Branchenmonitor: Lebensversicherer massiv unter Druck

In Zusammenarbeit mit der YouGov Deutschland GmbH bringt die V.E.R.S. Leipzig GmbH eine Neuauflage der Branchenmonitore heraus. Wichtigste Ergebnisse sind: Komposit ist auch weiterhin die sicherste Erfolgsquelle – und Lebensversicherer stehen massiv unter Druck.

Die Marktstudien stellen die Jahresabschlusskennzahlen der jeweils 50 größten Versicherungsunternehmen (mit Fokus auf dem Privatkundengeschäft) in Haftpflicht, Hausrat, Komposit, Kfz, Leben, Rechtsschutz (für Rechtsschutz die 28 größten Versicherungsunternehmen), Unfall und Wohngebäude mit einem Marktanteil von circa 90 Prozent für den Zeitraum von 2014 bis 2016 gegenüber.

Als Jahresabschlusskennzahlen fließen unter anderem Marktanteil, Prämien, Rückversicherungsquote, Combined Ratio, versicherungstechnisches Ergebnis und Eigenkapitalrentabilität in die Ergebnisse der Branchenmonitore ein. Durch die Verknüpfung dieser Daten mit Ergebnissen der repräsentativen Marktforschung (Kundenmonitor Assekuranz der YouGov Deutschland GmbH) liefern die Benchmarks fundierte Vergleichswerte und Einsichten auf Fragen zu Marktentwicklung und -volumen, Kundenstruktur, Neu- und Bestandsgeschäft sowie zu relevanten Einflussgrößen des Erfolgs von Versicherungsunternehmen.

Komposit als sichere Erfolgsquelle

Die Branchenmonitore 2014 bis 2016 liefern für Komposit ein erfreuliches Bild: Auch in 2016 konnte die Kompositversicherung ihrem Ruf als sichere Erfolgsquelle gerecht werden. Mit dem Verlauf des Geschäftsjahres können die Versicherer zufrieden sein, denn: Komposit ist wieder auf Wachstumskurs – trotz des herausfordernden Umfelds.

Sowohl die Anzahl der Verträge als auch die gebuchten Bruttoprämien sind im Durchschnitt über die 50 analysierten Versicherer angestiegen, während die Schadenquote im Vergleich zum Vorjahr weitgehend konstant geblieben ist. Auch die Combined Ratio fällt mit durchschnittlich 94,37 Prozent nahezu unverändert zum Vorjahr aus. Die „Sorgenkinder“ der Sparte Schaden/Unfall, Kfz und Verbundene Wohngebäude, konnten auch in 2016 ihre Combined Ratio unter 100 Prozent halten und damit einen wesentlichen Beitrag für das insgesamt gute Ergebnis in Komposit leisten.

Beim versicherungstechnischen Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung konnte das hohe Niveau der Vorjahre nicht ganz gehalten werden (2015: 52,37 Mio. Euro; 2016: 43,04 Mio. Euro), doch auch mit dem erreichten Wert ist das Ergebnis noch sehr auskömmlich. Trotz teilweise turbulenter wirtschaftlicher Zeiten und klimatischer Ereignisse war die Lage in Komposit also insgesamt zufriedenstellend, was nicht zuletzt auch an den Beitragsanpassungen in den Kraftfahrtzweigen und der Wohngebäudeversicherung sowie der damit verbundenen Abmilderung des Preis- und Ergebnisdrucks liegt.

Herausforderungen für Lebensversicherer

Im Bereich Leben stehen die 50 größten Lebensversicherer weiterhin Herausforderungen gegenüber: Dauerhaft niedrige Zinsen, zunehmende Transparenz über Vergleichsportale und strengere Regulierungen – das Wettbewerbsumfeld für die Lebensversicherung in Deutschland wird immer anspruchsvoller.

Insgesamt sind die Zahlen der Lebensversicherer auch 2016 wieder etwas rückläufig. So sind sowohl die laufenden Beitragseinnahmen als auch die Einmalbeiträge im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Auch das Hauptversicherungsportfolio der Versicherer hat sich verschoben: In den Produktlinien liegt die Kapitallebensversicherung mit 26,09 Prozent nach Vertragsanzahl erstmals knapp hinter der Rentenversicherung mit 26,50 Prozent.

Alle 50 analysierten Unternehmen weisen ein positives wirtschaftliches Ergebnis (vor Steuern) auf, wobei sich das durchschnittliche Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr etwas verschlechtert hat (2015: 13,18 Prozent; 2016: 10,68 Prozent). Dagegen ist das versicherungs-technische Ergebnis im Durchschnitt über die 50 Unternehmen leicht gewachsen: von 60,41 Mio. Euro (2015) auf 61,80 Mio. Euro (2016).

Überschussbeteiligungen unter Druck

Insbesondere angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen geraten die Gewinnmargen und Spielräume für Überschussbeteiligungen mächtig unter Druck. Mit einer Verwaltungskostenquote von 2,57 Prozent im Durchschnitt über die 50 untersuchten Unternehmen bleibt jedoch kaum Luft zur signifikanten Reduzierung der administrativen Kosten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Lebensversicherer nur verhalten positiv in die Zukunft blicken. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist ein kleiner Lichtblick. Doch die vielen Altlasten und wenig über-zeugende neue Produkte gestalten die Lage auch weiterhin schwierig.

 

Bild: © vectorfusionart / fotolia.com

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