Pflege-Bahr – endlich angenommen?

Diesen Donnerstag will der PKV-Verband die aktuellen Zahlen zur staatlich geförderten Pflegeversicherung, dem sogenannten Pflege-Bahr, bekannt geben. Ein Sprecher des PKV-Verbands sagte aber vorab der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“, die Zahl sei im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Das Plus bei sogenannten Pflege-Bahr-Policen betrug demnach 22,4 Prozent auf 683 500 Verträge. Damit liefe dieses Vorsorgeprodukt erheblich besser als beispielsweise die gleichfalls staatlich geförderte Riester-Rente.

Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbandes

Uwe Laue, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbandes

Allerdings hat sich bei Pflege-Bahr der Anstieg gegenüber 2014 verlangsamt, als der Zuwachs 55,3 Prozent betragen hatte. Zugleich wurde das Ziel von einer Million Verträgen erneut verfehlt, das Verbandschef Uwe Laue bereits für 2014 ausgegeben hatte.

Der Pflege-Bahr, die offiziell „geförderte ergänzende Pflegeversicherung“ heißt, startete 2013 unter dem damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Er soll die gesetzliche Pflegeversicherung ergänzen. Jeder Versicherte erhält fünf Euro Förderung pro Monat. Weil die maximalen Auszahlungen sehr gering sind, ist eine Kombination mit einem ungeförderten privaten Zusatzvertrag empfehlenswert.

Ein Verbandssprecher betonte gegenüber €uro am Sonntag, dass es seit Start des Pflege-Bahr doppelt so viele private Pflegepolicen abgeschlossen wurden wie in den ersten 14 Jahren der gesetzlichen Pflegeversicherung.

„Der Pflege-Bahr trägt erkennbar dazu bei, dass immer mehr Menschen sich mit der Notwendigkeit von zusätzlicher Eigenvorsorge auseinandersetzen.“

 

Bild: (1) © Photographee.eu / fotolia.com (2) © Uwe Laue, Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

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