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Renditen in der Lebensversicherung werden weiter sinken

Lebensversicherungskunden müssen auch in Zukunft im konventionellen Geschäft mit niedrigen Überschüssen beziehungsweise noch weiter sinkenden Renditen rechnen. Auch ein Anstieg des Zinsniveaus würde daran nichts ändern, so die Ratingagentur Assekurata.

Die jährliche Analyse zur Überschussbeteiligung deutscher Lebensversicherer zeigt einmal mehr, dass die laufende Verzinsung 2018 über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen hinweg im Marktdurchschnitt sinkt.

Rückgang liegt deutlich unter Vorjahresniveau

Über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen hinweg ist die laufende Verzinsung 2018 im Marktdurchschnitt nur um 0,05 Prozentpunkte auf 2,83 Prozent gesunken. Der Rückgang liegt also deutlich unter dem Vorjahresniveau von 0,23 Prozentpunkten.

Allerdings verringert sich die laufende Verzinsung bei den Tarifen und Produkten verschiedener Rechnungszinsgenerationen inzwischen uneinheitlicher. Während die durchschnittliche laufende Verzinsung jüngerer Tarife und Produkte weitgehend gleichgerichtet sinkt, verzeichnen die älteren Tarifgenerationen einen geringeren Rückgang.

Renditen in der Lebensversicherung werden weiter sinken

Garantien müssen eingehalten werden

Dazu Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur:

„Dies liegt daran, dass der Garantiezins eine zwangsläufige Untergrenze bei der Absenkung der laufenden Verzinsung darstellt, da die Lebensversicherer diesen vertraglich zugesagt haben und daher über die gesamte Vertragslaufzeit einhalten müssen.

Deutlich wird dies insbesondere bei den Tarifen und Produkten mit einem garantierten Rechnungszins von 2,75 Prozent und mehr. Die darunter liegenden Tarifgenerationen haben ein vergleichsweise geringes Gewicht am Gesamtbestand, so dass eine Reduktion der Überschussbeteiligung hier wirtschaftlich nur wenig Entlastung mit sich bringt.“

Einheitliche Kalkulation

Aus diesem Grund falle der Rückgang in der klassischen privaten Rentenversicherung mit 14 Basispunkten auch deutlich geringer aus als noch im Vorjahr (25 Basispunkte). Im Durchschnitt gewährten die Unternehmen hier noch eine laufende Verzinsung von 2,47 Prozent (Vorjahr 2,61 Prozent).

Die höchste laufende Verzinsung deklariert derzeit die Deutsche Ärzteversicherung mit 3,05 Prozent. Dabei hat Assekurata aus Vergleichbarkeitsgründen nur jene Neugeschäftstarife in die Berechnung aufgenommen, die einheitlich mit dem Höchstrechnungszins von 0,90 Prozent kalkuliert sind. Dies ist lediglich noch bei 30 Unternehmen (Vorjahr 34) der Fall. Marktweit bietet lediglich rund ein Drittel der Gesellschaften mit einem Marktanteil von knapp 50 Prozent klassische Rentenversicherungen mit Höchstrechnungszins an.

Neue Klassik im Aufwind

Im Neugeschäft setzen die Lebensversicherer verstärkt auf das Geschäftsfeld Neue Klassik. Hatten im Vorjahr noch 25 Unternehmen dazu ein Angebot, sind es in der diesjährigen Untersuchung bereits 27 mit einem Marktanteil von 56,73 Prozent.

Der Marktanteil der Neuen Klassik dürfte allerdings noch höher liegen, schlussfolgert Dr. Will, da vor allem Gesellschaften, die das Neugeschäft in der Klassik eingestellt haben, an der Assekurata-Studie nicht teilnehmen.

Neue klassische Policen basieren wie die Klassik auf einer konventionell geprägten Überschusssystematik sowie dem Ausgleich im Kollektiv und der Zeit. Allerdings bieten die Produkte ein geringeres Garantieniveau als die Klassik.

Dazu Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.

