experten Report https://www.experten.de Versicherungs- und Finanznachrichten Fri, 28 Apr 2017 14:49:40 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.6.5 101012108 DAV: Roland Weber ist neuer Vorstandsvorsitzender https://www.experten.de/2017/04/28/dav-roland-weber-ist-neuer-vorstandsvorsitzender/ https://www.experten.de/2017/04/28/dav-roland-weber-ist-neuer-vorstandsvorsitzender/#respond Fri, 28 Apr 2017 10:58:01 +0000 https://www.experten.de/?p=90376 Die Mitgliederversammlung der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) hat Roland Weber für die kommenden zwei Jahre an die Spitze der Vereinigung gewählt.

Der studierte]]> Die Mitgliederversammlung der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) hat Roland Weber für die kommenden zwei Jahre an die Spitze der Vereinigung gewählt.

Der studierte Mathematiker und Informatiker ist seit 2002 Mitglied des Vorstands der Debeka Versicherungsgruppe in Koblenz und dort verantwortlich für die Kranken- und Lebensversicherung. Seine Schwerpunkte im Vorstand der DAV bilden Altersvorsorge und Weiterentwicklung des Berufsbildes. In dieser Position folgt er turnusgemäß auf Dr. Wilhelm Schneemeier, der dem Vorstand als Past-President weiterhin angehören wird. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden hat mit Dr. Guido Bader der Vorsitzende des DAV-Ausschusses Enterprise Risk Management übernommen.

Weber unterstreicht:

„In Anbetracht der anhaltenden Tiefzinsphase und des demografischen Wandels braucht es eine ehrliche Diskussion über die Zukunft der deutschen Altersvorsorge.

Unser Ziel ist es, die private wie betriebliche Altersvorsorge weiterzuentwickeln.“

Darüber hinaus kündigte er an, dass die DAV im kommenden Jahr ihr berufsbegleitendes Ausbildungssystem umfangreich reformieren wird. So wird künftig ein noch größerer Schwerpunkt auf den Bereichen Risikomanagement und Big Data bzw. Actuarial Data Science liegen.

Der engere Vorstand der DAV (v. l. n. r.): Dr. Wilhelm Schneemeier, vorangegangener Vorsitzender, Roland Weber, Vorsitzender des Vorstands, Dr. Guido Bader, stellvertretender Vorsitzender

Der engere Vorstand der DAV (v. l. n. r.): Dr. Wilhelm Schneemeier, vorangegangener
Vorsitzender, Roland Weber, Vorsitzender
des Vorstands, Dr. Guido Bader, stellvertretender
Vorsitzender

 

Bilder: (1-2) © Deutsche Aktuarvereinigung e.V.

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Geheimhaltungsinteresse vor Familienfrieden https://www.experten.de/2017/04/28/geheimhaltungsinteresse-vor-familienfrieden/ https://www.experten.de/2017/04/28/geheimhaltungsinteresse-vor-familienfrieden/#respond Fri, 28 Apr 2017 09:20:52 +0000 https://www.experten.de/?p=90373 Bei Anzeige eines rentenrelevanten Sachverhalts darf die Identität von Dritten durch die Rentenversicherung geheim gehalten werden. Betroffene können nur in Ausnahmefällen die Preisgabe]]> Bei Anzeige eines rentenrelevanten Sachverhalts darf die Identität von Dritten durch die Rentenversicherung geheim gehalten werden. Betroffene können nur in Ausnahmefällen die Preisgabe des Informanten verlangen.

Die „Wiederherstellung des Familienfriedens“ überwiegt das Geheimhaltungsinteresse nicht. Dies hat das Sozialgericht Berlin entschieden (Urteil vom 01.12.2016; S 9 R 1113/12 WA).

Details zum Sachverhalt

Der 1941 geborene deutsche Kläger bezieht eine Altersrente von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Wohnhaft ist er in einem kleinen Fischerdorf an der Costa Blanca in Spanien. Diesen Umstand verschwieg er der Beklagten (Deutsche Rentenversicherung). Stattdessen gab er eine deutsche Wohnanschrift an. Zuletzt war dies die Adresse seines Bruders.

Unbekannter informiert über Auswanderung

Der Kläger sei nach seiner Scheidung nach Spanien ausgewandert, teilte 2010 eine Informantin der Beklagten schriftlich mit. Sie solle diesem Sachverhalt nachgehen, da dieser rechtlich garantiert nicht belanglos sei.

Die Rentenangelegenheit wurde überprüft. In diesem Fall hatte der Auslandsaufenthalt jedoch keine Auswirkung auf die Rente. In der Folgezeit verlangte der Kläger mehrfach eine Kopie des „ominösen Briefes“, was die Beklagte ablehnte. Auch als der Kläger eine Liste vorlegte, auf der sich 7 von 9 namentlich genannten Familienmitgliedern damit einverstanden erklärten, dass der Brief herausgegeben werde, änderte die Beklagte seine ablehnende Haltung nicht.

Ein Anspruch auf Herausgabe besteht nicht

Der Kläger ging vor Gericht. Er trug vor, ein Mitarbeiter des Beklagten habe ihm erklärt, dass das Hinweisschreiben aus seiner Familie stamme. Zur Herstellung des Familienfriedens sei es nun notwendig, dass ihm das Schreiben vorgelegt werde. Doch das Sozialgericht Berlin wies die Klage ab.

Bei der Entscheidung über die beantragte Akteneinsicht bzw. Auskunft müsse die Beklagte zwischen dem Geheimhaltungsinteresse der Behördeninformantin und dem Auskunftsinteresse des Klägers abwägen. Der Name der Informantin sei ein rechtlich besonders geschütztes „Sozialdatum“.

Nur in Ausnahmefällen ist Offenlegung möglich

Das Auskunftsinteresse überwiege nur unter sehr engen Voraussetzungen, zum Beispiel wenn leichtfertig rufschädigende Behauptungen aufgestellt wurden oder wenn die Informantin als Zeugin in Betracht komme. Vorliegend habe die Mitteilung über den Auslandswohnsitz indes der Wahrheit entsprochen und darüber hinaus keine Auswirkungen auf die Höhe der Rente gehabt. Deshalb werde die Informantin auch nicht als Zeugin benötigt.

