Unfallversicherungen: hohe Leistungsdichte bei Spitzentarifen

Gleich zwei Ratings – von Franke und Bornberg sowie von Morgen & Morgen, zum Thema Unfallversicherung zeigen, dass den aktuellen Produkttrends mit verbesserten Mindeststandards Rechnung getragen wird, und die Bedingungsqualität steigt.

Die private Unfallversicherung zahlt, wenn ein Unfall zu dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen oder sogar zum Tod des Versicherten führt. Ihr Leistungsversprechen gilt während der Freizeit ebenso wie am Arbeitsplatz, 24 Stunden am Tag und weltweit. Das Angebot ist vielfältig. Aber woran erkennt man einen leistungsstarken Vertrag?

Standards und Trends

Eine private Unfallversicherung zahlt Einmalkapital und Rente. Assistanceleistungen ergänzen zunehmend das Angebot. Todesfallkapital und Krankenhaustagegeld sind mittlerweile fester Bestandteil der Versicherungsbedingungen und können gegen Mehrbeitrag eingeschlossen werden. Bergungskosten werden meistens beitragsfrei angeboten, kosmetische Operationen nach einem Unfall zumindest teilweise.

Versicherer erweitern den herkömmlichen Unfallbegriff und bieten auch Versicherungsschutz für den Fall, dass Gesundheitsschäden nicht durch einen Unfall ausgelöst werden. Zu den weiteren versicherten Ursachen können Eigenbewegungen zählen (z.B. Achillessehnenriss ohne Einwirkung von außen), aber auch Unfälle durch Bewusstseinsstörungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Trunkenheit) oder Infektionen durch Insekten (z.B. Borreliose nach Zeckenbiss).

Was zählt

Manche Versicherer wollen mit Scheinleistungen punkten. Ein gutes Beispiel liefern vermeintliche Erweiterungen des Unfallbegriffes. „Dahinter verbirgt sich häufig eine Mogelpackung“, kritisiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter bei Franke und Bornberg. Die aufgeführten Leistungen sollten den Eindruck erwecken, der Tarif sei besonders umfangreich. Dabei handele es sich lediglich um eine Klarstellung, denn Versicherungsschutz bestehe bereits über den Unfallbegriff. Kritisch bewertet der Analyst auch Innovationsklauseln und Update-Garantien. Sie erweckten den Eindruck, der Kunde sei immer auf dem neuesten und für ihn günstigsten Stand. „Tatsächlich lassen solche Klauseln den Versicherern jedoch nicht selten Schlupflöcher, um sich bedingungsseitig zugesagter Verpflichtungen zu entledigen“, weiß Franke.

Risikobereitschaft und Gesundheitsprüfung

Bei der Tarifauswahl spielt die individuelle Risikopräferenz eine wichtige Rolle. Will ein Kunde Risiken möglichst umfassend absichern oder nur existenzbedrohende Gefahren abwehren? In diesem Fall kann er auf Extras verzichten und ist mit einem preisgünstigen Grundschutz gut bedient. Das Unfall-Rating von Franke und Bornberg, das etzt grundlegend überarbeitet, wurde unterscheidet deshalb zwischen Top- und Grundschutz. Innerhalb dieser Kategorien differenziert die Ratingagentur nach Tarifen mit und ohne Gesundheitsprüfung. Ohne diese Unterscheidung wären Verträge ohne Gesundheitsfragen im Rating systematisch benachteiligt.

Kriterien Topschutz

In die Kategorie Topschutz fallen nur Tarife, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Meldefrist für Unfall-Invalidität mindestens 18 Monate
  • Einfluss von Krankheiten und Gebrechen auf Unfallinvalidität („Mitwirkungsanteil“) erst ab 40 Prozent berücksichtigt
  • Versicherungsschutz für Gesundheitsschäden durch mindestens eine Strahlenart, die keine Folge von Heilmaßnahmen ist
  • Tod durch Ertrinken und/oder Ersticken gilt als Unfall und ist versichert
  • Versicherungsschutz für Zeckenstiche bzw. wenige definierte Infektionen durch Insektenstiche/-bisse oder sonstige Verletzungen durch Tiere
  • Leistung für kosmetische Operationen

Kriterien Grundschutz

Verträge der Kategorie Grundschutz können zwar einige dieser Leistungen enthalten, decken aber mindestens einen Aspekt nicht ab. Oft sind im Grundschutz auch weniger Leistungsauslöser aus dem Bereich Bewusstseinsstörungen (Herzinfarkte und Schlaganfälle, Medikamenteneinnahme oder Trunkenheit am Steuer als Unfallursache) versichert.