„An welchen Stellen die Garantien bei den neuen Produkten jeweils vermindert oder entfernt wurden, ist allerdings tarifindividuell sehr unterschiedlich.

Die gemeinsame Klammer bildet neben garantierten Rückkaufswerten auch weiterhin eine garantierte lebenslange Mindestrente, so dass dieses wichtige Alleinstellungsmerkmal einer Rentenversicherung erhalten bleibt.“

Zwar reduzieren in der Neuen Klassik einzelne Anbieter die laufende Verzinsung ihrer Produkte, allerdings bleibt sie bei der Mehrheit konstant. Für 2017 liegt die laufende Verzinsung der betrachteten Tarife mit durchschnittlich 2,39 Prozent um 0,08 Prozentpunkte unterhalb der Klassik. Bei Betrachtung der illustrierten Beitragsrendite nivelliert sich dieser Unterschied: Sie liegt für den Assekurata-Mustervertrag mit 25 Jahren Aufschubzeit in der Neuen Klassik mit durchschnittlich 2,40 Prozent deutlich höher als in der Klassik. Und dies, obgleich die Effektivkosten mit 1,04 Prozent die Klassik (0,79 Prozent) übertreffen.

Druck auf Garantieelemente nimmt zu

Zunehmend verzichten die Anbieter auf eine Bruttobeitragsgarantie, also den vollständigen Erhalt der eingezahlten Beiträge. Einige knüpfen dieses auch an weitere individuelle Vertragsparameter, wie zum Beispiel an eine Mindestvertragslaufzeit.

Hatten im Rahmen der letztjährigen Untersuchung noch drei Unternehmen eine Bruttobeitragsgarantie ohne jegliche Einschränkung geboten, garantiert in der aktuellen Untersuchung kein Anbieter mehr einen vollständigen Erhalt der eingezahlten Beiträge ohne jegliche Einschränkung. Alternativ reduzieren einige Anbieter das Garantieversprechen auch auf unter 100 Prozent der endfälligen Bruttobeitragssumme oder beziehen dieses auf die Sparbeiträge.

Heermann schlussfolgert:

„Der Druck auf die Garantieelemente nimmt infolge der Absenkung des Höchstrechnungszinses zum 01.01.2017 auf 0,90 Prozent sowie des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes somit zu.

Die Abwägung zwischen Bruttobeitragsgarantie und Renditeerwartung geht damit vermehrt zu Lasten der Garantie. Die Diskussionen um die Sinnhaftigkeit von und der Wettbewerb um Garantien werden weiter an Fahrt gewinnen.“

Um die untersuchten Tarife hinsichtlich des Absicherungsprofils einordnen und voneinander abgrenzen zu können, sind in der folgenden Matrix die spezifischen Garantieelemente tarifindividuell zusammengetragen. Zugleich kann damit das jeweilige Produkt der dahinter stehenden Versicherungsgesellschaft zugeordnet werden.

Renditen in der Lebensversicherung werden weiter sinken

Verzinsungen im Überblick

Nachliegende Tabelle stellt die Klassik und die Neue Klassik anhand verschiedener untersuchter Zinsgrößen gegenüber. Bei der garantierten Beitragsrendite wird der Unterschied in Garantieniveau unmittelbar deutlich.

Renditen in der Lebensversicherung werden weiter sinken

Einmalbeitragsgeschäfte haben für die Lebensversicherer weiterhin eine hohe Bedeutung. Knapp 30 Prozent der Prämieneinnahmen entfalten auf diese. In der diesjährigen Deklaration fällt auf, dass immerhin vier Gesellschaften ihre laufende Verzinsung für sofortbeginnende Renten gegen Einmalbeitrag erhöhen.

Gleichwohl überwiegt die Anzahl der Unternehmen, welche eine Absenkung vollziehen (22). In Summe fällt der Rückgang jedoch von 2,70 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 2,62 Prozent moderat aus.

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Bilder: (1) © Warakorn / fotolia.com (2-5) © ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH

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