Selbst der Umstand, dass Art. 6 des Grundgesetzes Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stelle, könne kein überwiegendes Auskunftsinteresse begründen. Es sei schon nicht erkennbar, dass die Vorlage des Schreibens zur Herstellung des Familienfriedens dienlich sei. Die Ursache für die Störung des Familienfriedens habe der Kläger durch Angabe eines falschen Wohnsitzes selbst gelegt. Darüber hinaus sei eine Familie ein komplexer Verantwortungs- und Beistandspakt. Ob er funktioniere oder nicht, hänge nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht von der Vorlage eines einzelnen Schreibens ab, sondern von der generellen Bereitschaft der Akteure, sich mit Respekt, Offenheit und Toleranz zu begegnen.

Weiterhin äußere sich das Gericht auch nicht dazu, ob der Name der Informantin auf der vom Kläger vorgelegten Unterschriftenliste überhaupt auftauche, denn es fehle an einer Einwilligung der Informantin hinsichtlich der Offenlegung ihrer Identität.

 

Bild: © olly / fotolia.com

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Anspruch auf Arbeitslosengeld bei befristeter Rente https://www.experten.de/2017/04/28/anspruch-auf-arbeitslosengeld-bei-befristeter-rente/ https://www.experten.de/2017/04/28/anspruch-auf-arbeitslosengeld-bei-befristeter-rente/#respond Fri, 28 Apr 2017 08:49:38 +0000 https://www.experten.de/?p=90371 Selbst wenn zwischen früherem Arbeitslosengeldbezug und befristeter Rente wegen Erwerbsunfähigkeit eine Lücke von über einem Monat besteht, wird nach dem Ende des Rentenbezugs]]> Selbst wenn zwischen früherem Arbeitslosengeldbezug und befristeter Rente wegen Erwerbsunfähigkeit eine Lücke von über einem Monat besteht, wird nach dem Ende des Rentenbezugs Arbeitslosengeld als neuer Anspruch begründet.

Die Rente wegen Erwerbsminderung ist folglich bei Erfüllung der Anwartschaftszeit zu berücksichtigen, entschied das Bundessozialgericht (Urteil vom 23.02.2017; B 11 AL 3/16 R).

Details zum Sachverhalt

Seit dem 1. Oktober 2010 bezog die Klägerin mit Unterbrechungen Arbeitslosengeld. Im Februar 2012 stellte der Rentenversicherungsträger eine volle Erwerbsminderung der Klägerin fest. Wegen des späteren Leistungsbeginns befristeter Renten (§ 101 Abs. 1 SGB VI) gewährte sie eine Rente aber erst ab dem 1. Mai 2012 bis zum 31. Dezember 2013. Die Bewilligung von Arbeitslosengeld wurde jedoch bereits am 8. März 2012 unter Hinweis auf die bestehende volle Erwerbsminderung der Klägerin aufgehoben. Nach dem Ende des Rentenbezugs am 1. Januar 2014 meldete sich die Klägerin wieder arbeitslos und beantragte Arbeitslosengeld. Dies wurde ihr allerdings nur für die Dauer eines verbliebenen Restanspruchs von 37 Tagen bewilligt.

Zeitraum von 43 Tagen steht Merkmal „unmittelbar“ nicht entgegen

Nachdem das Landessozialgericht die Klage abgewiesen hatte, ging die Klägerin in Revision. Diese war erfolgreich, denn die Rente wegen voller Erwerbsminderung sei bei Erfüllung der Anwartschaftszeit zu berücksichtigen. Obwohl sie erst 43 Tage nach dem Ende des vorherigen Bezuges von Arbeitslosengeld die Rente bezogen hatte, steht dies dem Merkmal „unmittelbar“ im Sinne des § 26 Abs. 2 SGB III nicht entgegen. Würde als „unmittelbar“ nur maximal eine Frist von einem Monat anzuerkennen sein, würde der angestrebte Schutz von nach zeitweiliger Erwerbsunfähigkeit auf den Arbeitsmarkt zurückkehrender Personen zum Teil verfehlt. Und zwar ohne dass dies von den Leistungsbeziehern beeinflusst werden könnte.

 

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Deutschland braucht neue Garantiekonzepte https://www.experten.de/2017/04/28/deutschland-braucht-neue-garantiekonzepte/ https://www.experten.de/2017/04/28/deutschland-braucht-neue-garantiekonzepte/#respond Fri, 28 Apr 2017 08:26:34 +0000 https://www.experten.de/?p=90365 Die Deutsche Aktuarvereinigung hat sich kürzlich erneut für Änderungsbedarf an der Zinszusatzreserve (ZZR) ausgesprochen. Zwar habe die Einführung derselben und das neue europäische]]> Die Deutsche Aktuarvereinigung hat sich kürzlich erneut für Änderungsbedarf an der Zinszusatzreserve (ZZR) ausgesprochen. Zwar habe die Einführung derselben und das neue europäische Aufsichtsregime Solvency II einen maßgeblichen Beitrag zur Stabilisierung der Lebensversicherer in Zeiten der politisch motivierten EZB-Tiefzinspolitik geleistet, allerdings könnte das bestehende Garantiekonzept sie künftig unnötig in Schwierigkeiten bringen.

Der neu gewählte Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) Roland Weber unterstreicht:

„Die ZZR hat sich in den vergangenen Jahren als sinnvoller Puffer erwiesen, um langfristig die Lücke zwischen den zugesagten Garantien und dem Referenzzins zu schließen.“

Positive Effekte der Zinszusatzreserve geraten sukzessive unter Druck

So sank die durchschnittliche Garantieverzinsung im Bestand aufgrund der ZZR im Jahr 2016 von 2,95 auf 2,35 Prozent. Die positiven Effekte der Zinszusatzreserve gerieten nach Analysen der DAV aber zunehmend unter Druck, da es durch die Markteingriffe der EZB zu einem dramatischen Verfall des Zinsniveaus gekommen sei. Dadurch müssten die Versicherer kurzfristig sehr hohe Summen als Risikopuffer zurücklegen.

