Angehörige sollten entlastet werden

Begräbnisse sind teuer – bis zu 9.000 Euro kann die gehobene Ausführung kosten – eine anonyme Feuerbestattung kostet immerhin bereits 900 Euro. Wer ein würdevolles Begräbnis haben oder für einen Angehörigen ausrichten will, muss also tief in die Tasche greifen. Sven Bayer, Bevollmächtiger des Vorstands der GE•BE•IN Versicherungen VVaG, im Gespräch mit dem experten Report.

„Viele kalkulieren die Bestattungskosten zu niedrig oder gehen nach wie vor davon aus, dass es einen Zuschuss der Krankenversicherungen gibt.“

Sven Bayer, Bevollmächtiger des Vorstands der GE•BE•IN Versicherungen VVaG

Sven Bayer, Bevollmächtiger des Vorstands der GE•BE•IN Versicherungen VVaG

Von Verbraucherschützern wird die Sterbegeldversicherung regelmäßig als überflüssig eingestuft. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Die Sterbegeldversicherung sollte nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Rendite betrachtet werden. Es ist die einzige Versicherung, die in jedem Fall leistet – und damit Angehörige und sich selbst entlastet. Ein Risikoanteil ist natürlich eingerechnet. Dafür leisten wir bereits ab dem ersten Tag der Gültigkeit. Zudem ist eine Sterbegeldversicherung rechtssicher. Das heißt, das Sozialamt hat keinen Zugriff auf eine Versicherung in angemessener Höhe – im Gegensatz zu anderen Ansparmodellen. Viele kalkulieren die Bestattungskosten zu niedrig oder gehen nach wie vor davon aus, dass es einen Zuschuss der Krankenversicherungen gibt. Doch dieses „gesetzliche“ Sterbegeld wurde 2004 gestrichen. In der Konsequenz sollte jeder für sich entscheiden, ob er die Nachkommen von den Bestattungskosten entlastet.

Was würden Sie empfehlen – einen Bestattungsvorsorgevertrag oder die Sterbegeldversicherung?

In unserer Philosophie muss ich sagen „sowohl als auch“. Die Sterbegeldversicherung bietet die finanzielle Vorsorge. Eine Bestattungsvorsorge beinhaltet den sachlichen Aspekt, also die konkrete Festlegung der Bestattungsart sowie die Details der Durchführung und des Rahmens, wie zum Beispiel Sarg, Blumenschmuck, Traueranzeigen oder Musik zur Trauerfeier. Um hier die Angehörigen in der ersten Zeit der Trauer zu entlasten und ggf. Streitigkeiten zu vermeiden, ist eine Bestattungsvorsorge eine sinnvolle Ergänzung. Die berechtigten Belange der Nachkommen sollten hierbei jedoch nicht komplett außer Acht gelassen werden.

Welche Kosten muss man im Durchschnitt für eine Beerdigung kalkulieren? Wie funktioniert Ihr Produkt dafür? (Hierzu ein Fallbeispiel, welches als Basis für eine Beispielrechnung dient: Welchen Betrag muss man monatlich als Mitte 30-Jähriger aufbringen, wenn man eine Beerdigung im Wert von 6.000 Euro absichern möchte?)

Das ist natürlich sehr individuell und abhängig von den persönlichen Wünschen sowie auch regionalen Unterschieden. Ganz grundsätzlich kann man für die Beerdigungskosten sicherlich mit 3.000 Euro kalkulieren. Hinzu kommen die Kosten für die Grabstelle, den Grabstein und eventuell auch Grabpflege. Alternative Bestattungsformen wie zum Beispiel See- oder Naturbestattungen sind im ersten Moment vielleicht etwas teurer, dafür entfallen häufig die Folgekosten für Grabstein und -pflege.

Im Ergebnis sehen wir eine Versicherungssumme von 5.000 bis 6.000 Euro für angemessen an, um den Großteil der Bestattungskosten abzudecken. Das GE•BE•IN bietet hier eine Besonderheit, die genau auf Ihre Fragestellung abzielt: Die VorsorgeKombi. In einem Bestattungsvorsorgevertrag werden Ihre Wünsche exakt festgehalten, die Kosten nach heutigem Stand ermittelt und über eine Sterbegeldversicherung finanziert. Mit Preisgarantie.

Zu Ihrem Fallbeispiel: 6.000 Euro Versicherungssumme sind für einen 35-Jährigen beim GE•BE•IN Versicherungen VVaG bereits für monatlich 10,80 Euro (Tarif C0385) abzuschließen.

