Apella kritisiert Wahlprogramme der Parteien

In vier Wochen wird ein neuer Bundestag gewählt und es vergeht kein Tag ohne Meldung über die Spitzenkandidaten und deren Aussagen im Bundestagswahlkampf. Ein Blick in die Wahlprogramme der Parteien zeigt jedoch, dass ein Thema dort relativ schlecht abschneidet: die private Altersvorsorge.

Vorschläge rund um ein gesetzliches Rentenprogramm sind ausreichend vorhanden, doch weiterführende Ideen oder innovative Ansätze für Reformern der wichtigen dritten Säule der Alterssicherung müssen mit der Lupe gesucht werden. So lautet das Fazit des Maklerverbundes Apella AG nach einer Analyse der Wahlprogramme. Nachdem in der zurückliegenden Legislaturperiode Veränderungen für die gesetzliche Rente und die betriebliche Altersversorgung beschlossen wurden, wäre dies auch für die private Altersvorsorge das Gebot der Stunde.

In den Augen von Guntram Schloß, dem Vorstandsvorsitzenden der Apella AG, wird dieser Punkt von den Politikern vernachlässigt. Zu finden sind Vorschläge, die das gesetzliche Rentensystem stärken, wie zum Beispiel ein weiteres staatlich organisiertes Altersvorsorgeprodukt, das in Konkurrenz zu den bisherigen Angeboten für das Alters-Sparen mit Hilfe von Investmentfonds und Versicherungen treten würde, oder die Idee die Riester-Rente in die gesetzliche Rentenversicherung einzugliedern.

Guntram Schloß warnt:

„Damit befinden sich die Parteien auf dem besten Wege, die beachtlichen Ergebnisse, die beim Aufbau einer ergänzenden privaten Altersvorsorge seit der Jahrtausendwende erreicht wurden, wieder zu zerstören.“

Wäre es nicht klüger und sinnvoller, an die bislang erreichten Ziele anzuknüpfen und noch mehr Möglichkeiten zu bieten. Die Apella AG bringt einige Vorschläge in die öffentliche Diskussion ein, wie die Bedingungen für die private Altersvorsorge verbessert werden können.

So schlägt das Unternehmen eine Förderung der Investmentkultur in Deutschland vor:

„Die Bevölkerung muss viel mehr an der Wertsteigerung der Unternehmen teilhaben können. Daraus wachsen vor allem  Chancen für größeren Wohlstand.“

Dafür müsste der Staat kein neues Geld in die Hand nehmen. Helfen könnte beispielsweise, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Bruttobeitragsgarantie bei der Riester-Rente abgeschafft wird. Das eröffnete den Anbietern von Riester-Verträgen die Möglichkeit, stärker in ertragreichere Sachwertanlagen wie Aktien zu investieren.

„In anderen Ländern, wie den USA zum Beispiel, wird Aktienfondssparen gezielt gefördert. In Deutschland errichtet der Staat per Gesetz eine Barriere gegen größere Aktienanteile in der geförderten Altersvorsorge.“

Deutschland war in diesem Punkt schon einmal weiter, wenn man die Bedingungen für die vermögenswirksamen Leistungen betrachtet. Dort ist bei der Anlage in Fonds ein Mindestanteil mit Aktien vorgeschrieben.

Eine zweite Forderung der Apella AG ist die Einführung eines säulenübergreifenden Online-Rentenkontos, mit dem jeder Bürger seine künftigen Alterseinkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersversorgung und der privaten Vorsorge zusammengefasst sehen kann:

„Nur wer den Überblick hat, trifft auch die richtigen Entscheidungen für seine Vorsorge.“

In anderen Ländern, wie zum Beispiel Schweden, gibt es ein solches Rentenkonto schon seit Jahren. Deutschland hingegen kommt damit nicht voran.

 

Bild: © olly / fotolia.com

 

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