„Das ist vielfach nur durch die massive Realisierung stiller Kapitalanlage-Reserven möglich, deren Wiederanlage nur zu deutlich schlechteren Konditionen möglich ist. All dies führt zu einer unnötigen Schwächung der Lebensversicherer, die nicht im Interesse der Politik und schon gar nicht der Kunden sein kann.“

LV: Deutschland braucht neue Garantiekonzepte

Überschüssen stehen Abschreibungen gegenüber

Darüber hinaus warnt der DAV-Vorstandsvorsitzende vor falschen Erwartungen an eine mögliche Phase steigender Zinsen: Zwar würde der ZZR-Puffer dann sukzessive wieder abgebaut, den hierdurch entstehenden Überschüssen stünden aber Abschreibungen bei festverzinslichen Wertpapieren gegenüber. Versicherte könnten erst bei einer langfristigen und nachhaltigen Zinserholung auf hohem Niveau wieder mit höheren Überschussbeteiligungen rechnen, betont Weber.

Neue Berechnungsmethode ist notwendig

Vor diesem Hintergrund plädiert die DAV bereits seit geraumer Zeit für eine neue Berechnungsmethode, bei der zum einen der Referenzzins langsamer als bisher sinkt. Dadurch würde der Aufbau der Zinszusatzreserve deutlich gestreckt werden und Unternehmen, die rein wirtschaftlich betrachtet auch im Niedrigzinsumfeld mittel- und langfristig die Garantien erfüllen können, gerieten nicht unnötig in Schwierigkeiten. Zum anderen könnte mit dem geänderten Ansatz auch der unerwünschte Nachlaufeffekt reduziert werden, der bei steigenden Zinsen zu beobachten ist.

LV: Deutschland braucht neue Garantiekonzepte

Solvency II: Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft

Daneben unterstreicht der DAV-Vorstandsvorsitzende die stabilisierende und zugleich innovationsfördernde Wirkung des neuen europäischen Aufsichtsregimes Solvency II, das eine „Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft“ schlage. Auf der einen Seite ermöglichten die vorgesehenen Übergangsmaßnahmen eine sachgerechte Umstellung von alten auf neue Produkte und verschafften den Unternehmen zugleich Zeit, langfristige Kapitalanlagemöglichkeiten zu entwickeln.

Nicht zuletzt in Anbetracht der zinspolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre sieht die DAV grundsätzlich die Notwendigkeit, neue Garantiekonzepte zu entwickeln. Dabei tritt sie weiterhin für einen verbindlichen Höchstrechnungszins für alle Versicherer ein, empfiehlt aber ein zweistufiges Vorgehen. Bei diesem orientiert sich der Garantiezins in den ersten 15 Jahren an den Möglichkeiten des Kapitalmarktes. Einzige Ausnahme: Produkte, bei denen die Zinsgarantien eins zu eins am Kapitalmarkt abgesichert sind.

Lebensversicherer unter Druck

 

Bilder: (1) © cosma / fotolia.com (2-3) © Deutsche Aktuarvereinigung e.V.

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German Angst: Im Ruhestand wird‘s haarig https://www.experten.de/2017/04/28/german-angst-im-ruhestand-wirds-haarig/ https://www.experten.de/2017/04/28/german-angst-im-ruhestand-wirds-haarig/#respond Fri, 28 Apr 2017 05:30:07 +0000 https://www.experten.de/?p=90344 German Angst geht beim Thema Rente um: Die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter wächst und auch heutige Ruheständler bangen um]]> German Angst geht beim Thema Rente um: Die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter wächst und auch heutige Ruheständler bangen um ihr Auskommen. Die Mehrheit der Berufstätigen sieht sich im Ruhestand schlecht abgesichert. Gefordert wird eine stärkere Unterstützung seitens des Gesetzgebers, gerade hinsichtlich der bAV. Für 79 Prozent der Berufstätigen zählt die Altersabsicherung zu den drei wichtigsten Zielen.

Der AXA Deutschland-Report 2017 zu Ruhestandsplanung und –management nimmt die Sorgen der Deutschen in Bezug auf die Rente unter die Lupe und stellt einen Vergleich nach Bundesländern an. Durch insgesamt 3381 Interviews wurden im Februar 2017 repräsentativ in allen 16 Bundesländern Erwerbstätige und Personen im Ruhestand befragt.

Altersvorsorge muss neben gesetzlicher auch betriebliche und private Versorgung umfassen

Exakt 70 Prozent aller Ruheständler in Deutschland beklagen die Höhe der gesetzlichen Renten als nicht angemessen im Vergleich zu ihren Einzahlungen. Rund sechs von zehn Ruheständlern geben eine gewachsene Angst beim Thema Altersvorsorge an. Damit hat sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr nochmals verschlechtert. Und auch 61 Prozent der Erwerbstätigen erklären inzwischen, dass sie sich nicht mehr ausreichend für den Ruhestand abgesichert sehen, insbesondere vor dem Hintergrund der schon seit Jahren andauernden Niedrigzinsen. Es fordern daher drei Viertel aller Ruheständler (75 Prozent) und zwei Drittel aller Erwerbstätigen (66 Prozent), erhöhte Rentenbezüge als wichtigstes Ziel staatlicher Politik in Deutschland zu setzen. Dies befindet sich deutlich vor anderen Zielen, wie etwa vermehrten Bildungsangeboten oder einer verbesserten Gesundheitsversorgung.

German Angst: Im Ruhestand wird‘s haarig

Dr. Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands im AXA Konzern, resümiert:

„Die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals erhöht, und die Hoffnungen und Erwartungen an die gesetzliche Rente sind massiv gestiegen.

