Kein Totalverlust bei Indexpolicen

In einer aktuellen Umfrage der „Euro am Sonntag“ (Erscheinungstag 12. März) weisen deutsche Lebensversicherer die Vorwürfe zurück, dass bei neuartigen Indexpolicen das eingezahlte Kapital verloren gehen könnte.

Maximal sei die Überschussbeteiligung eines Jahres gefährdet, falls eine Bankenpleite analog zum Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 passieren würde. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg titelte in einer Pressemitteilung von „Totalverlustrisiken“ bei Indexpolicen und folgert weiterhin, dass in der Altersvorsorge solche Gefahren nichts zu suchen hätten. Eine Empfehlung dieser indexgebundenen Rentenversicherungen würde eine „Falschberatung“ darstellen.

Indexpolicen werden klassische Rentenversicherungen mit Garantiezins teilweise ersetzen. Kunden haben hier jedes Jahr erneut die Wahl, ob sie sich eine klassische Überschussbeteiligung sichern, oder ob das Geld an der Entwicklung von Indizes partizipieren soll. Für diese Partizipation kauft der Versicherer von einem Gegenüber, meist einer Bank, eine Option auf den Index. Der Streit mit den Verbraucherschützern entzündet sich an der Frage, was bei einer Pleite dieses Gegenübers passiert.

Zur Umfrage

An der Umfrage nahmen zwölf Anbieter von Indexpolicen teil, die fast den kompletten Markt abdecken. Demnach gehen die Versicherer im Detail unterschiedlich vor. Die Mehrheit stellt bei einer Bankenpleite die Kunden so, als ob nichts geschehen wäre – sie zahlt also eventuell ausgefallene Gewinne aus eigener Tasche. Zu dieser Lösung greifen Allianz, Barmenia, HDI, Nürnberger, Stuttgarter, SV Sparkassenversicherung und Volkswohl-Bund. Bei der LV 1871 ist eine Verzinsung von 1,25 Prozent garantiert. Bei Condor, R + V und Zurich wäre maximal der Gewinn eines Jahres verloren.

 

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