Nachhaltigkeit im Talanx-Konzern

Die Talanx-Gruppe veröffentlichte für das Jahr 2015 erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht, der die Geschäftstätigkeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 und die zunehmend nachhaltige Ausrichtung des Versicherungskonzerns dokumentiert. Talanx wird von nun an jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Erstmals hat sich der Konzern Ziele für das Nachhaltigkeitsmanagement gegeben.

Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG, erläutert:

„Der Vorstand bekennt sich zu einer ganzheitlichen, nachhaltigen Unternehmensführung. Als international agierender Versicherungskonzern, Arbeitgeber und langfristig orientierter Investor stehen wir für eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegte Unternehmensführung. Wir integrieren verstärkt ökologische, gesellschaftliche und Governance-Aspekte in unsere Geschäftstätigkeit.“

Das Handeln als Versicherungskonzern sieht die Talanx-Gruppe durch zahlreiche Nachhaltigkeitsfaktoren wie zum Beispiel den Klimawandel, die demografische Entwicklung und die Vielfalt der Kulturen geprägt. Der nun vorliegende Bericht umfasst vorrangig Strategien, Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen des Nachhaltigkeitsmanagements.

Zu den wesentlichen Maßnahmen zählen die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in der Kapitalanlage noch im Jahr 2016, Energieeinsparungen und Emissionsreduzierungen zum Beispiel durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sowie durch den klimaneutralen Druck von Geschäftsberichten und die Nutzung umweltfreundlichen Papiers.

Zudem arbeitet Talanx an der Einführung eines Lieferantenkodex, der nicht nur Umweltschutzaspekte, sondern ebenso Arbeits- und Menschenrechte in der Lieferkette berücksichtigt. Ferner ist geplant, künftig mindestens 25 Prozent der vakanten Führungspositionen in Deutschland mit Frauen zu besetzen.

ESG-Screening bei Kapitalanlagen in Vorbereitung

Derzeit konkretisiert die Talanx-Gruppe das Vorgehen für ein konzernweites ESG-Screening (Environmental, Social and Governance) der Kapitalanlagen. Die Investitionsobjekte werden zum Beispiel auf die Wahrung von Menschenrechten und Arbeitsnormen, den Schutz der Umwelt und Anti-Korruption überprüft. Bereits seit längerem investiert Talanx vermehrt in Infrastrukturprojekte.

Bis zum Jahresende 2015 waren es 1,13 Mrd. Euro, dabei wurde der Großteil der Infrastrukturinvestitionen in der jüngeren Vergangenheit in Windkraftanlagen wie zum Beispiel Gode Wind 1 investiert. Bis zum Jahr 2017 soll das Volumen auf rund 2 Mrd. Euro ausgedehnt werden. Langfristig ist ein Investitionsvolumen in breit diversifizierte alternative Anlagen von bis zu 5 Mrd. Euro denkbar.

Stärkere Senkung von Energieverbrauch und Emissionen

Neben der vermehrten Investition in Zukunftsenergien stehen auch Ziele wie die schrittweise verstärkte eigene Nutzung erneuerbarer Energien, Energie sparen und Emissionen senken im Fokus des Talanx-Nachhaltigkeitsmanagements. Ein 2011 fertiggestelltes Zentralgebäude in Hannover verfügt über energieeffiziente Anlagen für den Gebäudebetrieb wie eine Geothermieanlage, passivhaustaugliche Bauelemente, eine regenerative Lüftung und Fernwärmeunterstützung.

Was die Reduktion von Treibhausgasemissionen betrifft, so nutzt die Talanx-Gruppe an den größten Standorten in Deutschland beispielsweise ausschließlich Fernwärme, senkt ihren Papierverbrauch und arbeitet an der Reduzierung der Reisetätigkeiten von Mitarbeitern, beispielsweise durch die Installation von Videopräsenzanlagen. Die vermehrte Bereitstellung von BahnCards soll umweltfreundliches Reisen sicherstellen.

Um ökologische, menschenrechtliche und sozialverträgliche Kriterien künftig systematisch bei der Auswahl von Lieferanten zu berücksichtigen, entwickelt Talanx bis 2017 einen Lieferantenkodex, der dann schrittweise implementiert wird. Wachsende Verantwortung kommt dem Unternehmen auch künftig bei der Integration von älteren Erwerbstätigen zu. Zudem werden auf der Produktebene zum Beispiel Altersvorsorgeangebote entwickelt, die ebenfalls gesellschaftliche und ökologische Aspekte beinhalten.

Der Nachhaltigkeitsbericht bezieht sich zunächst auf die Geschäftsaktivitäten am Heimatstandort Deutschland und die der WARTA-Gruppe in Polen, der größten Auslandsaktivität der Talanx-Gruppe. Geplant ist, den Bericht sukzessiv auf weitere strategische Zielmärkte auszuweiten. Die Talanx-Tochter Hannover Rück veröffentlicht einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht.

Stakeholder-Analyse für Handlungsfelder und Maßnahmen

Der Nachhaltigkeitsbericht orientiert sich strikt an den international anerkannten Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI G4). Zur Festlegung der Handlungsfelder und Maßnahmen führte das Unternehmen eine Wesentlichkeitsanalyse durch und befragte Analysten, Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter im In- und Ausland sowie Nichtregierungsorganisationen, Verbände und Institutionen aus Politik und Forschung.

Bestimmt wurden neben den beiden übergeordneten Bereichen „Strategie und Governance“ sowie „Dialog und Bericht“ weitere fünf Handlungsfelder: „Compliance und Transparenz“, „Betriebsablauf und Beschaffung“ „Arbeit und Beschäftigte“, „Kapitalanlage und Produkte“ sowie „Corporate Citizenship“.

 

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