Die momentan breite öffentliche Debatte um die Altersvorsorge im Vorfeld der drei Landtagswahlen und der Bundestagswahl hat zusammen mit der Niedrigzinsphase zumindest das Problembewusstsein bei Rentnern wie Erwerbstätigen weiter geschärft.“

Der Staat als Problemlöser stoße aber hier an Grenzen. Massive Anhebungen der gesetzlichen Renten wären mit Milliardenkosten verbunden, was mit der seit 2009 verfassungsrechtlich gebotenen Verschuldungsgrenze kaum vereinbar sei. Laut AXA Report möchte die Mehrheit der Erwerbstätigen und Ruheständler zudem nicht, dass der Staat neue Schulden für die Finanzierung höherer Renten aufnimmt.

Patrick Dahmen analysiert:

„Altersvorsorge muss somit zwingend neben der gesetzlichen Versorgung auch die betriebliche und private Versorgung umfassen.“

Ausbau der betrieblichen Altersversorgung

Gefragt nach der Bewertung aktueller politischer Ideen und Maßnahmen im Bereich der Altersvorsorge zeigen Berufstätige und Ruheständler laut AXA Report eine hohe Übereinstimmung. So bewerten 86 Prozent der Rentner und Pensionäre sowie 73 Prozent der Berufstätigen es als „sehr gute“ oder „gute“ Idee, wenn Berufsanfänger automatisch in eine betriebliche Altersversorgung einbezogen werden. Völlig einig sind sich beide Gruppen bei der Frage, ob der Staat die betriebliche Altersversorgung insgesamt stärker fördern sollte: Drei Viertel aller Erwerbstätigen (74 Prozent) und auch Ruheständler (75 Prozent) halten das für gut oder sehr gut.

Patrick Dahmen:

„Eine verbesserte betriebliche Altersversorgung kann in Deutschland wirksam zur Lösung der Vorsorgeproblematik beitragen. Wir sehen die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung daher insgesamt positiv. Hierdurch wird diese Form der Vorsorge für Geringverdiener attraktiver gestaltet.“

Ruhestands-Skepsis im Osten besonders hoch

Überraschend stark haben sich verglichen zum Vorjahr die Erwartungen an den Ruhestand in Deutschland eingetrübt. Gingen die Berufstätigen 2016 zu 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Lebensqualität im Ruhestand verschlechtern wird, erwartet das jetzt mit 56 Prozent die Mehrheit. Offenbar spielen die Niedrigzinsen dabei eine Rolle: So fragen sich inzwischen die Erwerbstätigen mehrheitlich, ob private Altersvorsorge überhaupt noch sinnvoll ist (51 Prozent, Vorjahr 47 Prozent). Dies deutlich stärker in Ost- als in Westdeutschland (58 Prozent zu 47 Prozent), wobei Berlin mit 65 Prozent den bundesweiten Spitzenwert erreicht.

Berlin hält bundesweit den Negativ-Rekord

Die monatlichen Sparraten der Berufstätigen zur privaten Altersvorsorge sind im Schnitt um gut 16 Prozent gegenüber 2016 gesunken. In Niedersachsen geben mit 51 Prozent die wenigsten Berufstätigen an, sich nicht ausreichend für den Ruhestand abgesichert zu sehen. Mit Abstand hält auch in dieser Hinsicht dagegen Berlin den bundesweiten Negativ-Rekord: Drei Viertel der Befragten sehen hier ihre bisherige Altersvorsorge als nicht ausreichend an (74 Prozent, Bundesschnitt: 61 Prozent).

Patrick Dahmen hierzu:

„Gleichwohl sind 43 Prozent der Erwerbstätigen bereit, sich für eine bessere finanzielle Ausstattung im Alter bei ihren heutigen Ausgaben einzuschränken – in Niedersachsen sind es gar 52 Prozent der Erwerbstätigen.“

Mangelnde Vorsorge aufgrund von zu geringem Einkommen und Vermögen

Als Hauptgrund, selbst nicht stärker in die eigene Altersvorsorge zu investieren, geben 57 Prozent der Erwerbstätigen ein „zu geringes Einkommen und Vermögen“ an. Am zweithäufigsten genannt wird „unzureichende Unterstützung beim Thema, z.B. in Form staatlicher Förderung“ (21 Prozent). Auf Rang drei liegt „mangelnde Kenntnis bzw. Aufklärung zum Thema“ (11 Prozent). Nur acht Prozent sagen, dass sie „lieber in Konsum als Sparanlagen“ investieren.

Patrick Dahmen betont:

„Auch diese Einschätzungen der Berufstätigen decken sich laut AXA Report stark mit denen der Ruheständler.“

Und in einem weiteren Punkt herrscht Übereinstimmung: Gefragt nach dem richtigen Alter, in dem das Vorsorgesparen beginnen sollte, nennen Erwerbstätige ein Alter von 25 Jahren und heutige Ruheständler von 24 Jahren. Tatsächlich haben die Berufstätigen selbst damit erst mit 31 Jahren begonnen, die heutigen Rentner mit 32 Jahren.

79 Prozent nennen die Absicherung im Ruhestand als eines der drei wichtigsten Ziele

Für 79 Prozent der Erwerbstätigen ist die finanzielle Absicherung im Ruhestand eines der drei wichtigsten Ziele, 13 Prozent nennen das sogar als wichtigstes Ziel. Zwischen den Bundesländern gibt es aber große Unterschiede. So nennt etwa in Brandenburg nur jeder zwanzigste Berufstätige die finanzielle Absicherung im Ruhestand als wichtigstes Ziel (fünf Prozent). In Bayern sagen das vier Mal mehr der Erwerbstätigen (21 Prozent). Auch sind in Brandenburg nur 35 Prozent bereit, sich für eine verbesserte finanzielle Ausstattung im Ruhestand heute einzuschränken. Neue Staatsschulden für erhöhte Rentenzahlungen aufzunehmen, lehnen die Berufstätigen bundesweit mehrheitlich ab. Nur in NRW ist eine relative Mehrheit (47 Prozent) unter ihnen dafür.

