Und es kommt noch schlimmer

Laut Medienberichten rollt eine Klagewelle auf VW zu. Während in den USA und Kanada bereits mehrere Sammelklagen von Autobesitzern wegen Wertverlust ihrer Fahrzeuge eingereicht wurden, laufen in Deutschland die ersten Aufrufe von Rechtsanwälten an Aktieninhaber, wegen des massiven Wertverlusts zu klagen.

In den USA und Kanada seien laut der Süddeutschen Zeitung fast 600.000 Autos betroffen. 37 Sammelklagen seien bereits eingereicht worden und Aufrufe an Autobesitzer, sich diesen anzuschließen, würden laufend veröffentlicht.

Auch in Mexiko untersucht jetzt, ob Manipulationen bei Abgaswerten stattgefunden haben. Im Interview mit DIE ZEIT sagt Umweltexperte Axel Friedrich, dass Europa mindestens genauso betroffen sei wie die USA und „Dass Vorschriften umgangen werden, indem Prüfstandsmessungen manipuliert werden, ist Fachleuten seit Langem bekannt.“ Dabei wäre das Abgasproblem durch eine kostengünstige Änderung der Technik leicht zu beheben, so Friedrich, die Hersteller müssten lediglich moderne Speicherkatalysatoren einbauen, die Abgastemperatur erhöhen und Harnstoff einspritzen.

DSW-Präsident Ulrich Hocker meinte gegenüber dem Spiegel im Interview, Anleger sollten erst einmal abwarten: „Ich gehe nicht davon aus, dass der Vorstand von den Manipulationen wusste.“ Er rät dazu, abzuwarten wie die BaFin entscheidet.

Wie Business Insurance, ein amerikanisches Online-Journal, berichtet, wird VW wohl kaum auf Versicherungen zur Produkthaftung und Produktrückruf zurückgreifen können, um zumindest einen Teil der Verluste zu decken. Fraglich ist auch, ob die D&O-Versicherung für Martin Winterkorn haften wird – Vorsatz ist auch hier ausgeschlossen. Peter Fissenewert, Professor für Wirtschaftsrecht und Partner der Kanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm, sagte dem manager magazin, dass die Nachfolger die Schäden beim heutigen Management geltend machen müssen, so auch bei Winterkorn.

 

Bild: © JürgenFälchle / fotolia.com

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