Renteneintritt auf freiwilliger Basis?

Rente mit 67. Wann kommt die Rente mit 70. Trotz Merkels Dementi beim TV-Duell gegen Schulz hallt es in den Köpfen der Bundebürger. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) wartet nun mit einem anderen Vorschlag auf: Statt eines fixen gesetzlichen Renteneintrittsalters sollte in Deutschland ein Alterskorridor eingeführt werden, in dem jeder selbst über seinen Rentenbeginn entscheiden kann.

Durchführbar sei dieser über die Höhe der Rente, denn in Abhängigkeit vom gewählten Rentenbeginn fällt diese dann höher oder niedriger aus. Wer früher in Rente geht, bekommt weniger Rente. Eine längere Lebensarbeitszeit führt zu einer höheren Altersrente.

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern fordert:

Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA)

Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA)

„Anstatt sich in politische Grabenkämpfe über das richtige Rentenalter zu begeben, sollten die politischen Parteien über ein Konzept des Übergangs von der Erwerbsphase in die Rentenzeit nachdenken, dass unserer veränderten Lebenswelt entspricht.

Ein flexibler Alterskorridor mit einer vom Renteneintritt abhängigen Rentenhöhe wäre eine konsequente Weiterentwicklung des schon bestehenden Systems der Zu- und Abschläge in der gesetzlichen Rentenversicherung.“

Dieses System, das den Menschen viel mehr Freiheit für eine selbst verantwortete Lebensgestaltung gibt, sollte ab 2030 in Kraft treten, wenn die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 beendet ist.

„Ob der Korridor bei 60 oder 62 Jahren beginnt und bei 69 oder 70 endet, ist dann erst einmal nebensächlich. Entscheidend ist der Umstieg auf ein System, dass der geänderten Lebenswirklichkeit, die keine starren Erwerbsbiografien mehr kennt, entspricht.

Mit der Flexi-Rente wurde in der ablaufenden Legislaturperiode ein erster Schritt unternommen. Daran sollte nun angeknüpft werden.“

Tatsächlich gehen schon heute die Deutschen weit später in Rente als noch in den 90ern. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung hervor. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei der gesetzlichen Altersrente ist seit 1999 um fast 2 Jahre gestiegen – von 62,2 auf 64 Jahre. Was erstmal nicht viel klingt, zeigt jedoch eine Tendenz mit Folgen. Denn dieser Trend setzt sich seit Jahren fort.

Infografik: Die Deutschen gehen immer später in Rente | Statista

 

Bilder: (1) © Günter Menzl / fotolia.com (2) © Statista

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