German Angst: Im Ruhestand wird‘s haarig

 

Bilder: (1) © Anna Jurkovska / fotolia.com (2-3) © AXA Deutschland

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„Rente mit 63 war ein Fehler“ https://www.experten.de/2017/04/28/rente-mit-63-war-ein-fehler/ https://www.experten.de/2017/04/28/rente-mit-63-war-ein-fehler/#respond Fri, 28 Apr 2017 05:15:37 +0000 https://www.experten.de/?p=90342 Für Kai Whittaker, Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion, war die Rente mit 63 ein Fehler, denn weder werde mit ihr eine Verbesserung für die Armen]]> Für Kai Whittaker, Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion, war die Rente mit 63 ein Fehler, denn weder werde mit ihr eine Verbesserung für die Armen erreicht noch schließe man damit eine Gerechtigkeitslücke.

„Die Rente mit 63 war ein Fehler, denn sie begünstigt die Höchstverdienstrentner eines relativ kleinen Personenkreises.“

Diese Feststellung traf Kai Whittaker, Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion in einem Streitgespräch mit der Juso-Bundesvorsitzenden Johanna Uekermann während der DIA-Lounge in dieser Woche in Berlin. Bevorteilt seien vor allem Männer, die zum Beispiel bei Daimler-Benz als Lehrling angefangen haben und als Facharbeiter zwei Jahre früher in Rente gehen.

„Da haben wir weder etwas für die Armen getan noch irgendwas für eine Gerechtigkeitslücke.“

Zahlen die Jungen die Zeche?

Die beiden Politiker waren der Einladung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) gefolgt, um über die Konsequenzen der Rentenpolitik für die jüngere Generation zu diskutieren. „Zahlen die Jungen die Zeche?“ – unter dieser zentralen Fragestellung stand die Diskussion. Mit einem Anteil von etwa 36 Prozent bilden die 60-Jährigen und Ältere bei der anstehenden Bundestagswahl erstmals die größte Wählergruppe. Daher entsteht die Gefahr, dass Politiker in vorauseilendem Gehorsam vor allem die Erwartungen der Älteren bedienen.

Relativierung des demographischen Wandels

Johanna Uekermann versuchte in der Diskussion zu erklären, warum ihre Forderung nach einem Verzicht auf eine weitere Absenkung des Rentenniveaus nicht zu einer Beitragsbelastung für die junge Generation führt.

Uekermann versuchte sie die Auswirkungen der Alterung in Deutschland zu relativieren:

„Seit wir ein Rentensystem haben, verändert sich die Relation von Jüngeren zu Älteren. Das wird auch weiter so gehen. Man muss auch andere Faktoren einbeziehen als nur die demografischen.“

So komme es auch auf die Arbeitsproduktivität, die Erwerbsbeteiligung von Frauen und die Zuwanderung an.

Verlängerung der Lebenszeit wird sich auf Lebensarbeitszeit auswirken

Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters, worüber in dem Gespräch heftig gestritten wurde, lehnt sie strikt ab. Kai Whittaker hingegen sieht eine Diskussion darüber früher oder später für unausweichlich an. Die Verlängerung der Lebenszeit, wie sie seit Jahren festgestellt wird, dürfe nicht allein zu einer Verlängerung der Rentenphase führen, sondern müsse sich anteilig auch auf die Lebensarbeitszeit auswirken.

 

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„Von wegen sicher: Euro-Rentenfonds bergen extreme Risiken“ https://www.experten.de/2017/04/28/von-wegen-sicher-euro-rentenfonds-bergen-extreme-risiken/ https://www.experten.de/2017/04/28/von-wegen-sicher-euro-rentenfonds-bergen-extreme-risiken/#respond Fri, 28 Apr 2017 05:00:55 +0000 https://www.experten.de/?p=90359 Euro-Rentenfonds sind für Prof. Dr. Rolf Tilmes, dem Vorstandsvorsitzenden des FPSB Deutschland, tickende Zeitbomben, denn, sollte ein Land aus dem Euro ausscheiden, dann]]> Euro-Rentenfonds sind für Prof. Dr. Rolf Tilmes, dem Vorstandsvorsitzenden des FPSB Deutschland, tickende Zeitbomben, denn, sollte ein Land aus dem Euro ausscheiden, dann gilt der fixierte Wechselkurs nicht mehr. Angesichts der stärker werdenden, eurokritischen Parteien scheint die Wahrscheinlichkeit weiterer Austritte gegeben. Von vielen Beratern wird dies allerdings schlichtweg übersehen.

Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland), erläutert:

„Die Folge sind hohe Währungsverluste, die die betreffenden Staatsanleihen und damit auch die vermeintlich sicheren Euro-Rentenfonds spürbar belasten.“

Depots auf dem Prüfstand

Spannungen in der Eurozone sind Fakt – und auch die Furcht vor weiteren nimmt zu. Bei einer Umfrage unter Anlegern durch das Marktforschungsunternehmen Sentix gab im Februar gut ein Viertel der Befragten an, binnen eines Jahres mit dem Euro-Austritt mindestens eines Landes zu rechnen. Einige Länder stehen dabei besonders im Fokus.

Griechenland natürlich, aber immer öfter werden auch Italien, Spanien und sogar Frankreich genannt. So hat die französische Präsidentschaftskandidatin für die rechtspopulistische Partei Front National, Marine Le Pen, bereits angekündigt, im Fall ihres Wahlsieges alles tun zu wollen, damit Frankreich die Euro-Zone verlässt. Französische Staatsschulden im Wert von rund 1700 Milliarden Euro sollen dann statt in Euro künftig in französischen Franc zurückbezahlt werden.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren, ist es wichtig, Depots auf den Prüfstand zu stellen, Risiken zu identifizieren und gegebenenfalls die Vermögensstruktur anzupassen. Rentenportfolien sowie auch Aktienportfolien müssen international ausgerichtet und bestmöglich diversifiziert sein.

Euro-Austritte setzen Staatsanleihen unter Druck

Auch in anderen Ländern der Eurozone bekommen die Euro-Skeptiker Zulauf.

Prof. Tilmes warnt:

„Der Austritt eines Landes aus dem Währungsverbund kann mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen werden.“

Mit einem solchem Schritt würden die Länder mit einer schwachen Währung ihre Probleme lösen wollen. Doch die Folgen für Investoren wären verheerend.

