BU: Haftungsrisiken für den unabhängigen Makler

Immer mehr Menschen sind von Berufsunfähigkeit betroffen, aufgrund dessen dieses Thema in keiner Versicherungsberatung fehlen sollte. Gleichwohl lauern an vielen Stellen der Beratung Haftungsrisiken – auch und gerade weil das Thema Berufsunfähigkeit so komplex ist.

Jens Reichow, Rechtsanwalt bei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB

Jens Reichow, Rechtsanwalt bei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB

Die Hamburger Anwaltskanzlei Jöhnke & Reichow betreut daher in ihrer anwaltlichen Praxis nicht nur viele BU-Leistungsfälle, sondern auch Haftungsfälle, in welchen Makler wegen angeblicher Fehlberatung von Versicherungsnehmern auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden.

Unzureichende Absicherung neben der BU

Makler sollten immer im Auge behalten, dass es, bevor eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit beim Versicherungsnehmer eintritt, zuerst meist zur Arbeitsunfähigkeit desselben kommt. Und auch diese Phase gilt es durch ein selbständiges Krankentagegeld oder diverse Kombinationsprodukte entsprechend abzusichern.

Der richtige Versicherungsvertrag

Hat der Versicherungsnehmer die Entscheidung getroffen, das Risiko abzusichern, so müssen Makler sich den Möglichkeiten zuwenden: Was passt tatsächlich zum Kunden? Muss es denn immer die BU sein? Eventuell eignet sich hinsichtlich der Bedürfnisse des potentiell Versicherten eher eine EU-, Dread-Disease- oder eine Unfallversicherung.

Doch nicht nur die Produktwelt ist enorm, es steht auch eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife zur Auswahl. Entscheidend hierbei ist die kundenorientierte Beratung – und oftmals auch der Preis. Wer gut berät, hat mehr Erfolg: Studien zeigen, dass Versicherungsnehmer nach richtiger Beratung auch umfangreichere Produkte abschließen.

Anforderungen im Leistungsfall

Tritt der Versicherungsfall ein, so muss der Vermittler entscheiden, ob er im Berufsunfähigkeits-Leistungsfall unterstützen kann und darf. Hierbei gilt es ebenfalls rechtliche Fallstricke zu beachten, denn nicht selten sind Grenzen zur unerlaubten Rechtsberatung überschritten. Dieses muss jedoch im Einzelfall betrachtet und geprüft werden.

In der Praxis kommt es dabei häufig vor, dass Versicherer den Leistungsfall nicht vollständig anerkennen und ein Vergleichsangebot unterbreiten, oder aber ihre Anerkenntnis befristen. Der Versicherungsvermittler wird dann vom Versicherungsnehmer oftmals aufgefordert, den Vergleich des Versicherers zu bewerten oder den Versicherungsnehmer im Nachprüfungsverfahren zu unterstützen. Spätestens an dieser Stelle ist der Versicherungsvermittler gehalten juristischen Rat einzuholen – wie die Fälle der Kanzlei Jöhnke & Reichow zeigen.

Jöhnke & Reichow auf der John-Vermittlerfortbildung

Jöhnke & Reichow berichten auf der John-Vermittlerfortbildung 2017 über die Haftungsgefahren in der BU-Beratung. Die Referenten zeigen in ihrem Vortrag nicht nur auf, auf welche unterschiedlichen Inhalte des Versicherungsschutzes der Versicherungsvermittler in der Beratung einzugehen hat, sondern auch, wie dies rechtssicher zu dokumentieren ist.

Autor: Rechtsanwalt Jens Reichow, Kanzlei Jöhnke & Reichow (Homepage)

 

Bilder: (1) © alphaspirit / fotolia.com (2) © Kanzlei Jöhnke & Reichow