Betongold als Altersvorsorge

Immobilien-Leibrenten sind eine Möglichkeit im Alter in den eigenen vier Wänden zu bleiben – und trotzdem die Rente aufzupeppen. Für manche Eigentümer kann sie ein guter Deal sein. Doch für wen eignet sich eine Leibrente tatsächlich und welche Risiken birgt das Modell?

Die beste Altersvorsorge ist eine eigene Immobilie! Diesen Ratschlag hat jeder bereits gehört. Doch selbst in den eigenen vier Wänden sind finanzielle Engpässe nicht ausgeschlossen.

Friedrich Thiele, Vorstand der Deutschen Leibrenten Grundbesitz AG, erklärt:

„Oft ist die eigene die einzige Immobilie, die Rentner ansparen konnten.

Finanzielle Sonderausgaben können aber drohen, wenn Pflege notwendig wird oder ein Partner verstorben ist und der Hinterbliebene das Haus mit einer Witwenrente nicht halten kann.“

In einem solchen Fall ist allerdings das Gesparte an das Haus gebunden – und eine Zusatzrente fehlt. Genau dieses fehlende Geld macht eine Immobilien-Leibrente verfügbar.

Die Immobilien-Leibrente bietet Planungssicherheit

Das Haus oder die Wohnung wird verkauft und geht mit Vertragsabschluss in das Eigentum des Käufers über. Dafür erhalten die Verkäufer ein lebenslanges Wohnrecht und monatliche Rentenzahlungen bis zum Lebensende. Sowohl Leibrente als auch Wohnrecht werden im Grundbuch eingetragen. Um die Instandhaltung kümmert sich (meistens) der neue Eigentümer.

Hier kann festgehalten werden: Je älter der ehemalige Eigentümer wird, desto teurer wird die Immobilie für den Käufer – und umgekehrt. Verstirbt der ehemalige Eigentümer früh, so jubiliert der Käufer. Um dieses Risiko zu minimieren, kann eine individuelle Mindestlaufzeit von einigen Jahren festgelegt werden. Im Todesfall erhalten dann die Erben über diesen Zeitraum die Rente.

Sollte dieses Konzept infrage kommen, so sollte darauf geachtet werden, dass die Immobilie weitgehend schuldenfrei ist. Außerdem: Die Immobilie steht natürlich für etwaige Erben nicht mehr zur Verfügung.

Die Umkehrhypothek bietet mehr Flexibilität

Ein anderes Modell ist die sogenannte Umkehrhypothek – eine Sonderform der Leibrente. Der Eigentümer schließt einen Kreditvertrag mit einer Bank oder Versicherung, das Haus oder die Wohnung selbst bleibt allerdings im Besitz des Eigentümers. Die Hypothek wird sodann in monatlichen Raten ausbezahlt.

Am Ende der Laufzeit wechselt die Immobilie entweder in das Eigentum des Kreditgebers, oder der bisherige Eigentümer, gegebenenfalls auch seine Erben, zahlen das gewährte Darlehen zurück. Anders als bei der Immobilien-Leibrente enden die monatlichen Ratenauszahlungen nicht erst mit dem Tod des Immobilienbesitzers.

So steht also auch hier die Planungssicherheit wieder im Fokus, da alle relevanten Faktoren (Höhe der Rente, Zinssatz, Laufzeit etc.) im Voraus festgelegt werden.

Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, ist der Meinung:

„Wird die Immobilie beliehen, kann sie meistens auch verkauft werden – zum Beispiel im Pflegefall.“

Diese Rente ist zudem weitgehend steuerfrei.

Risiken bei beiden Modellen

Immobilien-Leibrenten oder Umkehrhypotheken sind relativ teure Produkte, so sollte vorab geklärt werden, wie wichtig es ist, in der eigenen Immobilie zu bleiben. Denn es fallen hohe Gebühren wie der Zinssatz, die Abschlussgebühr und die Rückversicherung gegen das Langlebigkeitsrisiko – wenn der Rentenempfänger älter als statistisch vorgesehen wird – der Bank an. Auch bei der Wertermittlung kann es zu Sicherheitsabschlägen kommen. Denn die Immobilie dient nur dem Anbieter als Sicherheit und kann als solche nicht mehr anderweitig verwendet werden.

Deshalb ist es für Interessierte enorm wichtig zu klären, wie genau das Wohn- und Nießbrauchrecht geregelt ist oder wer zukünftig für Instandhaltungs- und Renovierungsmaßnahmen aufkommen muss. Ebenfalls sollten die Konsequenzen bei einer Insolvenz des Anbieters mitbedacht werden. Und mehrere Angebote einholen und vergleichen ist sowieso immer der erste Schritt.

 

Bild: © Photographee.eu / fotolia.com

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