Durch welche Besonderheiten unterscheidet sich Ihr Produkt von dem Wettbewerb auf dem Markt?

Unsere Tarife unterscheiden sich primär durch zwei Aspekte: Der hauptsächliche Unterschied besteht im sofortigen Versicherungsschutz ohne Wartezeit. In unserem Hauptprodukt (Tarif C03) bieten wir einen sofortigen Versicherungsschutz, sofern uns der Versicherungsnehmer bestätigt, dass er an keiner lebensbedrohlichen Erkrankung leidet. Es entfällt damit die bei den meisten Versicherern übliche Wartezeit. Und unsere Tarife enthalten im Leistungsfall neben der garantierten Versicherungssumme auch eine Überschussbeteiligung.

Diese entsteht durch jährliche Verteilung der Überschüsse an unsere Versicherten, die bei uns durch die Rechtsform des VVaG die Mitglieder und damit letztlich die Eigentümergemeinschaft bilden. Die einmal gutgeschriebenen Überschüsse bleiben erhalten und werden jährlich mit dem Rechnungszins verzinst. Die tatsächliche Versicherungsleistung liegt damit regelmäßig deutlich über der ursprünglich abgeschlossenen Versicherungssumme. Andere Gesellschaften agieren häufig mit geringen Beiträgen, die durch eine vorzeitige Überschussverwendung kleingerechnet wurden. Dafür wird im Leistungsfall auch nur die abgeschlossene Versicherungssumme ausgezahlt, zudem muss der Versicherte damit rechnen, dass in Zeiten sinkender Überschüsse auch die Beiträge angehoben werden.

Bis zu welchem Alter kann man bei Ihnen eine Sterbegeldversicherung abschließen? Ab welchem Alter schließen Ihre Kunden in der Regel solch eine Versicherung ab?

Tarife mit laufender Beitragszahlung kann man beim GE•BE•IN Versicherungen VVaG zwischen 18 und 70 Jahren abschließen. Für die Altersgruppe 50 bis 85 bieten wir zudem die Möglichkeit der Einmalzahlung an. Traditionell schließen bei uns viele mit Erreichen der Volljährigkeit ab, da sie dann aus der kostengünstigen Kinderzusatzversicherung der Eltern ausscheiden und einen eigenen Vertrag abschließen.

Der Großteil unserer Neuabschlüsse erfolgt jedoch in der Altersgruppe zwischen 40 und 50. Diese Kunden haben gerade ihre eigenen Eltern bestatten müssen und sind mit den Kosten konfrontiert worden. Um ihre eigenen Nachkommen zu entlasten, entscheiden sie sich dann für eine Sterbegeldversicherung.

Unterstützen Sie Ihre Kunden auch mit weiteren Leistungen rund um das Thema Trauerfall?

Aber natürlich. Das ist unser Grundgedanke in unserer Unternehmensphilosophie. Nur die komplette Bandbreite an Dienstleistungen entspricht unserem Anspruch an einen maxi-malen
Servicegedanken. Von Bestattungsinstituten bis Trauerbegleitung, Floristikunternehmen und Steinmetzbetrieb vereinen wir alle Zweige in der Bremer Unternehmensgruppe und bieten somit Dienstleistungen „aus einer Hand“. Aufgrund von Mitgliedschaften in berufsständischen Verbänden haben wir ein großes Netzwerk, sodass wir gern auch überregional Empfehlungen für
vertrauenswürdige Partnerunternehmen aussprechen können.

Wir orientieren uns permanent am Markt und insbesondere an Kundenwünschen. So ist beispielsweise ein besonders geschützter Kinder-Abschiedsraum von einer Künstlerin gestaltet worden. Wir kooperieren mit ganz lieben Menschen, die aus Kleidungsstücken Verstorbener individuelle Puppen herstellen und mit einem Unternehmen, das sich des digitalen Nachlasses annimmt – also der Löschung von Online-Spuren. Ein immer brennenderes Thema. Und wir halten für interessierte Schulklassen einen Koffer zum Verleih bereit, der einen ganz wunderbaren Ansatz bietet, sich unvoreingenommen mit dem Thema Sterben und Tod zu beschäftigen.

Herr Bayer, vielen Dank für das ausführliche Gespräch!

 

Bild: (1) © Kzenon / fotolia.com (2) © Sven Bayer, GE•BE•IN Versicherungen VVaG

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