S&K-Prozess -Wann geht’s richtig los ?

Prozessbeobachter berichten in den Medien vom zähen Start des S&K-Betrugsprozesses. Befangenheitsanträge der Verteidiger, Herbstferien, Krankheit einer Richterin, Proteste wegen ungenügender Einsicht in die digitalen Beweismittel – vieles hat das Verfahren wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Untreue vor dem Frankfurter Landgericht bereits zu Beginn verzögert.

Es geht um einen Schaden von 240 Millionen Euro, die die Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K, Stephan Schäfer und Jonas Köller veruntreut haben sollen, um sich einen exzessiven Lebensstil zu finanzieren. 1.300 Geschädigte sind betroffen.

Hat die Staatsanwaltschaft tatsächlich entlastendes Beweismaterial gelöscht? Die Verteidiger behaupten, dass fast 90 Prozent des belastenden Materials eliminiert worden sei. Dem Handelsblatt zufolge könnte hinter dem Vorwurf der Verteidigung auch juristisches Kalkül liegen, das auf eine Revision nach einem möglichen Schuldspruch abzielt. Es geht wohl darum Zeit zu gewinnen, um die jetzt zweieinhalb Jahre dauernde Untersuchungshaft erneut prüfen zu lassen.

Eine Stunde lang konnte die Anklage dann noch verlesen werden. Von den 1.750 Seiten sind seit Prozessbeginn gerade 31 verlesen worden, die den abstrakten Teil, die Hinführung zu den konkreten Anklagepunkten, enthalten. Die Verlesung der letzten 1.719 Seiten mit den eigentlichen Anklagepunkten wird wohl noch Wochen dauern.

 

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