Ist die Riester-Rente gescheitert?

Das könnte man zumindest meinen, folgt man den aktuellen Aussagen einiger CDU-Politiker. Zum einen wird es damit begründet, dass erst mit der Rentenreform von Walter Riester in 2001, die eine Absenkung des Rentenniveaus um 4 Prozent zur Folge hatte, der Altersarmut bei Normalverdienern der Weg bereitet worden sei. Außerdem sei die Riester-Rente spätestens mit der Niedrigzinsphase an die Wand gefahren worden, so der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler dem Handelsblatt gegenüber.

Riester – Dilemma oder Chance?

Joachim Haid, Geschäftsführer der SOFTFIN UG und Gründungsmitglied von pro Riester

Doppelte Rentendauer und gestiegene Ansprüche

Tatsächlich ist es aber so, dass die Rentenform Anfang der 2000er Jahre den Zweck verfolgte, den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung auf einem bezahlbaren Niveau zu halten. Im Vergleich zum Jahr 1957 ist die Rentenbezugsdauer heute doppelt so lange, gleichzeitig haben sich die Ansprüche der Rentner erhöht. Während unsere Großeltern bei Renteneintritt noch davon ausgingen, jetzt etwas kürzer treten zu müssen, wollen heutige Rentner ihr Leben in vollen Zügen genießen und, mit gutem Recht, nun die freie Zeit mit Reisen, Kultur und sportlichen Aktivitäten verbringen. Das muss aber finanziert werden.

Während in anderen europäischen Ländern bereits in den 1990er Jahren Rentenreformen stattfanden und der Bevölkerung klar gemacht wurde, dass eine staatliche Rente nicht mehr ausreichen wird, um den Lebensstandard im Alter halten zu können, träumten Politiker wie Norbert Blüm in Deutschland noch von der sicheren gesetzlichen Rente. Er ließ mit dem bekannten Spruch „Die Rente ist sicher“ Litfaßsäulen plakatieren – wobei er sogar selber Hand anlegte. Damit entstand bei den Deutschen der Eindruck, die Einzahlungen in die gesetzliche Rente wären ausreichend und zusätzliche Altersvorsorge reiner Luxus. Bereits in diesen Zeiten war die gesetzliche Rente aber keine Honorierung des Arbeitslebens, sondern ein Äquivalent zu den geleisteten Einzahlungen. Übrigens, für den, der es nicht mehr weiß – auch Norbert Blüm ist ein ehemaliger CDU-Politiker, so wie die aktuellen Kritiker teilweise auch.

 … zusätzliche Altersvorsorge reiner Luxus?

Mit Einführung der durch Zulagen und Steuervorteilen geförderten privaten Altersvorsorge, der Riester-Rente, wurde nun den Bundesbürgern verdeutlicht, dass neben der gesetzlichen Rente zusätzlich private Vorsorge notwendig ist, um den Lebensstandard im Alter halten zu können.

Die Riester Rente ist ein großer Erfolg…

Was die aktuellen Kritiker völlig unberücksichtigt lassen ist, dass die Riester-Rente tatsächlich ein großer Erfolg ist. Seit deren Einführung vor 15 Jahren profitieren inzwischen rund ca. 16 Mio. Personen von den Förderungen. Das ist etwa die Hälfte der rund 32 Mio. Anspruchsberechtigten. Kein anderes Modell der Altersvorsorge hat in so kurzer Zeit eine Marktsättigung von 50 Prozent erreicht!

…und sie rentiert sich doch!

Immerhin wird bei einigen aktuellen kritischen Artikeln erwähnt, dass eine Studie der Deutschen Rentenversicherung Bund im vergangenen Jahr ergeben habe, dass Geringverdiener und Personen mit mehreren Kindern mit der Riester Rente vergleichsweise hohe Renditen erzielen können. Natürlich profitieren auch Personen ohne Kinder und/oder mit höherem Einkommen von der Riesterförderung. In diesen Fällen überwiegen die steuerlichen Effekte.