Bei einem Euro-Austritt werden die Anleihen des Landes in der neuen Währung getilgt. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass dies die neue Währung deutlich abwertet. Laut dem FPSB schätzen Experten, dass beispielsweise die französische Währung im internationalen Devisenhandel gegen den Euro sofort um 25 Prozent abgewertet werden könnte. Deutsche Gläubiger, die französische Anleihen besitzen, würden also in diesem Szenario einen Verlust von 25 Prozent verbuchen.

Tilmes sagt:

„Das bedeutet, es entstehen auf der Rentenseite – der eigentlich sicheren Anlage – hohe und unwiederbringliche Verluste.“

Und vor allem auch die vermeintlich sicheren Euro-Rentenfonds wären betroffen.

„Als Fondsinhaber muss man jederzeit damit rechnen, dass man möglicherweise die im Fonds enthaltenen Bonds lediglich in einer – dann gegenüber dem Euro abgewerteten – nationalen Währung wie Drachme, Lira oder Franc zurückgezahlt erhält.“

Das hätte auch Folgen für Riester- und Rürup-Produkte, in denen Milliarden von Euro-Rentenfonds stecken.

„Da dort – so auch in der betrieblichen Altersvorsorge – Kapitalerhalt vorgeschrieben ist, hat man demnächst möglicherweise ein Riesen-Problem.“

Die Risiken müssen transparent gemacht werden

Dabei gelten Euro-Rentenfonds, egal ob aktiv oder passiv, eigentlich als sichere und regelmäßige Ertragsbringer. Ohne Währungs- und Bonitätsrisiko, lässt das FPSB verlauten. Die Produkte werden deshalb gerne als solide Basis in einem gut diversifizierten Portfolio empfohlen. Doch diese Sicherheit ist trügerisch.

Tilmes prognostiziert:

„Das Thema Euro-Austritt hat kaum jemand auf dem Schirm, dabei ist die Gefahr schon seit Jahren vorhanden.“

Immerhin, betont Tilmes, hat die Investmentgesellschaft HSBC in London die Gefahr des Euro-Austritts eines Landes in ihrem offiziellen ETF Prospekt unter den Risikohinweisen aufgenommen. Die allermeisten Fondsanbieter verschweigen jedoch dieses Risiko, prangert der Vorstandvorsitzende an.

 

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Sozialhilfeträger muss Pflegeheim Kosten für Bestattung erstatten https://www.experten.de/2017/04/27/sozialhilfetraeger-muss-pflegeheim-kosten-fuer-bestattung-erstatten/ https://www.experten.de/2017/04/27/sozialhilfetraeger-muss-pflegeheim-kosten-fuer-bestattung-erstatten/#respond Thu, 27 Apr 2017 09:10:22 +0000 https://www.experten.de/?p=90336 Ein Pflegeheim kann nach §§ 74, 98 Abs. 3 SGB XII die Übernahme der Kosten für die Bestattung einer Bewohnerin verlangen, wenn diese]]> Ein Pflegeheim kann nach §§ 74, 98 Abs. 3 SGB XII die Übernahme der Kosten für die Bestattung einer Bewohnerin verlangen, wenn diese im Heim mittellos verstorben ist und ihre Angehörigen selbst unter Betreuung stehen.

Ausgleichsansprüche können nicht gegen selbst hilfebedürftige Angehörige der Verstorbenen geltend gemacht werden.

Details zum Sachverhalt

Die Klägerin, ein Pflegeheim, verlangt vom beklagten Landeswohlfahrtsverband die Erstattung der verauslagten Kosten für die Bestattung einer im Heim verstorbenen Bewohnerin. Ein Bestattungsunternehmen war beauftragt worden. Dieses stellte der Klägerin hierfür 2.857,69 Euro in Rechnung. Die Klägerin verlangte vom Beklagten Erstattung dieses Betrages abzüglich eines noch vorhandenen Vermögens in Höhe von 599,81 Euro.

Der Beklagte verwies auf vorrangig in Anspruch zu nehmende Angehörige. Die Klägerin führte aus, dass sie nach § 13 Abs. 3 des Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes verpflichtet gewesen sei, die Bestattung in Auftrag zu geben. Es sei ihr nicht zuzumuten, diese Kosten zu tragen.

Kostenübernahme ist für Pflegeheim nicht zumutbar

Der Klage wurde stattgegeben. Zur Entscheidungsbegründung nahm das Sozialgericht Gießen zunächst auf § 74 SGB XII Bezug. Danach sind im Rahmen der Sozialhilfe die erforderlichen Kosten einer Bestattung zu übernehmen, soweit dem hierzu verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen. Dieser Anspruch stehe der Klägerin zu, denn dieser könne auch einer juristischen Person zustehen.

Die Klägerin sei „Verpflichtete“ im Sinne des § 74 SGB XII gewesen. Die Verpflichtung beziehe sich auf die Tragung der Bestattungskosten und rühre aus den landesrechtlichen Bestattungspflichten des Friedhofs- und Bestattungsgesetzes her. Eine solche Pflicht habe für die Klägerin bestanden. Auch könne der Klägerin nicht zugemutet werden, die Kosten zu tragen. Der Begriff der Zumutbarkeit im Sinne von § 74 SGB XII sei nach Maßgabe der Umstände des Einzelfalles ausfüllungsbedürftig.

Dabei könnten auch Maßstäbe und Umstände eine Rolle spielen, die als solche im Allgemeinen sozialhilferechtlich unbeachtet seien, denen aber vor dem Hintergrund des Zwecks des § 74 SGB XII Rechnung getragen werden müsse. Einerseits sei an die persönliche und rechtliche Nähe zur Verstorbenen anzuknüpfen, andererseits daran, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang es dem Verpflichteten möglich sei, selbst für eine anderweitige Entlastung zu sorgen.

Außerdem dürfe der Sozialhilfeträger dem Bestattungspflichtigen nicht Ausgleichsansprüche gegenüber Angehörigen entgegenhalten, wenn diese selbst hilfebedürftig seien und eine Betreuung bestehe.

