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Strabag-Squeeze-Out: SdK beantragt Spruchverfahren

Bei der Strabag AG sollten die Minderheitsaktionäre gegen Zahlung einer Barabfindung in Höhe von 300,00 Euro je Aktie aus dem  Unternehmen hinausgedrängt werden. Aus Sicht der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) ist die gezahlte Zwangsabfindung aber deutlich zu niedrig.

Hintergrund des Strabag-Squeeze-Out war der Verschmelzungsvertrag mit der Illbau Liegenschaftsverwaltung AG (nunmehr firmierend unter Strabag AG), wodurch die Minderheitsaktionäre ausgeschlossen wurden (sogenannter verschmelzungsrechtlicher Squeeze-Out).

Abfindungspreis ist deutlich zu niedrig

Aus Sicht der SdK ist dieser Abfindungspreis allerdings nicht angemessen, denn der errechnete Unternehmenswert ist deutlich zu niedrig angesetzt:

  • Künftige Umsätze wurden moderat, Kosten überproportional und damit die Jahresergebnisse unterproportional eingeschätzt.
  • Ein Fehler liegt auch im doppelten Risikoansatz: So wurden bei der Berechnung des Unternehmenswerts pauschal Kürzungen vorgenommen, obwohl die Risiken bereits in der Marktrisikoprämie eingepreist sind.
  • Der Betafaktor ist mit 0,8 zu hoch angesetzt, denn der Betafaktor in der Baubranche liegt im Mittel nur bei 0,6. Je niedriger der Betafakor bzw. die Marktrisikoprämie, desto höher fällt der durch die Unternehmensbewertung errechnete faire Wert des Unternehmens aus.

Schadensersatzforderung gegen die Konzernmutter

Zudem besteht laut SdK eine Schadensersatzforderung der Strabag AG gegen die Konzernmutter Strabag SE in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro. Die Strabag AG hatte im Jahr 2012 eine Beteiligung in Höhe von 35 Prozent an der BHB (Bau Holding Beteiligungs AG) für 275 Millionen Euro erworben. Nach Einschätzung der SdK entstand im Zusammenhang mit der BHB durch verschiedene Handlungen der Strabag SE, darunter Einkäufe zu überhöhten Preisen, ein enormer Schaden für die Strabag AG. Die daraus aus Sicht der SdK entstandenen Schadensersatzansprüche der Strabag AG wurden im Rahmen der Unternehmensbewertung mit keinem Wert angesetzt und daher nicht im Rahmen der Barabfindung berücksichtigt, obwohl dieser Sachverhalt bereits durch den bestellten Sonderprüfer Rechtsanwalt Dr. Heidel detailliert aufgearbeitet wurde.

Einleitung eines Spruchverfahrens

Die SdK ist überzeugt, im Wege eines gerichtlichen Spruchverfahrens eine Nachbesserung der vom Großaktionär festgelegten Barabfindung erreichen zu können. Daher wird sie in Kürze einen Antrag auf Einleitung eines Spruchverfahrens stellen. Die Schutzgemeinschaft ruft alle vom Squeeze-out betroffenen Mitglieder dazu auf, sich dem kostenlosen Spruchverfahren anzuschließen.

 

Bild: © Elnur / fotolia.com

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