Anzeige
Anzeige

Lloyd’s macht Ernst mit Belgien

Lloyd’s of London möchte seinen Standort in Brüssel weiter ausbauen – und das deutlich vor dem geplanten Brexit-Ausstiegstermin.

Im Frühjahr 2017 gab der englische Versicherungsriese bekannt, dass er werde aufgrund des Brexit-Votums Brüssel als neuen EU-Standort in Kontinentaleuropa ausbauen werde. Nun steht das konkrete Datum fest: Lloyd’s wird am neuen Standort Brüssel am 1. Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen, kündigte Konzernchefin Inga Beale an. Erste Mitarbeiter seien auch schon eingestellt worden. Hauptsitz werde zwar London bleiben, dennoch würden in Brüssel fortan 40 neue Arbeitsplätze geschaffen. Auf diese Weise sollen mögliche Reibungen durch den geplanten Brexit umgangen werden.

Schon vor rund zwei Jahren hatte der damalige Chairman John Nelson angekündigt:

„Wenn wir die Passporting-Rechte nicht bewahren können, würden wir sicherlich einen Hub, wahrscheinlich in Form einer Tochtergesellschaft, auf dem Kontinent aufbauen, über die wir dann das Geschäft mit den Kunden in Europa direkt laufen lassen.“

Denn Lloyd’s ist kein Versicherer oder Rückversicherer, sondern eine Börse, an der mit Versicherungen gehandelt wird und gehörte vor der Brexit-Entscheidung zu den vehementesten Befürwortern eines Verbleibs in der EU. Passporting-Rechte sind diejenigen Rechte, die es Banken und Versicherern erlauben, von London aus Geschäfte auf dem gesamten europäischen Kontinent zu machen.

 

Bild: © ink drop / fotolia.com