Provinzial: Teure Unwetter über Westfalen und dem Rheinland

Die Westfälische Provinzial und die Provinzial Rheinland ziehen Bilanz. Erstere vermeldet Schäden in Höhe von von bis zu 50 Mio. Euro, die zweite die etwas niedrigere Summe von 40 Mio. Euro.

Westfälische Provinzial Versicherung in Münster

Die Unwetterlage der vergangenen Wochen erreichte mit den schweren Gewittern, die vom 23. – 26. Juni über das Land zogen, ihren vorläufigen Höhepunkt. Besonders betroffen von den Gewittern mit heftigem Wind, Starkregen und Hagel waren Coesfeld, Lienen, Bocholt, Steinfurt, Borken, Rahden, Espelkamp, Stemwede und Rheine. Neben Überschwemmungen sowie Sturm- und Blitzschäden wurden insbesondere in Coesfeld, Ibbenbüren und Espelkamp zahlreiche Autos durch Hagel beschädigt.

Insgesamt rechnet die Westfälische Provinzial Versicherung in Münster allein für den Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag mit rund 7.500 Schäden in Höhe von 25 bis 30 Mio. Euro. Hinzu kommen die Unwetter von Mitte Mai bis Anfang Juni, die in Westfalen mit rund 18 Mio. Euro zu Buche geschlagen haben. Somit erwartet der Münsteraner Versicherer für den Zeitraum seit Mai insgesamt Schäden in Höhe von bis zu 50 Mio. Euro. Silke Liedtke, Hauptabteilungsleiterin Leistung Komposit, berichtet:

„Unsere Vertriebspartner in den Geschäftsstellen und Sparkassen sowie auch die Sachbearbeiter in der Direktion arbeiten mit Hochdruck an der Aufnahme und Regulierung der Schäden. Um möglichst schnell und effizient handeln zu können, haben wir die Regulierungsvollmachten unserer Vertriebspartner erhöht. So kann in vielen Fällen direkt vor Ort über alles Notwendige entschieden werden.“

Sammelbesichtigungen für Kfz-Schäden – Hagelscanner im Einsatz

Mit dem Hagelscanner nimmt die Westfälische Provinzial eine Vorreiterrolle unter den deutschen Versicherern ein.

Mit dem Hagelscanner nimmt die Westfälische Provinzial eine Vorreiterrolle unter den deutschen Versicherern ein.

 

Aufgrund der Vielzahl an durch Hagel beschädigten Fahrzeugen – insgesamt rechnet die Provinzial allein aus den letzten Tagen mit rund 2.000 Kfz-Schäden – werden in Coesfeld, Ibbenbüren und Espelkamp Sammelbesichtigungen durchgeführt. Karl Pfeifer, Hauptabteilungsleiter Kraftfahrt-Leistung, erläutert:

„Wir haben einen Großteil der Schäden aufgenommen und melden uns nun bei unseren Kunden, um individuelle Termine zu vereinbaren. Dadurch stellen wir sicher, dass jeder Schaden angemessen begutachtet wird und es nicht zu unnötigen Wartezeiten kommt.“

In Ibbenbüren wird dabei der Provinzial-Hagelscanner zum Einsatz kommen, den die Provinzial bereits seit zwei Jahren nutzt und damit eine Vorreiterrolle unter den deutschen Versicherern einnimmt. Dank MIKO (Mobiles Identifikationssystem für Kraftfahrzeugoberflächenfehler) können Kfz-Schäden zügig und präzise unter die Lupe genommen werden. Das System scannt das Fahrzeug mit hochauflösenden Kameras und erfasst auch Schäden, die für das bloße Auge kaum sichtbar sind. So erhalten die Provinzial-Kunden direkt vor Ort eine verlässliche Aussage darüber, wie hoch der Schaden an dem Fahrzeug ist. Außerdem werden die Schäden eindeutig dokumentiert, sodass es bei der Reparatur nicht zu bösen Überraschungen kommen kann.

Provinzial Rheinland Versicherungen

Die Serie von Unwettern von Ende Mai bis Ende Juni hat bei Kunden der Provinzial Rheinland Schäden in Höhe von über 60 Mio. Euro verursacht. Besonders viele Schäden hat es durch die Unwetter „Marine“ und „Neele“ in der vergangenen Woche (23. und 24. Juni) gegeben. Schwere Gewitter mit Starkregen und taubeneigroße Hagelkörner verursachten insbesondere in Kevelaer, Heinsberg, Mönchengladbach und Erkelenz zahlreiche Schäden.

Zudem waren die Orte Oberwesel und Stromberg im Rhein-Hunsrück-Kreis von heftigen Überschwemmungen durch Starkregen betroffen. Inzwischen sind über 10.000 Schadenmeldungen bei der Provinzial Rheinland eingegangen, davon etwa 5.600 Schäden an Wohngebäuden und 4.500 Schäden an Kfz. Die Provinzial Rheinland geht hier von einer Schadensumme in Höhe von etwa 40 Mio. Euro aus.

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„Elvira“ und „Friederike“

Bereits vor einem Monat hatten die Unwetter „Elvira“ und „Friederike“ (27. Mai bis 8. Juni) durch Starkregen, Überschwemmungen und zahlreiche Blitzeinschläge zu teilweise massiven Schäden geführt. Hier gingen über 9.000 Schadenmeldungen bei der Provinzial Rheinland ein. Von diesen Unwettern besonders betroffen waren im Geschäftsgebiet der Niederrhein, der Süden von Bonn mit Grafschaft und Wachtberg sowie das Ahrtal. Die Schadenhöhe liegt hier bei etwa 20 Mio. Euro.

Guido Schaefers, Privatkunden-Vorstand der Provinzial Rheinland:

„Eine Pflichtversicherung wäre nicht sinnvoll, weil 99 Prozent der Risiken gegen Naturgefahren schon jetzt ohne Weiteres versicherbar sind. Für das übrige eine Prozent kommen individuelle Lösungen in Betracht. Sich gegen Naturgefahren zu versichern ist also in der Regel problemlos möglich und liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Dafür braucht es keine staatliche Zwangsversicherung.“

 

Bild: (1 & 2) © Westfälische Provinzial (3 ) © Provinzial Rheinland

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