 50.000 Euro in den Musterfall eingezahlt hat, bekommt seit dem 1. Januar 2018 eine Rentenzahlung von durchschnittlich 337 Euro pro Monat. Eine monatliche Rente von 283 Euro wurde im Schnitt bei Vertragsabschluss garantiert.

In den 20 Jahren seit Rentenbeginn haben sich die Rentenzahlungen auf 78.053 Euro aufsummiert. Rentensummen von über 80.000 Euro meldeten die Debeka (84.545 Euro), Ergo Direkt (82.696 Euro) und WGV (80.627 Euro).

Positives Saldo zwischen Ein- und Auszahlungen

Wenn der Mustervertrag ab 1998 betrachtet wird, erreichte dieser einen positiven Saldo zwischen Ein- und Auszahlungen durchschnittlich nach 13 Jahren und zwei Monaten.

Wenn der Beobachtungszeitraum im Jahr 2003 beginnt, dauert es deutlich länger, bis die Einzahlungssumme von den Rentenzahlungen erreicht wird. In diesem Beispiel waren es 15 Jahre und zwei Monate und die seit Januar dieses Jahres ausgezahlte Monatsrente beträgt durchschnittlich 288 Euro.

Bei Rentenbeginn des Musterbeispiels ab dem Jahr 2008 erreicht die Summe der Rentenauszahlungen bisher noch nicht die Einzahlungssumme von 50.000 Euro. Im Marktdurchschnitt beträgt die Summe der Rentenzahlungen 27.069 Euro bei der dynamischen Rente nach zehnjähriger Laufzeit zu Beginn des Jahres 2018. Die seit Beginn des Jahres 2018 gezahlte Monatsrente beträgt für diesen Vertrag im Schnitt 241 Euro.

Vergleich aufgeschobener Rentenversicherungen

Bei dem Vergleich zur aufgeschobenen Rentenversicherung gegen laufende Beitragszahlung wird sich auf die Rendite-Entwicklung ausgezahlter Kapitalabfindungen anhand von drei Musterbeispielen für die Laufzeiten über zwölf, 20 und 30 Jahre fokussiert.

Dabei drückt das Zinsniveau stark auf die Renditen der Lebensversicherer. Die Kapitalabfindungen bei aufgeschobenen Rentenversicherungen sinken weiter und liegen anno 2018 im Musterfall mit 20 Jahren Laufzeit im Marktschnitt fast 7.000 Euro unter denen des Jahres 2008. Die Rendite sackte um 1,52 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent ab.

Positive Garantien

Die bei Vertragsabschluss garantierten Renditen waren für aufgeschobene Rentenversicherungen über alle Laufzeiten bei sämtlichen Teilnehmern positiv. Für die Vertragsdauer von zwölf Jahren wurde im Jahr 2006 durchschnittlich eine Rendite von 1,33 Prozent bei einer Kapitalabfindung von 15.705 Euro garantiert.

Spitzenreiter war dabei die Comos mit einer Beitragsrendite von 2,20 Prozent und einer Auszahlung von 16.636 Euro. Bei 20-jähriger Laufzeit führt die Huk-Coburg das Feld mit einer Rendite von 3,55 Prozent und 35.311 Euro garantierter Abfindung an. Durchschnittlich wurden 3,07 Prozent und 33.485 Euro versprochen.

Wenig positive Aussichten in der KLV

Die Garantien für im Jahr 2018 unterzeichnete KLV-Verträge sind vor allem für kurz laufende Policen überwiegend negativ. Bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Jahren meldeten 10 von 11 Gesellschaften negative Renditen für die bei Vertragsabschluss garantierten Ablaufleistungen.

Lediglich die Stuttgarter garantiert Ihren Kunden mit 14.419 Euro noch eine Auszahlung, die knapp über der Beitragssumme liegt.

Etwas besser sieht es bei 20-jähriger Laufzeit aus. Mit der WGV, Hannoverschen und Stuttgarter bieten immerhin noch drei Gesellschaften positive Renditen an. Bei dem Langläufer über 30 Jahre garantieren im aktuellen Geschäftsjahr wiederum nur die WGV und Hannoversche noch Auszahlungen knapp oberhalb der eingezahlten Beitragssumme.

 

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