Register für Immobilienkredite geplant

Immobilienkäufer in Deutschland könnten künftig mit zusätzlichen Hürden bei der Aufnahme von Krediten konfrontiert sein. Darauf macht der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) angesichts der Pläne des Bundesministeriums der Finanzen aufmerksam, ein Register für Immobilienkredite einzuführen.

Die Absicht sei, mit dem Wohnkreditregister auch bislang nicht erfasste Kennziffern zu dokumentieren. Zu diesen Kennziffern zählen Kenngrößen für das Verhältnis der Kreditverpflichtungen zum Einkommen eines Schuldners oder auch zum Wert der finanzierten Immobilie. Ein Register mit entsprechenden Daten würde den Bankenaufsehern weitreichendere Eingriffsmöglichkeiten einräumen, um gegebenenfalls eine Darlehensvergabe auch limitieren oder ablehnen zu können.

GVB-Präsident Jürgen Gros kommentiert:

„Das Vorhaben droht den Immobilienerwerb in Deutschland weiter zu reglementieren und damit zu erschweren.“

Vielen Verbrauchern könne dadurch die Chance entgehen, den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung zu finanzieren. Das sei nicht nur wegen der im internationalen Vergleich geringen Eigenheimquote in Deutschland politisch fragwürdig, so Gros. Zugleich würden die Betroffenen daran gehindert, zur Altersvorsorge in Immobilien zu investieren.

Gros führt weiter aus:

„Das schafft zusätzlich zu den niedrigen Einlagenzinsen neue Hürden für den Vermögensaufbau.“

Bereits mit der im März 2016 in Kraft getretenen Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde die Eigenheimfinanzierung in Teilen erschwert. Nach Ansicht des Verbandes würde der Gesetzgeber die Banken zu einem wesentlich restriktiveren Vorgehen bei der Vergabe von Immobiliendarlehen zwingen. Es sei nicht sinnvoll, wenn die Kreditaufnahme noch weiter bürokratisiert werde.

Gros hält fest:

„Finanzstabilität ist wichtig, aber die Politik muss auch die Interessen der Verbraucher im Blick behalten und auf die bewährte Risikoeinschätzung der Banken vertrauen.“

 

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