Die 5 Top-Trends für Versicherer

Antworten auf die Frage, was die Top-Trends in Versicherungswirtschaft sind, gibt das aktuelle Trendbarometer, das die Versicherungsforen Leipzig gemeinsam mit den Innovationsexperten des Insurance Innovation Lab auf Basis einer Insight-Befragung erstellt haben.

Einschätzungen zur Relevanz sowie zur Vorbereitung auf aktuelle Entwicklungen und Technologien für die Versicherungsunternehmen im Speziellen und für die Assekuranz im Allgemeinen waren die Themenschwerpunkte der Umfrage. Dabei weichen die Einschätzungen der Versicherer und Nicht-Versicherer durchaus voneinander ab.

Die Top 5 der Versicherer

Neben regulatorischen werden vor allem aktuelle technologische Themen rund um die intelligente Gewinnung und Nutzung von Daten von Versicherern als wichtig erachtet.

  • steigende regulatorische Anforderungen
  • Big Data und Predictive Analytics
  • Produktindividualisierung
  • Künstliche Intelligenz
  • Cybercrime

Das sind Trends, die von den befragten Versicherungsexperten als am relevantesten für ihr jeweiliges Unternehmen eingeschätzt werden und spiegeln auch den aktuellen Branchentenor wider.

Trends wie 3D-Druck, Virtual Reality und Internet of Things (IoT) hingegen sind Technologien, die von den Versicherern als am wenigsten relevant für ihr Unternehmen gesehen werden.

Aus den Ergebnissen der Befragung wird ebenfalls ersichtlich, dass Versicherer den Wunsch der Kunden nach individuelleren Produkten wahrnehmen und hier ein sehr relevantes Trendfeld sehen. Der Einbindung der Kunden in den Produktionsprozess wird allerdings nur wenig Bedeutung beigemessen. Der Trend „Prosument statt Konsument“ wird von 41 Prozent als „nicht sehr relevant“ eingeschätzt.

Die Top 5 der Nicht-Versicherer

Im Vergleich dazu unterscheiden sich die fünf Top-Trends, die Nicht-Versicherer für die Assekuranz insgesamt sehen: Hier sind insbesondere die technologischen Themen ganz weit vorn angesiedelt. Die Regulatorik wird zwar auch als sehr wichtig angesehen, kommt allerdings erst nach anderen Entwicklungen:

  • Big Data und Predictive Analytics
  • Connected Cars
  • Künstliche Intelligenz
  • Cybercrime
  • InsurTechs

Insgesamt passen die Einschätzungen aber zueinander, wie der Vergleich beider Befragungsgruppen zeigt. Als kaum relevant für die künftige Branchenentwicklung erachten auch die Dienstleister die Themen 3D-Druck, Virtual Reality sowie Prosument statt Konsument.

Auf Regulatorik und Extremwetter vorbereitet

Die drängenden regulatorischen Themen stehen bei den Versicherern ganz oben auf der Agenda. Darauf sehen sie sich nach eigener Einschätzung „sehr gut vorbereitet“ (rund 52 Prozent).

Bei dem Thema Extremwetter gehen 40 Prozent der Versicherer davon aus, dass sie „sehr gut vorbereitet“ sind. Hier bestätigen sich die Entwicklung, dass Versicherer seit vielen Jahren dabei sind, ihre Prognosemodelle und Präventionsmaßnahmen zu verbessern, und die Tatsache, dass die Assekuranz seit jeher über eine hohe Expertise auf diesem Gebiet verfügt.

Blockchain scheint auch ein Thema zu sein, mit sich die Versicherer schon etwas intensiver auseinandergesetzt zu haben.

Das Ergebnis bei der Bewertung der Vorbereitung auf den Trend „Prosument statt Konsument“ ist ähnlich zur Einschätzung der Relevanz: 38 Prozent sind „überhaupt nicht vorbereitet“, 43 Prozent sind „nicht sehr vorbereitet“.

Die Übersicht zur Relevanz und zur Vorbereitung.

Nicht-Versicherer: bei Künstlicher Intelligenz besteht Nachholungsbedarf

Die Gruppe der Nicht-Versicherer schätzt die Assekuranz ebenfalls als besonders gut vorbereitet auf regulatorische Themen und Extremwetter ein.

Großer Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Dienstleistungsunternehmen im Themenfeld Künstliche Intelligenz: Die Technologie wird von dieser Teilnehmergruppe als sehr relevant für die Entwicklung der Branche angesehen. 71 Prozent sind der Ansicht, dass die Versicherer nicht sehr vorbereitet sind, 14 Prozent glauben, die Branche ist noch gar nicht vorbereitet.

Im Vergleich fühlen sich Versicherer tendenziell besser für relevante Trends gewappnet, als es die Nicht-Versicherer der Branche attestieren. Große Abweichungen betreffen die Themen Blockchain, Künstliche Intelligenz, Big Data und Produktindividualisierung.

An der Insight-Befragung nahmen insgesamt 63 Branchenexperten teil – rund 57 Prozent davon kommen aus einem Versicherungsunternehmen, 43 Prozent gehören branchennahen Dienstleistern an.

 

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