Knapp 20 Prozent der Toptarife und 12 Prozent der Grundtarife erreichen die Höchstnote FFF. Dieses Ergebnis spiegelt die hohe Leistungsdichte bei Spitzentarifen wieder. Gerade kleinere Unternehmen haben häufig die Nase vorn.

Topschutz mit Gesundheitsfragen

Diese Anbieter haben die Höchstnote (FFF) erzielt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • ADCURI GmbH (Barmenia)
  • ARAG Allgemeine Versicherungs-AG
  • Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG
  • die Bayerische
  • Haftpflichtkasse Darmstadt
  • Hannoversche Direktversicherung AG (VHV Versicherungen)
  • Hanse Merkur
  • Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft
  • Interlloyd Versicherungs-AG
  • InterRisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group
  • Janitos Versicherung AG
  • Swiss Life AG
  • VHV Versicherungen

Bewertet wurden insgesamt 93 Tarife.

FrankeundBornberg-Unfall-Grafik1

Topschutz ohne Gesundheitsfragen

Bewertet wurden insgesamt 14 Tarife.

FrankeundBornberg-Unfall-Grafik2

Grundschutz mit Gesundheitsfragen

  • ARAG Allgemeine Versicherungs-AG
  • BRUDERHILFE Sachversicherung AG
  • Gegenseitigkeit Versicherung Oldenburg
  • HUK-COBURG-ALLGEMEINE
  • HUK24 AG
  • Mannheimer Versicherung AG
  • neue leben Unfallversicherung AG
  • TRIAS Versicherung Aktiengesellschaft

Bewertet wurden insgesamt 108 Tarife. 8,33 Prozent der analysierten Unfall-Tarife in der Klasse Grundschutz mit Gesundheitsfragen erhielten die Bestnote FFF

Grundschutz ohne Gesundheitsfragen

  • Öffentliche Sachversicherung Braunschweig
  •  Stuttgarter Versicherung AG

Bewertet wurden insgesamt 19 Tarife. 31,58 Prozent der analysierten Unfall-Tarife in der Klasse Grundchutz ohne Gesundheitsfragen erhielten die Bestnote FFF

Transparenz und Fairness in den Bedingungswerken

„Mit unserem neuen Rating Unfallversicherung sorgen wir zukünftig auch bei den Kompositsparten für Transparenz“, ist sich Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen, sicher. 32 Tarife von insgesamt 140 Tarifen aus 51 Unternehmen haben bei Morgen & Morgen die Bestbewertung von 5 Sternen erhalten. Diese Tarife leisten beispielsweise auch bei Gesundheitsschäden aufgrund von Eigenbewegungen und erhöhter Kraftanstrengung, bei Infektionskrankheiten, Wundinfektionen, Tollwut oder Wundstarrkrampf, und sie verzichten auf zu kurze Fristen bezüglich Eintritt, Feststellung und Geltendmachung der Invalidität.

Das M&M Rating Unfallversicherung ist tarifbezogen und untersucht die Bedingungswerke der einzelnen Tarife. Ein Anbieter kann mit mehreren Tarifen und unterschiedlichen Ratingergebnissen gelistet sein. Das Ergebnis wird in Form von 1 bis 5 Sternen dargestellt. Während 1 Stern eine sehr schwache Wertung widerspiegelt, bestätigt eine 5 Sterne-Wertung ein ausgezeichnetes Resultat. Die Bedingungsanalyse setzt sich aus 50 Leistungsfragen zusammen. Rating-relevante Fragen beurteilen Sachverhalte und Produkteigenschaften, die als wesentlich für die Qualität eines Produkts anzusehen sind.

Folgende 25 von 51 Unternehmen erhalten bei mindestens einem Tarif 5 Sterne im M&M Rating Unfallversicherung:

  • Adcuri
  • ARAG
  • ASC
  • Baden-Badener
  • Barmenia
  • CHARTA
  • Degenia
  • Die Bayerische
  • DOMCURA
  • Gothaer
  • HÄGER
  • HanseMerkur
  • Helvetia
  • HK Darmstadt
  • INTER
  • Interlloyd
  • InterRisk
  • Janitos
  • NV-Versicherungen
  • SHB
  • Swiss Life Partner
  • VHV
  • Volkswohl Bund
  • Waldenburger
  • Würzburger
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Bild: (1) © alphaspirit / fotolia.com (2 & 3) © Franke & Bornberg (4)  © Morgen & Morgen

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