 

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HDI: Smart-Home und Bestleistungsgarantie https://www.experten.de/2017/04/27/hdi-smart-home-und-bestleistungsgarantie/ https://www.experten.de/2017/04/27/hdi-smart-home-und-bestleistungsgarantie/#respond Thu, 27 Apr 2017 08:46:14 +0000 https://www.experten.de/?p=90333 Die HDI Versicherung AG bringt ihre neue Hausratversicherung auf den Markt. Drei Produktlinien können mit Paketen und individuellen Erweiterungen auf Basis des Versicherungssummenmodells]]> Die HDI Versicherung AG bringt ihre neue Hausratversicherung auf den Markt. Drei Produktlinien können mit Paketen und individuellen Erweiterungen auf Basis des Versicherungssummenmodells komplettiert werden.

Die Bestleistungsgarantie gewährleistet maximale Beratungssicherheit – und die Smart-Home-Technik hat dabei auch den digitalen Wandel im Fokus.

Hausrat Premium mit Bestleistungsgarantie

Als optionale Erweiterung zur Linie Hausrat Premium werden beispielsweise auch Leistungen reguliert, die bisher nicht im Angebot der HDI Hausratversicherung verfügbar sind (Innovationen anderer). Dies gilt, sofern besagte Leistungen hierzulande frei zugänglich und ohne Zuschlag angeboten werden. Ausgenommen davon sind vorsätzlich verursachte Schäden und Allgefahren-/Elementardeckungen.

Die Produktlinie für Anspruchsvolle

Hohe Sublimits für versicherte Gefahren und Schäden sowie zahlreiche neue Leistungen zeichnen die Premium-Linie aus. So werden etwa Schäden durch Kunden-, Scheck- und Kreditkartenmissbrauch bis zu 10.000 Euro übernommen. In gleicher Höhe ersetzt HDI zusätzliche Rückreisekosten, wenn ein Urlaub wegen eines erheblichen Schadens am versicherten Hausrat vorzeitig abgebrochen werden muss. Bis zu 1.000 Euro Schadenersatz erhalten versicherte Personen, falls sie Opfer eines Trickdiebstahls werden. Kleidung oder Lernmittel, beispielsweise für den Unterricht erforderliche Notebooks, die bei Schulveranstaltungen gestohlen werden, sind bis 500 Euro versichert. Ebenso ist der Diebstahl persönlicher Gegenstände am Arbeitsplatz oder in Kur- und Krankenzimmern inbegriffen – in beiden Fällen bis 3.000 Euro.

Smart-Home: das Paket Technik, Sicherheit und mehr

Der Einsatz von Smart-Home-Technik zum Sichern/Überwachen des Haushalts wird von HDI mit einem Beitragsnachlass honoriert. Schäden an den fest installierten Komponenten in der Wohnung sind ohne Begrenzung mitversichert. Wenn sie durch Bedienungsfehler, Sturz oder Bruch und Konstruktions-/Montagefehler entstehen, leistet HDI bis zu 1.000 Euro. In gleicher Höhe sind Schäden am Hausrat infolge Fehlfunktionen, Manipulation oder unbeabsichtigter Fehlbedienung der Smart-Home-Komponenten – etwa dem unbeabsichtigten Öffnen von Türen oder Fenstern – inbegriffen.

Darüber hinaus werden präventive Schlossänderungskosten bis zu 5.000 Euro übernommen, falls Türschlüssel der Wohnung bei einem einfachen Diebstahl entwendet werden. Ebenfalls bis zu diesem Limit sind Spiel-, Sport- und Grillgeräte sowie Gartenmöbel und Skulpturen versichert, die vom Versicherungsgrundstück gestohlen werden.

 

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Privathaftpflicht birgt immenses Potential für Vermittler https://www.experten.de/2017/04/27/privathaftpflicht-birgt-immenses-potential-fuer-vermittler/ https://www.experten.de/2017/04/27/privathaftpflicht-birgt-immenses-potential-fuer-vermittler/#respond Thu, 27 Apr 2017 08:22:52 +0000 https://www.experten.de/?p=90325 Die aktuelle Trendstudie «Vertrieb von Privathaftpflichtversicherungen: Wissen und Wünsche der Kunden unter der Lupe» des Marktforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN beleuchtet Potentiale]]> Die aktuelle Trendstudie «Vertrieb von Privathaftpflichtversicherungen: Wissen und Wünsche der Kunden unter der Lupe» des Marktforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN beleuchtet Potentiale und Marktperspektiven der Haftpflichtsparte.

Neben der Krankenversicherung zählt die Privathaftpflicht zum den notwendigen Versicherungen in privaten Haushalten. Überraschend ist allerdings, dass über die Hälfte der Haftpflichtversicherten in Deutschland nicht ausreichend darüber informiert ist, welche Schäden standardmäßig abgedeckt sind und was optional versichert werden kann. Darüber hinaus zeigt die Studie auf, dass zwei Drittel der Versicherungskunden moderne Produktlösungen nach dem Baukastenprinzip den vorgefertigten Varianten vorziehen.

Im März 2017 wurden hierfür 1.000 Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren, die eine PHV besitzen, repräsentativ zu Wissensstand, Produktwünschen und Abschlussverhalten sowie zur Anbieterbindung und Wechselneigung befragt.

Die große Wissenslücke

Generell weist der Wissensstand der privat haftpflichtversicherten Bundesbürger zu den Schadenbereichen und Leistungsumfängen der PHV deutliche Defizite auf: Lediglich 46 Prozent wissen, vor welchen Schäden Standardpolicen Schutz bieten und vor welchen nicht. So gehen beispielsweise viele Haftpflichtversicherte fälschlicherweise davon aus, dass die Absicherung von Mietsachschäden, Schäden durch deliktunfähige Kinder, Schäden an geliehenen, gemieteten oder gepachteten Sachen sowie Gefälligkeitsschäden zu den Standard-Leistungen der PHV zählen.

