Altersvorsorge: Die Politik soll es richten!

Wer nicht selbst fürs Alter vorsorgt, wird künftig seinen Lebensstandard mit der gesetzlichen Rente alleine nicht halten können. Dass die Renten knapper werden ist hinreichend bekannt, viele Deutsche sorgen dennoch nicht privat vor und sehen die Politiker in der Pflicht, das gesetzliche Rentenniveau zu erhöhen.

 In einer umfassenden repräsentativen Studie hat Swiss Life 1.500 Personen zwischen 18 bis 65 Jahren in Deutschland befragt, wie diese es mit der Altersvorsorge handhaben.

Private Altersvorsorge? Kann ich mir nicht leisten!

Annähernd jeder zweite Deutsche sieht sich von Altersarmut bedroht (47 Prozent). Eine Vorsorge über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus nehmen aber nur 61 Prozent der Befragten mit etwa 100 Euro im Monat vor. Dabei ist die Riester-Rente als private Altersvorsorge am beliebtesten, gefolgt von Sparguthaben und Investmentfonds/ETFs.

Von den übrigen 39 Prozent gibt die Hälfte an, auch in Zukunft nicht privat für das Alter vorsorgen zu wollen. Dies habe vor allem finanzielle Gründe. So geben 57 Prozent der Befragten an, sich eine private Altersvorsorge schlicht nicht leisten zu können.

Bürger sehen den Staat in der Pflicht

Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland:

 „Gerade Geringverdiener müssen stärker unterstützt werden. Im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes passiert das gerade.

Schon kleine Summen lohnen sich bei einer langen Laufzeit. Hierbei wird oft die Wirkung des Zinseszinseffekts deutlich unterschätzt.“

Viele Menschen sehen die Politik in der Pflicht an der Rentensituation etwas zu ändern, anstatt selbst vorzusorgen. Fast zwei Drittel der Studienteilnehmer (62 Prozent) fordern eine Erhöhung der gesetzlichen Rente.

Sicherheit ist vielen wichtiger als Rendite

Alle Teilnehmer der Studie wurden gefragt: „Was ist Ihnen bei der Altersvorsorge besonders wichtig?“ Die Antwort „Sicherheit“ liegt mit 62 Prozent mit weitem Abstand an erster Stelle, gefolgt von Verfügbarkeit (20 Prozent) und Rendite (18 Prozent).

Arnolds Tipp:

„Wer eine attraktive Zusatzversorgung im Alter anstrebt, kommt nicht umhin, sich mit Produkten zu befassen, die weniger garantieren und stattdessen stärker renditeorientiert anlegen. Sehr sichere Renditen gleichen in dieser Ära der Niedrigzinsen nicht einmal die jährliche Geldentwertung aus.“

Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • 56 Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden
  • 42 Prozent befürworten die Stärkung betrieblicher Altersvorsorge
  • 46 Prozent schätzen ihr Wissen in Sachen Finanzen als schlecht ein
  • 87 Prozent halten ein eigenes Schulfach Finanzen für sinnvoll

 

Bilder: © khosrork / fotolia.com

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