PKV: Nach der Beitragsanpassung ist vor der Beitragsanpassung

Voraussichtlich – und wie es zu erwarten war – kommt es erneut zu Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung zum 01.01.2018.

Die ersten Anpassungen sind kürzlich bekannt geworden: Die Eröffnung des Erhöhungsreigens oblag in diesem Jahr der AXA. Hier liegt die Beitragsanpassung 2018 im Neugeschäft bei durchschnittlich 11 Prozent und in der Spitze bei 35 Prozent. Die Berechnungen für langjährige Bestandskunden liegen bis dato nicht vor.

Tarife mit den stärksten Erhöhungen

Laut Gewa-Comp verteuern sich die Prämien im Kranken-Vollversicherungs-Tarif Vital 300-U am stärksten. Besonders 26-jährige Kunden trifft es bei Neuabschlüssen: 38 Prozent mehr ist hier angedacht – ein 32-Jähriger muss „nur“ 33 Prozent mehr in Kauf nehmen.

Auch der Tarif ELBonusU wird für einen 26-Jährigen um 21 Prozent teurer – bei Kindern und Jugendlichen sind es 19 Prozent. Auch in den Tarifen Kompakt-Zahn U und Prem-Zahn U gibt es Anhebungen. Vor allem Kinder und Jugendliche zahlen in Zukunft teurere Beiträge – 14 beziehungsweise 11 Prozent mehr sollen es laut Gewa-Comp für 7- wie für 17-Jährige sein.

Auch Mediziner können auf satte Erhöhungen bauen: In den Vollversicherungen soll es im Tarif VZ600-U für 26-jährige Kunden eine Preissteigerung um 28 Prozent geben. Günstiger wird es hingegen im Tarif VZ Zahn-U, wo ein gleichaltriger Versicherter künftig 10 Prozent weniger zahlt. Auch bei Vollversicherungen für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler wird es in einem Fall günstiger: Beim KGSU sinken etwa für 55-Jährige die Prämien bei Neuabschlüssen um 24 Prozent.

Über 76 Tarife der AXA Krankenversicherung sind von den Beitragserhöhungen betroffen – durchschnittlich um 11,81 Prozent.

Gründe für die Beitragsanpassung

Die auslösenden Faktoren sind hinlänglich bekannt: Steigende Lebenserwartung und die allgemeine Kostensteigerung im Gesundheitswesen von 6 Prozent – O-Ton PKV-Verband. Zusätzlich macht sich die weiterhin niedrige Verzinsung der Altersrückstellungen negativ bemerkbar.

Zusammengenommen könnten die Gründe zu einer Beitragsanpassung in 2018 läppischen 9 Prozent führen. Bisher hat nur die Debeka bei einigen Versicherten eine Absenkung der Beiträge für 2018 angekündigt.

Der Ausweg aus dem Dilemma

Ein PKV-Tarifwechsel gem. § 204 VVG innerhalb der bestehenden Gesellschaft scheint der einzige Ausweg zu sein. Nur so kann man sich die mühselig erworbenen Rechte bewahren. Achtung: Die Beratung zur Tarifoptimierung sollte für Versicherte kostenlos sein – ansonsten freut sich nur der Berater.

 

Bild: © alphaspirit / fotolia.com

1 Comment

  1. F. Peters sagt:

    Diese Anpassungsorgie der AXA seit nunmehr 3 Jahren jährlich speziell in den VITAL Tarifen muss doch endlich mal ein Ende haben! Das kann doch auch rechtlich gar nicht mehr haltbar sein?!

    Hat da jemand Ahnung, ob man sich dagegen wehren kann?

    Ich bin zwar 50 aber wenn man endlich die Möglichkeit hätte, auch bei Tarifen vor UNISEX seine Altersrückstellungen mitzunehmen wäre ich längst weg bei diesem miserabel geführten Laden!

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