Geringes Wissen besteht auch darüber, dass die PHV nicht nur Sach- und Personenschäden, sondern auch Vermögensschäden abdeckt. Weit verbreitet ist zugleich der Irrglaube, Immobilienschäden, Allmählichkeitsschäden, Regresse der gesetzliche Sozialversicherung oder Forderungsausfalldeckungen seien grundsätzlich nicht in der PHV versicherbar – obwohl diese Leistungsbereiche für die Versicherten hohe subjektive Relevanz aufweisen und diese begeistern können.

Auch die Möglichkeit zum Schutz vor Internetschäden ist bisher erst wenig bekannt. Und: 58 Prozent der Privat-Haftpflichtversicherten kennen nicht einmal näherungsweise die Höhe der Deckungssumme ihrer eigenen PHV für Sach- und Personenschäden; bei den Vermögensschäden sind dies sogar 81 Prozent.

Dr. Michaela Brocke, Geschäftsführerin bei HEUTE UND MORGEN, sagt:

„Produktgeber und Vertrieb sollten die Privat-Haftpflichtversicherten offensiv – und zugleich in einfach verständlicher Weise – informieren, welche Risiken in der PHV optional abgesichert werden können und welche Schäden standardmäßig nicht abgedeckt sind.

Nur auf Basis erweiterter Produktkenntnisse können die Versicherungsnehmer ihren Bedarf genauer einschätzen und mögliche Lücken oder Unterdeckungen identifizieren.“

Bedarfsorientierter Leistungsumfang wird favorisiert

Vor die Wahl gestellt zwischen dem Angebot vorgefertigter PHV-Lösungen (bspw. Basis, Komfort, Premium) und der Möglichkeit, einzelne Leistungsbausteine individuell zusammenstellen zu können, bevorzugt die deutliche Mehrheit der Haftpflichtversicherten (67 Prozent) einen bedarfsorientierten Zuschnitt nach dem „Baukasten-Prinzip“; junge Versicherungsnehmer sogar noch häufiger (75 Prozent). Grundsätzlich werden solche Baukasten-Angebote von rund drei Vierteln der Haftpflichtversicherten als besonders innovativ und begeisternd erlebt.

Zugleich würde sich jeder zweite Haftpflichtversicherte bei der Inanspruchnahme eines Baukasten-Angebots beraten lassen, da er sich die Leistungsauswahl nicht alleine zutraut; 80 Prozent der Haftpflichtversicherten begrüßen zudem ausdrücklich, sich einmal näher mit den Leistungen der PHV auseinanderzusetzen und diese genauer auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden zu können. Neben der favorisierten stärkeren Produktindividualisierung in der PHV interessiert sich jeder zweite PHV-Versicherte (53 Prozent) darüber hinaus für Bundle-Angebote mit anderen Haftpflichtversicherungen (bspw. Tierhaftpflicht, Berufshaftpflicht etc.).

Garantie ist Wechsel-Anreiz

Bei Vorliegen eines attraktiven Angebots zeigen sich rund 60 Prozent der PHV-Versicherten grundsätzlich offen für einen Anbieterwechsel; 30 Prozent in stärkerem Maße. Besonders wechselaffin sind vor allem junge Kunden zwischen 18 und 29 Jahren (73 Prozent bzw. 43 Prozent).

Tatsächlich ihren PHV-Anbieter bereits gewechselt haben bisher 42 Prozent der Kunden, 13 Prozent bereits mehr als einmal. Zentraler Wechselgrund ist die Absicht durch einen Anbieterwechsel die bisherige Beitragshöhe zu reduzieren (77 Prozent), daneben aber auch bessere Leistungen für die gleiche Prämie zu erhalten. Als hoch attraktive Wechsel-Anreize für die PHV-Versicherungskunden erweisen sich vor allem Garantieversprechen, wie Best-Leistungs-Garantien, Besitzstands-Garantien und Leistungs-Update-Garantien, sowie darüber hinaus auch Policen ohne Selbstbeteiligung.

Ein Drittel der Wechselwilligen (32 Prozent) gibt als Motiv auch negative Erfahrungen mit dem derzeitigen PHV-Anbieter bei der Schadenregulierung an; neben generellen Preis- und Leistungsvergleichen spielt also auch die Qualität der Schadenbearbeitung und deren Kommunikation für die Kunden eine wichtige – und je nach Perspektive kundenbindende oder wechselverstärkende – Rolle. Als Informationsquellen werden von den Wechslern vor allem persönliche Beratungsgespräche mit Vertretern und Maklern und das Internet (Vergleichsportale, Anbieterhomepages sowie Ratgeber-Seiten und Foren) genutzt; der Einfluss klassischer Werbemedien auf das Wechselverhalten ist hingegen nur gering.

Attraktive Zielgruppen und viele Potenziale

Als besonders erfolgversprechende Zielgruppen für den Vertrieb der Privathaftpflicht erweisen sich insbesondere junge Kunden unter 30 Jahren (verstärkt Neukunden sowie Bedarfswechsler) sowie die Gruppe der stärker Wechselbereiten, die sich in allen Altersgruppen finden (verstärkt männliche Kunden mit höherem Einkommen). Generell kann die PHV aufgrund ihres hohen Verbreitungsgrades und damit verbundener Erstversicherer- und Cross-Selling-Potenziale als besonders attraktive – und daher auch sehr umkämpfte – Versicherungssparte der Assekuranz gelten. Abgeschlossen wird (bzw. wurde) die Privathaftpflicht bisher oft noch persönlich über Vermittler, Makler oder Bankberater (71 Prozent); ein Trend zum Online-Abschluss ist aber unverkennbar (bisher insgesamt gesamt: 23 Prozent).

Birgit Menzen, Projektleiterin bei HEUTE UND MORGEN, betont:

„Gerade in den letzten zwei Jahren konnte das Internet als Vertriebskanal in der Privathaftpflicht überproportionale Zuwächse erzielen.

Insbesondere für Angebote jenseits vorkonfektionierter Standardpolicen und für gezielte Vertriebsoffensiven wird die persönliche Beratung auf absehbare Zeit aber unverzichtbar bleiben.“

 

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