E-Mail-Marketing: Versicherer in der Steinzeit

Seit Jahren gehört das E-Mail-Marketing zum essentiellen Bestandteil der Kundenkommunikation. Aus unerfindlichen Gründen scheinen Versicherer sich diesem allerdings zu verweigern zeigt die aktuelle Studie „Leadgenerierung bei Versicherungen“ der Unternehmensberatung absolit.

Die Ergebnisse in Kürze: 24 Prozent der Versicherungsunternehmen stehen ohne Newsletter da, 30 Prozent sammeln Daten, ohne sie zu verwenden – und 46 Prozent der vorhandenen Newsletter sind nicht mobiloptimiert.

Vorgehensweise und Auswertung

Insgesamt wurden von absolit 63 Unternehmen auf die Grundlagen ihres E-Mail-Marketings hin untersucht. Davon wurden weitere 35 Firmen eingehender auf die Rechtssicherheit der versendeten E-Mails sowie die Methoden der Automatisierung und Adressgewinnung analysiert. Die Testsieger wurden für eine Detailuntersuchung ausgewählt, die mit Hilfe von 20 Variablen die Gestaltung und Mobiloptimierung der Newsletter ausgewertet hat.

Nur 44 Prozent der Maximalpunktzahl

Im Durchschnitt erreichten die Versicherer gerade einmal 44 Prozent der maximalen Punktzahl. Nur sieben von 63 Versicherern erhielten mehr als die Hälfte der Punkte. Selbst B2B- und Pharmakonzerne, ansonsten die Schlusslichter im E-Mail-Marketing, schlagen diese Werte um Längen.

Und wer sich für Newsletter dieser Unternehmen interessiert, hat es nicht gerade leicht: Über 40 Prozent der untersuchten Versicherungen platzieren die Newsletter-Anmeldung nicht auf der Startseite, was deren Auffindbarkeit erheblich erschwert. Bei 24 Prozent suchen die potenziellen Neukunden gar vergebens. Auch eine triste und langweilige Gestaltung der Anmeldung, wie sie bei etwa drei Vierteln aller untersuchten Websites vorhanden ist, beeinträchtigt die Auffindbarkeit selbst bei prominenter Platzierung auf der Startseite.

Soviel Potenzial verschenkt

Großes Potenzial wird auch durch das Fehlen simpler automatisierter Mailings verschenkt. Gerade einmal 15 Prozent der untersuchten Versicherer verschicken nach erfolgreicher Anmeldung eine Begrüßungsmail an Neu-Abonnenten und das, obwohl diese meist die höchsten Öffnungsraten aufweisen. Eine personalisierte Ansprache, die nicht nur Öffnungs- und Engagement-Rate steigert, sondern auch ein positives Gefühl beim Kunden erzeugt, nutzen 31 Prozent nicht, obwohl die Daten dafür zuvor gesammelt wurden.

Mobiloptimierung heute absolut notwendig

Neben der Automatisierung wird mit der Mobiloptimierung auch ein zweiter, zentraler Aspekt des modernen Marketings vernachlässigt. Fast die Hälfte der Newsletter und knapp ein Drittel der Landingpages lassen sich auf Smartphones weder bequem lesen noch bedienen. Sowohl 62 Prozent der Pre-Header und Betreffzeilen sagen kaum etwas über den Inhalt des Newsletters aus, wodurch dessen Relevanz im Postfach verloren geht.

Studienautor Torsten Schwarz unterstreicht:

„Durch die fehlende Automatisierung katapultieren sich die Versicherer in die Steinzeit des E-Mail-Marketings zurück.“

Wenigstens bei Rechtssicherheit die Nase vorn

Einzig die Rechtssicherheit der untersuchten Newsletter hebt sich vom Durchschnitt der Branchen ab. So können Versicherungen in dieser Kategorie selbst mit Konzernen aus der Handelsbranche mithalten, die diese Kategorie anführen. Über 80 Prozent der Versicherungsdienstleister verwenden das Double-Opt-in-Verfahren, weniger als die Hälfte fragen bei der Anmeldung zu viele Daten ab und mehr als 70 Prozent klären bei der Anmeldung über die Verwendung personenbezogener Daten auf.

 

Bild: © adiruch na chiangmai / fotolia.com

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