Allianz rät: Mobilität im Alter erhalten

Das Auto ist wichtiger Bestandteil im Leben älterer Menschen. Entzieht man Senioren aber ihre Fahrerlaubnis, nimmt man ihnen damit ein großes Stück Freiheit und schränkt sie in ihrem täglichen Leben ein. So das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Allianz Deutschland zum Thema Fahrverhalten von Senioren. Zwar steige die Unfallrate im höheren Lebensalter wieder an, aber Senioren verursachen vor allem Sachschäden. Deshalb empfiehlt die Allianz freiwillige Fahrertrainings.

91 Prozent der Befragten im Alter ab 60 Jahren gaben an, das Auto mindestens einmal in der Woche zu nutzen, 68 Prozent sitzen sogar täglich hinter dem Steuer. Dass diese Art der Mobilität Spaß macht, bejahte mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent). Wichtiger noch: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) der Befragten gaben an, im Alltag vom Auto abhängig zu sein.

In der Öffentlichkeit werden im Zusammenhang mit schweren Unfällen gerade ältere Fahrzeuglenker immer wieder als die besondere Risikogruppe im Straßenverkehr dargestellt. Trotz dieser natürlich tragischen Fälle und Schicksale kann die Unfallforschung dieses pauschale Urteil nicht belegen. So werden gemäß Bundesstatistik lediglich 15 Prozent der Unfälle, bei denen Personen verletzt werden oder ums Leben kommen, von Senioren über 65 Jahren verursacht.

Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrum für Technik (AZT), sagt:

„Fahrleistungsbezogen steigt die Unfallrate im höheren Lebensalter zwar wieder an, jedoch entstehen dabei oft nur Sachschäden.“

Nach Auswertungen des AZT sind bei den über 65-Jährigen 56 Prozent aller Haftpflicht-Sachschäden Park und Rangierschäden. Bei den 25 bis 64-Jährigen ist der Anteil mit 42 Prozent deutlich niedriger. „Das wirkt sich auf die Höhe der Versicherungsprämien aus“, so Lauterwasser.

Deshalb empfiehlt die Allianz – um die Fahrsicherheit älterer Autofahrer zu steigern – das Angebot freiwilliger Beratungs- und Trainingsmöglichkeiten weiter auszubauen und besser zu fördern. Lauterwasser erläutert :

„Es ist wichtig, Senioren dabei zu unterstützen, so lange wie möglich sicher mobil zu bleiben. Denn der Mobilitätsverlust im Alter bedeutet nicht nur einen Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben, er hat auch erhebliche wirtschaftliche Folgen.“

 

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