Die ERGO und das Rodeo des Markus Rieß

Die ERGO Versicherungsgruppe war in den letzten Monaten in vielen Schlagzeilen zu finden. Wettbewerbsfähigkeit durch Personalreduzierung. Run-off der Lebensversicherungen ERGO Leben und Victoria Leben mit 6 Millionen Kunden. Die veraltete IT …

Jetzt berichtet der Versicherungsmonitor: Die Munich Re wildert erneut bei der Allianz und lockt Matthias Scheuber nach Düsseldorf. Außerdem wird die Führungsebene umgebaut: Elf Frauen und Männer gehen, werden abgeworben oder arbeiten künftig in einer neuen Position.

Es fragen sich wohl derzeit viele Angestellte, welche Ziele das Markus Rieß-Rodeo verfolgt. Nach gut zwei Jahren als Vorstandschef hat er nun eine umfangreiche Neuordnung angestoßen und gibt den Startschuss für einen neuen Industrieversicherer unter dem Dach des Unternehmens, die ERGO International Corporate Solutions SA (EICS) – Zielgruppe: internationale Firmenkunden.

Der Neue von der Allianz

Außerdem räubert der Rieß erneut bei seinem Ex-Arbeitgeber Allianz in München: Der Neue in Düsseldorf soll der 60-jährige Mathias Scheuber (bisher Schaden-Vorstand bei der Allianz). Dieser hatte eigentlich seinen Ruhestand als Vorstand zum 1. Januar 2018 verkündet. Nun denn, jetzt geht er eben nach Düsseldorf.

Dort allerdings sitzt Markus Hofmann, der nach einer Rieß-Umwerbung erst Ende 2016 die Allianz verließ. Rieß machte den 52-Jährigen zum Kopf der ERGO Versicherung, die in Deutschland das Geschäft mit der Autoversicherung, Gebäuden, Gewerbe und ähnlichen Risiken betreibt.

Doch knapp ein Jahr später wird Hofmann einfaches Vorstandsmitglied und ist nicht länger Vorstandschef. Gleichzeitig soll er sich um den neu zu gründenden Industrieversicherer Ergo International Corporate Solutions kümmern, den er zusammen mit zwei Managern der polnischen Ergo Hestia führt.

Peter Stockhorst wird gehen

Ebenfalls keine zwei Jahre her: Peter Stockhorst wird Chef in Nürnberg. Jetzt verlässt der 52-Jährige das Boot bereits wieder, da immer mehr Aktivitäten der Ergo Direkt in Düsseldorf und Köln gebündelt werden. Die Aussichten sind folglich nicht gerade rosig. So stellt er sich neuen Herausforderungen.

Nachfolger soll der 45-jährige Sebastian Rapsch sein, der vom ERGO-Krankenversicherer DKV in Köln kommt, dort aber auch Vorstandsmitglied bleibt. Versicherungsexperte Herbert Fromme vermutet, dass Rapsch offenbar die Integration der Ergo Direkt Kranken in die DKV vorbereiten soll.

Weitere Veränderungen

  • Silke Lautenschläger (49) wird Vorstandsvorsitzende der DKV Belgium S.A. und übernimmt außerdem die Verantwortung für die ERGO Insurance N.V. in Brüssel.  In dieser Rolle wird sie zusätzlich Vorstandsmitglied der ERGO International AG.
  • Nachfolger von Lautenschläger in ihrer Verantwortung für den Kunden- und Vertriebsservice im Vorstand der ERGO Deutschland AG wird Christian Molt (48), bisher Ressortbereichsleiter im Ressort Operations der Allianz Deutschland AG.
  • Der bisherige Vorstandsvorsitzende der DKV Belgium, Emmanuel de Talhouet (56), wird die Verzahnung der operativen Aktivitäten von ERGO Insurance mit den Aktivitäten der DKV Belgium als Chief Integration Officer begleiten.
  • Der Vorstandsvorsitzende der ERGO Insurance, Mark Lammerskitten (49), wird Ende März 2018 nach Deutschland zurückkehren und im Vorstand der DKV Deutsche Krankenversicherung AG das Ressort Produktmanagement Vollversicherung, Gesundheitsservices und Leistungspolitik übernehmen.
  • Für die Unternehmensorganisation und Großprojekte bei ERGO Deutschland AG kommt Johannes Elsner (39) neu in den ERGO Führungskreis. Er wird direkt an den ERGO Deutschland-Chef Achim Kassow berichten. Elsner stammt von McKinsey, wo er als Partner in der Financial Institution Practice zuletzt das Münchener Büro der Unternehmensberatung leitete.

 

Bilder: © Elnur / fotolia.com


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