Neuerungen in der VSH

Das Jahr 2018 wird für Versicherungsvermittler und Finanzanlagenvermittler regulatorisch ein wichtiges Jahr. Die EU-Vertriebsrichtlinie IDD und die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II werden in deutsches Recht umgesetzt und werden wie auch die DSGVO den beruflichen Alltag von Vermittlern teilweise radikal ändern. 

Die experten Report Redaktion hat mit Marc Hinrichsen über die Regulierung, die VSH und über den Vortrag der Hans John Versicherungsmakler GmbH auf der JOHN-Vermittlerfortbildung® 2018 gesprochen.

Herr Hinrichsen, in diesem Jahr beginnt die John-Vermittlerfortbildung® nicht wie gewohnt im Herbst sondern bereits Anfang des Jahres. Warum?

Ass. jur. Marc Hinrichsen, Geschäftsführer der Hans John Versicherungsmakler GmbH

Ass. jur. Marc Hinrichsen, Geschäftsführer der Hans John Versicherungsmakler GmbH

Wir wollten möglichst frühzeitig im Jahr den Fokus der Vermittler auf die neuen Anforderungen richten und wichtige Impulse für eine Bewältigung der immensen Anforderungen setzen. Die erste Änderung der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ist schließlich schon erfolgt.

Welche?

Die Mindestversicherungssumme der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung wurde aufgrund der  regelmäßigen Anpassung gemäß § 9 Abs. 2 VersVermV, nach der die Mindestversicherungssumme entsprechend den von Eurostat veröffentlichten Änderungen des Europäischen Verbraucherpreisindexes geändert wird, angepasst.

Am 02.01.2018 erfolgte durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Bundesanzeiger die Bekanntmachung über die angepassten Mindestversicherungssummen für Versicherungsvermittler /-berater sowie Finanzanlagenvermittler /Honorar-Finanzanlagenberater.

Die Mindestversicherungssummen betragen ab dem 15.01.2018:

  • 1.276.000 Euro für jeden Versicherungsfall und
  • 1.919.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres.

Die neuen Versicherungssummen sollen nach Planung des BMWi auch in § 12 Abs. 2 VersVermV-neu übernommen werden, so dass mit Inkrafttreten der neuen Verordnung keine erneute Anpassung der Versicherungssummen notwendig werden würde. Aktuell sieht der Entwurf eine Mindestversicherungssumme von 1.290.000 EUR je Versicherungsfall und einer Jahreshöchstleistung von 1.910.000 EUR vor.

Aufgrund der Regelung in Artikel 10 Absatz 7 IDD ist jedoch nicht auszuschließen, dass es im Jahr 2018 gleichwohl noch eine weitere Änderung der Mindestversicherungssummen geben kann.

Ob Finanzanlagenvermittler bzw. Honorar-Finanzanlagenvermittler künftig mit weiteren Anpassungen rechnen müssen, hängt von einer entsprechenden Regelung in der aktuell aufgrund der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MIFID2) zu überarbeitenden FinVermV-neu ab.

Vermittler können sich für Pflichtverletzungen aus ihrer beruflichen Tätigkeit mit einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung schützen. Was gilt es bei etwaigen Datenschutzverstößen, die ab dem 25.05.2018 mit Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung deutlich empfindlicher als bisher geahndet werden zu beachten?

Vermögensschäden, die aus der – versicherten – beruflichen Tätigkeit resultieren, sind selbstverständlich vom Versicherungsschutz der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung unserer Deckungskonzepte umfasst. Dies gilt auch dann, wenn diesbezüglich keine explizite Klarstellung in den Besonderen Bedingungen erfolgt.

Nicht minder wichtig im Zusammenhang mit der DSGVO dürfte jedoch aus unserer Sicht der Schutz für Vermittler sein, um sich gegen Gerichts- und Anwaltskosten absichern zu können, welche aus einem Verfahren herrühren, mit dem Ansprüche auf Auskunft, Berichtigung, Sperrung und Löschung von Daten verfolgt werden. Ein solcher Kostenschutz besteht weder im Rahmen der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung noch über eine etwaig bestehenden Büro-/Betriebshaftpflichtversicherung. Gleichwohl gibt es zum Beispiel über unser spezielles John-Rechtsschutzsystem® die Möglichkeit einer entsprechenden Absicherung.

Gibt es zur Regulierung der „Wohnimmobilienverwalter“ gemäß der neuen Fassung des §34c GewO bereits Neuigkeiten?

Jein. Klar ist, dass das Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienverwalter und Makler, welches am 23.10.2017 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde, überwiegend am 1.8.2018 in Kraft tritt. Wie aus vorherigen Regulierungen von Berufsgruppen bekannt, wird es auch für „Wohnimmobilienverwalter“ nach §34c GewO-neu eine Übergangsregelung geben. „Wohnimmobilienverwalter“, die vor Inkrafttreten des Gesetzes zum 01.08.2018 tätig gewesen sind, haben eine Übergangsfrist von 6 Monaten, also bis zum 01.03.2019.

Da die entsprechende Verordnung gegenwärtig noch nicht vorliegt, können noch keine verlässlichen Aussagen getroffen werden. Wie jedoch bei allen bisherigen Pflichtversicherungen für Vermittler können sich unsere Kunden darauf verlassen, dass wir frühzeitig mit unseren Konzeptpartnern über die erforderlichen Deckungen sprechen und rechtzeitig bedarfsgerechte Lösungen anbieten können.

Herr Hinrichsen, vielen Dank für das Gespräch.

Vermittler können sich für die ab 13. Februar 2018 beginnende John Vermittlerfortbildung ® 2018 anmelden und bundesweit an 9 Standorten dabei sein.

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Zeitfresser im Maklerunternehmen eliminieren

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Bilder: (1) © Vladimir Melnikov / fotolia.com (2) © Hans John Versicherungsmakler GmbH