Der Versicherer die Bayerische hat 2015 ihren Riesterbestand einmal genauer betrachtet. Dabei hat man sich gerade Riesterkunden der ersten Stunde genauer angeschaut. So gibt es z. B. den Vertrag einer 1969 geborenen Frau mit 2 Kindern, aus dem sich folgende Daten ergeben:

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Initiative pro Riester unterstützt Vermittler und sorgt für Orientierung

Im November 2015 hat die Bayerische zusammen mit der SOFTFIN UG, einem Softwareunternehmen aus München, die Initiative pro Riester vorgestellt. Hauptmotivation für deren Gründung war, dass die meist pauschale negative Riesterkritik der letzten Jahre den Verbrauchern nicht dabei half, die Herausforderungen im Bereich der Altersvorsorge zu lösen, sondern nur für mehr Verunsicherung sorgte. Die Vermittler wurden von den Anbietern bei ihren Beratungsgesprächen und deren Bestandsbetreuung mit der Kritik allein gelassen.

Die Initiative pro Riester (www.proriester.de) wendet sich zum einen direkt an Verbraucherschützer und Journalisten und bietet sich diesen als kompetenter Diskussionspartner rund um die Riester Rente an. Zum anderen bietet pro Riester Verbrauchern direkt auf deren Internetseite sowohl im Blog, als auch unter dem Menüpunkt „pro Verbraucher“ Orientierungshilfen an. So kann sich der Verbraucher selbst neutral und laienverständlich einen Überblick verschaffen.

Vermittler sollten aktiv auf ihre Kunden zugehen

Sicherlich wird auch die aktuelle Riesterkritik wieder für viel Verunsicherung bei den Verbrauchern sorgen. Versicherungsvermittler sollten deshalb aktiv auf ihre Bestandskunden zugehen und diese über die Hintergründe der Kritik aufklären. Hierzu bietet die Initiative pro Riester ebenfalls mehrere Möglichkeiten.

Zum einen kann der Vermittler direkt unter http://www.proriester.de/pro-vermittler/ erfahren, welche Unterstützungen möglich sind und sich in einem Infoverteiler eintragen. Über pro Riester werden z.B. regelmäßige Webinare zur Weiterbildung angeboten und auch Riester-Tagesseminare, das nächste am 15.03.2016 in Fürth. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist kostenfrei möglich und wird durch die Bayerische mit Weiterbildungspunkten belohnt. Außerdem bieten der Blog der Initiative und die bisherigen Presseartikel ( http://www.proriester.de/presse/) die Möglichkeit, Links zu allgemeinen und aktuellen Informationen, die der Vermittler seinen Kunden z.B. in Form eines Newsletters, oder über eigene Blogs zur Verfügung stellen kann.

Der erste für pro Riester exklusiv produzierte Film „Was ist eigentlich ein 3-Topf-Hybrid“, kann von Vermittlern auf deren eigenen Seiten oder Blogs eingebettet werden – auch dies natürlich kostenfrei.

Über den Autor

Joachim Haid, Jahrgang 1975, verheiratet 2 Kinder, ist seit Gründung Geschäftsführer der SOFTFIN UG (haftungsbeschränkt). Seit dem Ende seiner Ausbildung 1997  zum Versicherungskaufmann ist Haid als Versicherungsmakler tätig. Im Sommer 2004 startete er parallel seine Tätigkeit als Trainer und Coach im Bereich der  Finanzdienstleistung mit dem Workshop „Chancen des Alterseinkünftegesetzes“ und gründete dazu „Finanztraining-Haid“.  2013 wurde diese Tätigkeit unter dem  Geschäftsbereich „SOFTFIN® Training“ bei der SOFTFIN UG (haftungsbeschränkt) integriert. Haid engagiert sich in der Intiative „pro Riester“ für den Erhalt und den Erfolg der Riester-Rente.

 

Bild: © (1) freshidea/ fotolia.com (2 & 3) SOFTFIN UG

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