Unternehmensanleihekäufe der EZB schaden dem Mittelstand

Veröffentlichung: 10.06.2016, 07:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Am 8. Juni 2016 startete die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (Corporate Sector Purchase Programme – CSPP). Das Vorhaben soll die Wirtschaft stützen und Investitionen und Wachstum ankurbeln.

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Doch nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ergeben sich dadurch mehr Nachteile als Vorteile.

„Der Kauf von Unternehmensanleihen wird einen kaum messbaren Beitrag zur Erfüllung des Preisstabilitätsziels leisten, erhöht aber die schädlichen Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik erheblich“,

kritisiert BVR-Präsident Uwe Fröhlich.

Für mittelständische Unternehmen, die nicht kapitalmarktfähig sind, entsteht durch das Programm sogar ein Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu Großunternehmen. Die Finanzierung über Schuldverschreibungen ist für 99 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen kein relevanter Finanzierungsweg. Dies zeigt auch die Anfang Juni veröffentlichte Umfrage der EZB zur Mittelstandsfinanzierung. Von Nachteil sind die Anleihekäufe auch für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte. Die ohnehin bestehende Verknappung von zinstragenden Anlagen werde so weiter verstärkt.

Signifikante Auswirkungen auf die Realwirtschaft durch die Anleihekäufe der EZB erwartet der BVR nicht. Selbst in den wirtschaftlich schwächeren Ländern wie etwa Italien ist der Finanzzugang nicht mehr der wesentliche Hinderungsgrund für ausbleibende Investitionen. Wichtigere Probleme sind für die Unternehmen nach der Befragung der EZB die schwache Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, der intensive Wettbewerb und hohe Produktions- und Arbeitskosten. Auf diese Faktoren hat die Geldpolitik der EZB jedoch keinen Einfluss.

Bild: © Gianluca Scerni / fotolia.com

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